<html>
<head>
<title>Rezension von &quot;Saddam Husseins Letztes Gefecht?&quot;, Mittelbayrische Zeitung</title>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1">
<meta name="description" content="Westen lie&szlig; Opposition im Irak im Stich">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="../../texte/display.css">
<link rel="stylesheet" href="../../formate/text-NN.css" media="screen">
<link rel="stylesheet" href="../../formate/text.css" media="all">

<style type="text/css">
<!--
#Marke {position: absolute; visibility: hide;}
div.center { text-align:center; }
div.center table { margin-left:auto; margin-right:auto; }
-->
</style>
<script LANGUAGE="JavaScript" TYPE="text/javascript">
<!--

function init(){}
function positionierung(){}

//-->
</script>
<script src="../../scripte/pfeilup.js" TYPE="text/javascript"></script>
</head>

<body bgcolor="#FFFFFF" text="#000000" background="../../img/hg-raster-pix.gif" onLoad="init()" onResize="positionierung()" onScroll="positionierung()">
<SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../TEMPLATE/scripte/monitor/1024_start.js"></script>
<div ID="Marke"></div>
<table width="780" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
  <tr> 
    <td valign="top" rowspan="2" width="120"> 
      <div align="center"><img src="../../img/blind.gif" width="130" height="8"><br>
        <a href="../../index.htm"><img src="../../img/logo-blau_32x100.gif" onFocus="if(this.blur)this.blur()" width="100" height="32" border="0"></a></div>
    </td>
    <td height="40" valign="top" width="540"> 
      <div class="likolumn"><br><a class="likol" href="../../index.htm">HOME</a> | Buchrezension</div>  
    </td>
    <td rowspan="2" width="120" valign="top"> 
      <div class="druckvers"><a href="../../scripte/print.php">Druckversion</a></div> 
    </td>
  </tr>
  <tr> 
    <td bgcolor="#FFFFFF"> 
	<!-- startprint --> 
      <div align="right" class="kolumn"></div>
      <div class="text"> 
        <p><br>
        </p>
        <p>&nbsp;</p>
        <p> <i><b><i>Mittelbayrische Zeitung </i></b></i></p>
        <h2>Westen lie&szlig; Opposition im Irak im Stich</h2>
        
            
        <p> </p>
            <p><b>Der Mythos vom zerrissenen Land / &laquo;Schutzzone&raquo; sch&uuml;tzt 
          Nachbarn vor Fl&uuml;chtlingen</b></p>
        <p><i>Von Gustav Norgall, MZ</i></p>
        <p>&laquo;Alle Iraker haben f&uuml;r Saddam Hussein gestimmt.&raquo; Die 
          Welt sch&uuml;ttelt den Kopf &uuml;ber diese Scheinwahlen im Irak. Ein 
          Volk steht angeblich hinter einem brutalen Diktator, ist bereit mit 
          ihm in den Kampf gegen die Weltmacht USA zu ziehen. Man kann &uuml;ber 
          diese &laquo;Wahl&raquo; hinwegsehen, andererseits lenkt sie den Blick 
          auf die rund 22 Millionen Iraker. Sich mit ihnen zu besch&auml;ftigen, 
          ist f&uuml;r die westliche Politik aber unabdingbar. Die Menschen leiden 
          sowohl unter ihrem Staatschef als auch unter den Sanktionen des Westens 
          und einem m&ouml;glichen &laquo;Befreiungskrieg&raquo;.</p>
        <p>Es geh&ouml;rt fast schon zum Standardrepertoire von Kommentatoren 
          auf die innere Zerrissenheit des Irak hinzuweisen. Im Norden leben schlie&szlig;lich 
          mehrheitlich Kurden, im S&uuml;den viele Schiiten. Auch die Sunniten 
          haben im eigentlich laizistisch strukturierten Irak wenig Einfluss. 
          Saddam Hussein selbst beg&uuml;nstigt vor allem seine Anh&auml;nger 
          aus seiner Heimatregion Tikrit. Doch sollte man sich vor vorschnellen 
          Schl&uuml;ssen h&uuml;ten. In dem Buch &laquo;Saddam Husseins letztes 
          Gefecht? Der lange Weg zum III. Golfkrieg&raquo; weisen die Autoren 
          zu Recht darauf hin, dass die Kurden und Schiiten zum Beispiel w&auml;hrend 
          des jahrelangen Kriegs des Iraks gegen den Iran loyal zur irakischen 
          Fahne standen. War der arabische Nationalismus st&auml;rker als das 
          Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl der Schiiten mit ihren Glaubensbr&uuml;dern 
          im Iran?</p>
        <p>Es gibt aber auch Gegenbeispiele. Am Ende des ersten Golfkrieges der 
          westlichen Koalition gegen Saddam Hussein g&auml;rte es im Irak. Die 
          geschlagenen Truppen str&ouml;mten heimw&auml;rts. Im S&uuml;dirak riefen 
          damals Truppenkommandeure zum Aufstand auf. Einen Moment lang stand 
          der Bestand des Regimes auf der Kippe aber eventuell nicht nur das. 
          Die arabischen Nachbarn beobachteten mit Sorge die Erhebung der Massen. 
          In den autorit&auml;ren Monarchien am Persischen Golf sah man voller 
          Angst auf diesen Umsturz, h&auml;tte er doch zum Vorbild f&uuml;r die 
          entrechteten B&uuml;rger des eigenen Landes werden k&ouml;nnen.</p>
        <p><b>Wer folgt auf Saddam Hussein?</b></p>
        <p>Bush Senior akzeptierte diese Bedenken. Er hielt seine Truppen an, 
          die US-Soldaten sahen dabei zu, wie sich Saddam Husseins treue Kr&auml;fte 
          brutal gegen die Aufst&auml;ndischen durchsetzten. Tausende wurden gehenkt, 
          zum Teil &ouml;ffentlich, um abzuschrecken. Das Ziel der US-Politik 
          der n&auml;chsten Jahre lautete: Saddam Hussein st&uuml;rzen, aber die 
          staatliche Struktur des Irak nicht gef&auml;hrden. Diese Schaukelpolitik 
          schadete letztlich den Menschen im Land. Die Sanktionen in den 90-er 
          Jahren f&uuml;hrten zu einer Ern&auml;hrungskrise. Millionen Iraker 
          hungerten. Als im Rahmen des Programmes &Ouml;l gegen Brot wieder Nahrungsmittel 
          in das Land flossen, konnte das Regime die Verteilung f&uuml;r sich 
          nutzen. Wer gehorchte, konnte an der Hilfe teilhaben.</p>
        <p>Im Norden entstand sogar eine &laquo;Schutzzone&raquo; f&uuml;r die 
          Kurden. Ein irref&uuml;hrender Begriff! Der Westen definierte ein angeblich 
          sicheres Gebiet, um die Kurden vor der Flucht in die Nachbarl&auml;nder 
          abzuhalten. Asylbewerber in Europa m&uuml;ssen sich seitdem sagen lassen, 
          dass es im Irak eine innerstaatliche sichere Fluchtm&ouml;glichkeit 
          gibt. Damit ist es allerdings nicht weit her. Saddams Truppen stie&szlig;en 
          bereits &ouml;fter in die Schutzzone vor, entf&uuml;hrten, t&ouml;teten 
          kurdische Autonomisten. Die USA sehen zu, denn letztlich sind auch sie 
          an einer kurdischen Unabh&auml;ngigkeit nicht interessiert.</p>
        <p>Trotzdem hofft man in Washington jetzt auf eine innerirakische Opposition 
          dieselbe Opposition die man immer wieder im Stich gelassen hat, von 
          deren Zielen man so wenig wei&szlig;. Der Westen betrieb in den letzten 
          Jahren eine zwiesp&auml;ltige Politik gegen&uuml;ber dem Irak da tun 
          die Iraker gut daran bei Scheinwahlen Saddam Hussein Gefolgschaft zu 
          leisten.</p>
        <p><br>
          Literatur:<i> Thomas v.d. Osten-Sacken, Arras Fatah (Hg.): Saddam Husseins 
          letztes Gefecht? 283 Seiten, Konkret Hamburg, 15,20 Euro</i></p>
      </div>
	  <!-- stopprint -->
      <div class="foot">
		<hr size="1">
		WADI e.V. | tel.: (+49) 069-57002440 
          | fax (+49) 069-57002444 <br>
          <a href="http://www.wadinet.de">http://www.wadinet.de</a> 
          | e-mail: <SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../scripte/inserts/atinfo.js"></script></div>
      </td>
  </tr>
  <tr> 
    <td colspan="3" height="32"></td>
  </tr>
</table>
<SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../scripte/monitor/1024_end.js"></script>
</body>
</html>

