Antiimperialisten untereinander

25. Juli 2011, von Arvid Vormann

Warum hatte es der Oslo-Killer eigentlich nicht auf Muslime abgesehen, wo doch seine größte Sorge dem drohenden Untergang des christlichen Abendlandes galt? Auflösung gibts auf Seite 960 seines Machwerks:

Regardless of these obvious conflicts, they should understand that we are not imperialists in contrary to the US/EU globalists who seek to maintain the Islamic puppet regimes and force the European way on them. The Islamic Ummah should view our enemies; the US/EU globalists, as a greater threat than we would ever aspire to be. The reason is that we do not wish to destroy Islam but simply to isolate it primarily outside Europe.

Antiimperialismus und Kulturrelativismus sind, wie man hier sehen kann, Kernbestandteile dieser menschenfeindlichen Ideologie. Den Muslimen gönnt der Rassekrieger sogar ihr Kalifat:

We do not necessarily oppose the creation of a caliphate lead by devout Muslims in the Middle East.

Wie aber könnten sich die völkischen Antiimperialen untereinander erkennen? „How can the Ummah, the enemy of our enemy, know they are really dealing with a Justiciar Knight and not a CIA or EU agent?“ Die Frage treibt ihn um und seine Antwort ist klar: mittels Grausamkeiten und Massenmord. Nur das „Morbide, Absurde und Unvernünftige“ könne Muslimen wie Kreuzrittern als unverwechselbares und sozusagen fälschungssicheres Erkennungszeichen dienen. „A government agent could and would never accept these terms“ – denn sie lieben das Leben und wir lieben den Tod.

40 Antworten zu “Antiimperialisten untereinander”

  1. athene noctuae sagt:

    Interessant. Aber warum erschoss er dann Jusos? Die AUF ist doch nicht für pro-imperialistische Inhalte bekannt, oder bin ich bloß schlecht informiert?

    Vielleicht sollte man besser zwischen Bewusstsein und Sein unterscheiden, vor allem bei durchgeknallten Faschisten.

  2. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    Interessant, wie bei durchgeknallten Ideologen am Ende doch wieder die (aus ihrer Sicht) Bööööösen, also die Moslems, die Schuld tragen. Selbst wenn der Massenmörder ausgewiesener Moslemhasser war. Klar war er, in Worten auf alle Fälle, für ein Kalifat – als Vorwand dafür, alle Muslime als Europa auszutreiben

  3. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    Ähm, was soll eigentlich an dem „Pro-Abendländer“, Israelfan usw. Andres Breivik ausgerechnet „antiimperialistisch“ gewesen sein? Haha. Hauptsache, man hat einen bööösen Begriff, der irgendwie alles Böse auf Erden markiert, untergebracht und damit diskreditiert.

    Hat oder hätte sich Breivik irgendwo als Antiimperialist bezeichnet? Wenn ja, bitte zitieren!

    Klar war er gegen „Globalismus“, weil gegen „Kulturvermischung“. Das ja. Es macht ja auch einen typischen Rechten aus.

  4. Glamypunk sagt:

    Der Attentäter vertritt die gleichen Standpunkte wie alle Islamhasser, von Antiimp nicht die geringste Spur. Wie kann man auf die Idee kommen, ein „Kreuzritter“ wäre Antiimp? Ganz üble Verdrehung der Tatsachen.

  5. Nahostler sagt:

    Das müssen die ja jetzt schreiben…. schließlich hat der rechte Terrorist die selben Personen bejubelt, die auch hier immer wieder angeschmachtet werden. Brüder, nicht in der Tat, aber im Geiste…

  6. Arvid Vormann sagt:

    @athene
    Die sozialdemokratische Partei steht wie nichts anderes in Norwegen für den traditionell liberalen, weltoffenen Kurs des Landes (auch wenn sie den Hass gegen Israel kultiviert, aber das nur nebenbei). Diese Offenheit macht sie in den Augen von Faschos wie diesem Breivik zu Erfüllungsgehilfen des Imperiums und des Kapitals und wasweissichnoch.

    Die anderen Trolle hier möchten doch bitte wenigstens lesen oder sonst einfach ihren eigenen Trollblog aufmachen, danke.

  7. Teletubbie sagt:

    „oder sonst einfach IHREN EIGENEN Trollblog aufmachen“

    Das buchen wir mal unter „Freudscher Versprecher“.

    Vormann, ihre „Argumentation“ ist an Dämlichkeit kaum zu übertreffen. Also einsame Spitze. Aber was soll auch anderes heraus kommen? Wer geistig so tief fliegt, der schlägt eben oft auf den Boden auf – mit entsprechenden Rückwirkungen auf das Denkvermögen.

  8. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    Faschisten sind gegen Weltoffenheit (so weit stimmts ja) – und DESWEGEN „Antiimperialisten“? Zum Totlachen. Seltsame Definition von Imperialismus oder seiner Ablehnung.

    (Die Antiimps, die ich vor 20 oder 25 Jahren in Westdeutschland kannte, waren zum Teil schon dämlich. Aber gegen Weltoffenheit.. ? Das war, glaube ich, nicht wirklich ihr Ansatz..)

  9. Cyrano sagt:

    Wie schwer ist es denn, einen Text von ner knappen Seite zu lesen?

    „Regardless of these obvious conflicts, they should understand that we are not imperialists in contrary to the US/EU globalists who seek to maintain the Islamic puppet regimes and force the European way on them. The Islamic Ummah should view our enemies; the US/EU globalists, as a greater threat than we would ever aspire to be. The reason is that we do not wish to destroy Islam but simply to isolate it primarily outside Europe.

    Ich erkläre es kurz: Wie in beinahe allen Indymedia, JW, ND und ähnlichen Artikeln u.a. zum Lybieneinsatz der Nato wird das für einen bestimmten Kulturraum passende Kollektiv gegen die universalistische Aggresssion der US/EU Globalists verteidigt.“ Die haben einerseit vor, die Islamistischen Puppenregime zu erhalten, wollen andererseits aber wohl diese Europäisieren. Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner, wenn man die Prämisse der Islamisten teilt, dass die EIGENTLICHE Form, in der der Islam zu existieren hat, die Umma bzw. das Kalifat ist:

    „We do not necessarily oppose the creation of a caliphate lead by devout Muslims in the Middle East.“

    Jepp, das ist nicht der Antiimperialismus, wie ihn Luxemburg vertreten hat. Aber zu behaupten, das fände sich so heute nicht in unzähligen linken Beiträgen z.B. auf Indymedia, wäre schon sehr realitätsfremd…

  10. Nahostler sagt:

    Es ist ein reichlich beschämendes Manöver nun fieberhaft Manifest-Exegese zu betreiben nur um zu zeigen, dass der Terrorist ja völlig andere Ansichten als man selbst hatte und das seine Sichtweise sonst vor allem bei der (so verhassten) „Linken“ existiert.
    Wenn jemand dann auch noch so frech ist wie Vormann, der bei Breivik eine „Achtung vor dem Islam“ herbei deliriert, wo dieser den Islam doch immer wieder als niedere Kultur bezeichnet, dann kann man eigentlich nicht mehr erwarten ernst genommen zu werden.

    Dabei wäre es hier bitter nötig (im Stile von PI) Selbstkritik zu üben. Warum man die selben Personen (z.B. Pipes, Kramer, Broder, Bush, etc.) bejubelt, die auch der andere antimuslimische Rassist Breivik so verehrte? Warum man so fanatisch die selben Feindbilder „Islam, Muslime, Palästinenser, Multikulti und Linke“ teilt.
    Osten-Sackens völkerpsychologische Arbeiten würden Breivik sicher auch zusagen. Der Muslim ist (das lernt man von Breivik und bei Wadi) antisemitisch, rückständig, homosexualitätshassend, dschihadistisch, extremistisch, ehrenmordend, frauenbeschneidend, freiheitshassend, kriminell, kurz: der Grund aller Probleme ob im Norden oder Süden.

    Ein Blick auf die Wadi-Linkliste spricht Bände. [Wenn zum Beispiel darüber spekuliert wird, welche Personen heimliche Muslime seien, weil sie mit muslimischen Frauen verheiratet sind (z.B. der Sohn von Helmut Kohl)]

    Denn eines ist nun mal sicher: Der rechtskonservative Terrorist hätte diesen Blog hier, zumindest stellenweise, sehr gerne gelesen. Seiten wie Indymedia hätte er hingegen verachtet.
    Da hilft es auch nicht, wenn Vormann jetzt wieder seinen altbekannten Hassobjekten (Muslime und Linke) den Schwarzen Peter zuschieben will.

    Aus dem rechtskonservativen Terroristen Breivik will er einen linken Islamfreund basteln, der einfach mal so Amok gelaufen ist. Schuld sind immer die anderen. (Aber das ist ja auch eine Argumentationsweise, wie sie hier den Muslimen und Arabern kollektiv immer wieder unterstellt wird.)

  11. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ Nahostler

    Genau so ist es: Schuld Sind Immer die Anderen. Aber auf gar keinen Fall, zum Beispiel, die Neocon-Seilschaft.

    (Und, merken!, der Staat Israel zum Beispiel per definition grundsätzlich keine Verbrechen begehen. Hast Du schon mal Kritik am Siedlerfaschismus hier auf dem Blog gesehen ;) )

  12. M. sagt:

    ach der mal wieder, der den dt. faschismus relativieren muss. armseelig wie immer.

  13. Nahostler sagt:

    Der Wadi-Blog ist ja sogar beim Rassisten-Portal PI-News verlinkt. Die sich dort tummelnden Rassentheoretiker, Volksgeistanalytiker, Nationalisten, Antiziganisten, christlichen Extremisten und Nationalsozialisten scheinen hier wohl auch das ein oder andere Mosaiksteinchen für ihr rassistisches Weltbild zu finden.

    Ihr solltet dringend auch auf Englisch veröffentlichen, damit der nächste rechtskonservative Terrorist euch in sein Manifest mit aufnehmen kann, wenn ihr nicht schon Schland ausreichend Agitationsarbeit geleistet habt.

  14. gegenkritik sagt:

    Der Muslim ist (zumindest in der Idealvorstellung eines vorgeblichen Nahostlers und anderer Trolle) antisemitisch, rückständig, homosexualitätshassend, dschihadistisch, extremistisch, ehrenmordend, frauenbeschneidend, freiheitshassend, kriminell.

  15. Soprano sagt:

    Eigentlich sind hier positive Veränderungen im arabisch-islamischen Raum immer hervorgehoben worden, um gerade klar zu machen, das „die Muslime“ – und im Kollektiv sprechen gerne Leute wie Nahostler, die selbst einen frankophonen Schriftsteller für eine authentische arabische Stimme halten, um dann gegen den Kulturimperialisten TvdOS, der noch nichtmal Arabisch sprechen soll, in Stellung zu bringen ;) – eben nicht ein gesondertes kulturelles Genre stellen – so wie es so mancher Kulturrelativist gerne darstellt.

  16. harald sagt:

    Die Medien – und noch mehr und heftiger andere interessierte Kreise – reiten auf ein paar Etikettierungen herum, die sie dem Oslo-Mörder anheften, um islamkritische und israelfreundliche Kreise zu diffamieren. Daniel Greenfield hat sechs davon mal untersucht (es lohnt sich, das ganz zu lesen):

    1. Anders Breivik war ein fundamentaler Christ

    Er beschrieb sich als nicht religiös. Er schrieb selbst, dass er nicht an Gott oder Jesus glaubt, sondern beschreibt sich nur als Christ im kulturellen Sinne.

    2. Anders Breivik hasst Muslime

    Er betrachtet Muslime als Feinde, allerdings nur im eigenen Land. Er will sie in „ihr“ Territorium zurück haben, dort können sie gerne ihr Kalifat errichten, er würde sie nicht angreifen wollen. Im Gegenteil: Er hätte nichts gegen eine Allianz mit ihnen Terror gegen die von ihm „erkannten“ innereuropäischen Feinde zu verüben. Das macht für ihn Muslime zu nützlichen Idioten, die er für seinen Kreuzzug gegen Europas Linke nutzen kann.

    3. Anders Breivik wurde durch Antijihad-Blogger inspiriert

    Das Dumme: Er hat keine Muslime getötet, sondern behauptete Teil einer Organisation zu sein, die in Europa an die Macht kommen will. Er wollte „hier“ an die Macht, wollte vor allem europäische Andersdenkende vernichten und dafür diejenigen mit nutzen, gegen die die islamkritischen Blogger mit friedlichen Mitteln wehren.

    4. Anders Breivik war pro-Israel

    Breivik war für ein Bündnis mit Israel (und Indien und weiteren Minderheiten innerhalb der islamischen Welt) als Teil des Kampfes gegen den Islam (in Europa). Er beschreibt die Mehrzahl der deutschen Juden als illoyal und findet, hätte Hitler sie deportiert statt sie zu vernichten, wäre er ein Held. Viele Juden hätten als Verräter hingerichtet werden müssen (aber wegen politischer Einstellungen, nicht aus Rassegründen). Das kann man nicht als „pro-israel“ bezeichnen.

    5. Anders Breivik war ein Moderater (wer hat das denn behauptet?????)

    Er gab aus taktischen Gründen vor moderat zu sein. Damit wollte er andere „bilden“. Er wollte Spannungen infolge muslimischen Terrors nutzen, um eine Terrorkampagne gegen europäische Ziele zu führen und die Macht in einer stabileren Form des Nationalsozialismus zu übernehmen. Er war kein Nazi, weil er die expansionistischen Ideen der Nazis ablehnt.

    6. Anders Breivik war ein politischer Terrorist

    Breivik war kein Mitglied einer Terrorgruppe, außer in seiner eigenen Fantasie. Er wollte einen Anschlag ausführen um ein Held zu werden. Mit der Wirklichkeit hatte das nie etwas zu tun. Ein politisches Programm kann man sein Geschreibsel nicht ernsthaft nennen.

  17. Soprano sagt:

    Ist dein infantiler Name eigentlich eine Nachwehe der dünnen Luft, die du auf deinen geistigen „Hochflügen“ geatmet hast, Teletubbie?

  18. Unsinn sagt:

    @ Harald

    Was bedeutet, er hasste Muslime nur im „eigenen Land“. Können Norweger keine Muslime und Muslime keine Norweger sein? Genau der Gedanke steckte bei diesem Breivik, aber auch bei deinem Geschreibsel dahinter.
    Und das ist nun einmal der selbe Unsinn, den auch Broder und die anderen bloggenden Trottel erzählen, wenn sie vor der angeblichen Islamisierung Europas warnen.
    Fazit: Schuss ins eigene Bein

  19. Unsinn sagt:

    Ein Josef Winkler, Kolumnist der taz, hat sich ungemein darüber aufgeregt, schier gar nicht mehr eingekriegt, dass Henryk M. Broder

    auf die Frage des Tagesspiegels einfiel, ob er sich Sorgen darüber mache, dass er mit einigen seiner »islamkritischen« Thesen im »Manifest« von Anders B. Breivik zitiert wird: »Das Einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, woher ich Ersatzteile für meinen Morris Traveller aus dem Jahre 1971 bekomme. Sogar in England werden die Teile knapp.«

    Eine zynische Kanaille sei er, der Broder!
    Ja, aber was soll er denn sagen? Machte Broder sich »Sorgen«, übernähme er eine Verantwortung für geistiges Brandstiftern – erst recht bräche ein Shitstorm über ihn herein! Zudem gehört Broder zu jenen Protagonisten der öffentlichen Debatte – und diese Protagonisten findet man bis tief hinein in den linken Szenen –, die jedes Denken von sozialen Zusammenhängen als Gutmenschentum denunziert haben: Es war doch verpönt, sagen wir: für terroristische Attentate und Selbstmordanschläge, genuin soziale Ursachen anzugeben – also Ursachen, die man erklären, verstehen, bearbeiten, beseitigen kann –, stattdessen rekurrierte man auf etwas angeblich Überzeitliches, Übersinnliches, kaum Erklärbares, dunkel Totalitäres – auf die Religion, auf (auch wenn es kaum so offen ausgesprochen wurde) die kurdische, arabische, palästinensische, schiitische … Mentalität.
    Und das sollte im Falle von Breivik nun anders sein? Eine Abweichung von der Linie des Nicht-Erklären-Wollens wird man bei Broder auch in diesem Fall nicht finden, zumal – s.o. – es auf ihn selbst zurückfiele.
    Aber nein, das Widerliche an Broders Aussagen besteht nicht in ihrer Kaltschnäuzigkeit, kaltschnäuzig darf jeder sein, und dass Broder seine Positionen gerade nach Oslo mit Händen und Füßen verteidigt – wer könnte es ihm verdenken? Es besteht darin, dass man getrost davon ausgehen kann, dass das, nun, Recht, solche Aussagen vom Stapel zu lassen, allein für Broder und seine Leute gilt. Man stelle sich vor, nach einem islamistischen Terroranschlag in Deutschland würde der Fundi-Prediger Pierre Vogel, angesprochen auf seine geistige Brandstifterei, so wie Broder antworten.
    Man weiß sofort, was dann nicht nur auf der Achse des Guten los wäre!

    1. Vielleicht kann man ganz kurz folgendes festhalten: Islamkritik ist weder – notwendige – Religions- noch der Auftakt zu einer umfassenden – und dringend erwünschten – Gesellschaftskritik, sondern der Versuch, den Islam als etwas prinzipiell Unentrinnbares und Unveränderliches – und auch nur aus einer ganz bestimmten Blickrichtung zu erklärendes – zu fixieren. Den Gläubigen bliebe als einziger Ausweg nur die totale Selbstentsagung, deren Bedingungen nur von den Islamkritikern formuliert und nahezu beliebig verschoben werden können.
    2. Wenn irgendwo eine Verbrechen im islamischen Namen verübt wird, wird den Muslimen – von denen viele so »gläubig« sind, wie ich »katholisch« bin –von den Broder-Leuten selbstverständlich das abverlangt, was jetzt einige Kommentatoren von Broder erwarten: dass sie sich empörend distanzieren. Distanzieren die Muslime sich nicht, kommen die Broders an und konstruieren eine Gemeinschaft der klammheimlichen Schadenfreude, also ein Täterkollektiv.

  20. egal sagt:

    von AndyCGN:

    Herr Misk, was Sie daher fabulieren ist doch in Wirklichkeit eine Privatfehde zwischen Ihnen und Herrn Broder. So triumphiert jetzt eine klammheimliche Freude in Ihnen (sehen Sie, aus Sie erleben Ihren inneren Reichsparteitag!), weil Sie und auch diese Zeitung im Jahre 2007 die Schmach der Niederlage in einem Rechtsstreit vor dem Berliner Landgericht ertragen mussten. Meines Wissens bezeichnete Herr Broder Sie daraufhin als „Daumenlutscher“ und „sprachlosen Schwätzer, der zu allem eine Meinung aber von nix eine Ahnung hat.“ Wenn Broder jetzt also der geistige Brandstifter ist, was sind Sie dann, der sein sein Süppchen auf dem Leid der Opfer kocht?

    http://www.taz.de/Debatte-Attentate-in-Oslo/Kommentare/!c75205/

  21. egal sagt:

    Weil hier mal wieder keiner recherchiert und dieser Massenmörder als Israelfan bezeichnet wir (ohne das diejenigen, die diese Lüge verbreiten und dumm wie üblich daherschwätzen auch nur eine Ahnung haben), gern mal ein paar Zitate des Massenmörders über Juden. Ein angeblicher Israelfan sieht anders aus:

    In any case; educate yourself and learn the difference. Today’s conservatives and want to-be Nazis are ignorant when they obsess so much over the Jews. There is no Jewish problem in Western Europe (with the exception of the UK and France) as we only have 1 million in Western Europe, whereas 800 000 out of these 1 million live in France and the UK. The US on the other hand, with more than 6 million Jews (600% more than Europe) actually has a considerable Jewish problem.

    http://fallofknowledgeandreason.blogspot.com/2011/07/harrys-place-on-breivik-and-jews.html

  22. Teletubbie sagt:

    @ Sopranao

    Nein, ich habe den Namen nur dem Niveau der Vormannschen Argumentation angepasst. Obwohl Argumentation ja in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz ist. Im ersten Moment denkt man ja, der Mann übt sich als Satiriker. Aber er meint das wirklich Ernst. Breivik, ein Anhänger des Islam und Antiimperialist. Dass ist an Dümmlichkeit – andere Geistesgestörten wie Sie gleich zur Hilfe eilen. Breivik war und ist euer Bruder im Geiste – da hilft alles leugnen nichts.

    @ egal

    Lies doch mal das Manifest selbst und nicht nur winzige Auszüge, dann wirst du feststellen, dass Breivik ein durch und durch zionistischer Anhänger Israels war. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass er alle Juden lieb haben muss.

    Eure versuche einen rechten Moslemhasser und Israel-Fan zu einem Anhänger der Umma und Antiimperialisten umzulügen zeigt nur, was für erbärmliche und widerliche Revisionisten ihr seid.

  23. egal sagt:

    @Teletubbchen

    „andere Geistesgestörten wie Sie
    was für erbärmliche und widerliche Revisionisten ihr seid.“

    wenn das dein Niveau ist, sagt das über dich alles aus. Daher meine Reaktion. Mit Kotzbrocken und Psychos wie du dich hier präsentierst, gibt man sich nicht einmal online ab. Küchenpsychologen und Proleten ignoriert man einfach.

  24. ups sagt:

    „dass Breivik ein durch und durch zionistischer Anhänger Israels war.“

    die wahnvorstellung eines psychopathen.

  25. schula sagt:

    Teletubbie

    sie sagen es, israel und dessen verlogene freunde, nennen wir sie ruhig zionistische verbrecher, sind schuldig an diesem massenmord.

    http://www.youtube.com/watch?v=uwUvOjNmh_8

  26. lochaschuw sagt:

    Ich bin mal gespannt, wann man z.B. Immanuel Kant, John Stuart Mill, Adam Smith, Franz Kafka, Jesus usw. Blöd nur, die alle zitiert worden sind, eine Mitschuld geben wird, wie es hier ohne Scham getan wird. Diese Paranoia und die Instrumentalisierung der Opfer ist widerlich, aber wenig erstaunlich: eben typisch deutsch.

  27. Soprano sagt:

    @Teletubbie

    Na du musst ja wissen wie ich ticke. ;)

    Ich halte Breivik nicht für einen lupenreinen Antiimperialisten, auch wenn einzelne Textpassagen vielleicht darauf verweisen bzw. er einer Schollenmentalität anhängt, wie sie linke No-Globals und rechte Ethnopluralisten vertreten.

    In diesem Manifest finden sich, nach allem was ich mitbekommen habe, scheinbar Versatzstücke und Ideologeme verschiedener Anschauungen – wenn wir es Passage für Passage ausklamüsern wollen, kommen wir auf noch mehr Bezeichnungen als Antiimp. Ist bei solchen Typen Legion: der Attentäter der dieses Jahr auf die demokratische Abgeordnete Giffords schoß, war ein Linker mit Faible für den Führer. Greifen solche Typen zur Feder, liest es sich wirr und Geisteskrank, entsprechend ihrem Zustand.

    „Sein »Manifest«, in dem er ein Europa mit den Werten der fünfziger Jahre beschwört, inklusive der dazugehörigen traditionellen Geschlechterrollen, und eventuellen Nachahmern Tipps für erfolgreiche Attentate auf »Volksverräter« vermittelt, liest sich wie der Entwurf einer Staatsform in einem Internetspiel. Verräter, also »Kulturmarxisten«, wie Breivik alle nennt, die kein Problem mit einer multikulturellen Gesellschaft haben, werden hingerichtet, es regiert ein 20köpfiger Nationalistenrat, der alle Menschen muslimischen Glaubens wahlweise deportiert oder hinrichtet. Der selbsternannte Kreuzritter, der in seinem Manifest davon träumt, dass ihm im Europa des Jahres 2083 (die Jahreszahl spielt auf die erfolglose Belagerung Wiens durch die Türken im Jahr 1683 an) wegen seines Hasses auf Muslime Denkmäler errichtet werden, sieht sein Pamphlet selber als eine »Mischung aus Heinrich Himmler und dem Bestseller-Autoren Dan Brown«. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch bloß um die wirren Gedankengänge eines Losers, der sich in Internetforen zwar gern als erfolgreicher Geschäftsmann vorstellte, der seine erste Million bereits mit Mitte 20 gemacht habe, aber in Wirklichkeit noch bei seiner Mutter wohnte und schon chronisch klamm war, bevor er sich zu seinem »Kreuzzug« aufmachte. Leer und müde wirke er, sagte sein Anwalt vor dem ersten Haftprüfungstermin, auf den sich sein Mandant im Wissen, dass er den Amoklauf wohl überleben würde, mit Besuchen im Sonnenstudio und Fitnessübungen penibel vorbereitet hatte. Wirklich leer und müde dürfte Breivik allerdings erst dann sein, wenn er feststellen muss, dass man sein krudes Manifest als das wahrnimmt, was es ist: ein mit obskuren eigenen Gedanken versehenes Textpuzzle, das den Narzissmus seines Urhebers ebenso offenbart wie dessen Unfähigkeit, nachzudenken und die eigenen Schlussfolgerungen kritisch zu hinterfragen. Es ist weder eine Diskussionsgrundlage noch eine Blaupause für Vorwürfe an den jeweiligen politischen Gegner, sondern bloß das Manifest eines Mannes, der, wenn er die von ihm angeführten Bücher gelesen haben sollte, sie zumindest nicht verstanden hat.“

    http://jungle-world.com/artikel/2011/30/43668.html

    „Warum hatte es der Oslo-Killer eigentlich nicht auf Muslime abgesehen, wo doch seine größte Sorge dem drohenden Untergang des christlichen Abendlandes galt?“

    Breivik hat sich die sozialdemokratische Jugend vor die Flinte genommen, weil genau diese Strömung die politische Inkarnation dessen ist, was er hasst – liberal, weltoffen, multikulturell – bzw. die treibende Kraft ist, die Norwegen zu dieser Gesellschaft gemacht hat, die er zutiefst verachtet.

    So gesehen hat er auch auf die Idee, das Menschen unterschiedlicher Herkunft überhaupt zusammen leben – wie gut oder schlecht das organisiert ist, sei jetzt mal dahingestellt – geschossen.

  28. Soprano sagt:

    Dort wo man Bagage wie schula & den Teletubbie trifft, fabuliert man doch davon, das „die Tentakel des israelischen Staates gar nicht soweit von dem Blutbad entfernt sind“. ( Maria José Lera auf dem linken spanischen Portal „Rebellion“, zit. n. Jungle World 30/11) Der jüdische Kraken wirft seine Tentakel über den gesamten Globus.

  29. Unsinn sagt:

    Immerhin ist wenigstens den Machern von PI aufgefallen, dass zwischen ihrem Gefasel und dem des Attentäters gewisse Ähnlickeiten bestehen: „Was er schreibt, sind großenteils Dinge, die auch in diesem Forum stehen könnten“.

  30. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ egal

    Dass einer wie Breivik sich, gelinde gesagt, negativ über jüdische Minderheiten in Europe (einschl. Nazideutschland) äussert, weil er ein Problem mit „ethnischen“ und/oder „religiösen“ Minderheiten im Staat hat, ist eine Sache. Das bedeutet nicht, aber wirklich überhaupt nicht, dass er kein rechter „Israelfan“ sein könnte. Beinahe im Gegenteil.

    Denn erstens haben die israelischen Staatsgründer versucht, einen Staat auf Abstammungsgrundlage zu schaffen – „alle Juden auf der Welt sind miteinander verwandt und sollen hierher kommen“ (der Verfolgungshintergrund der jüngeren Vergangenheit prägte diese Vorstellung natürlich auch mit, klar, weil sie eine Schicksalsgemeinschaft herstellte, nur leitet sich daraus heute nicht das Staatsverständnis der grossen Mehrheit ab.) Wobei es auch noch eine komische Vermischung zwischen Abstammungsgemeinschaft und Glaubensgemeinschaft gibt. Wer Jude ist, kann in Israel die Staatsbürgerschaft erhalten. Das bestimmt sich nun wiederum durch Religionszugehörigkeit, die aber wiederum leitet sich bei der grossen Mehrheit der Leute aus mütterlicher Abstammung ab. Das Judentum ist keine Beitrittsreligion (wobei es offenere und geschlossenere, abgeschottetere Auffassungen gibt, je nach Auslegung und Strömung) und betreibt schon gar keine Konversion. Das ist eigentlich ein sympathischer Punkt, geht aber damit einher, dass man eine Gemeinschaftsdefinition aufrecht erhält, die die Zugehörigkeit nun mal überwiegend durch mütterliche Abstammung definiert.

    Das hat Antisemiten IMMER fasziniert. Sogar Adolf Hitler war davon fasziniert, wobei er das Judentum wie einen gefährlichen Krankheitserreger (die Metapher, das Bild ist von ihm und ist schon in sich potenziell massenmörderisch) betrachtete – aber er sagte zugleich: „Das ist wahnsinnig, wie die es schaffen, eine reine Gemeinschaft, aufrechtzu erhalten. Das müssen wir auch tun, aber gegen die Juden gerichtet.“

    Auf dieser Grundlage nun einen Staat zu schaffen, wobei bei der Staatsvolkdefinition Abstammungs- und Glaubensgemeinschaft zusammengemixt werden, ist, nun ja, hoch problematisch. Auch wenn es stimmt, dass es 1948 bei vielen daneben eine andere Vorstellung gab, nämlich die der durch Verfolgung hergestellten Schicksalsgemeinschaft. Aber heute spielt die keine Rolle mehr: Wer heute nach Israel oder erst recht in die besetzten Gebiete (als Siedler) einwandert, flieht doch nicht vor antisemitischer Verfolgung. Oder will jemand ernsthaft behaupten, ein Siedler, der neu aus den USA einwandert, hätte in seinem Leben je antisemitische Verfolgung erlebt? Quatsch.

    Hinzu kommt, zweitens, dass Israel nach 1945 auch von vielen Antisemiten, Nazis und Faschisten gelobt wurde. Vielleicht war viel Heuchelei im Spiel, denn zu den Nazis und zum Antisemitismus konnte man sich ja nicht offen bekennen: Die Massenmordbilanz stand dem entgegen. Aber viele von denen waren überzeugt, dass „unter den neuen Verhältnissen“ der Welt nach 1945 Israel eine ganz gute Sache sei. Nämlich eine „Lösung der Judenfrage“, die die Menschen auch aus Europa herausbefördert. Und gegen Kriege mit den Arabern hatte die dann auch nichts einzuwenden.

  31. Thomas von der Osten-Sacken sagt:

    „Wer Jude ist, kann in Israel die Staatsbürgerschaft erhalten. Das bestimmt sich nun wiederum durch Religionszugehörigkeit, die aber wiederum leitet sich bei der grossen Mehrheit der Leute aus mütterlicher Abstammung ab.“

    Falsch: wer als Jude laut „Nürnberger Rassegesetzen“ verfolgt werden würde hat ein Recht auf Rückkehr nach Israel, was de facto die Staatsbürgerschaft einschließt.
    The Law of Return provides sanctuary to anyone covered by the definition under the Nuremberg Laws, but does not automatically presume that the person is halakhicly Jewish for the purposes of laws governing personal status.

  32. egal sagt:

    Anhalter durch die Galaxis

    da ist einiges falsch. Erstens bestimmt nicht nur die müttlerliche Seite das jüdisch sein, sondern man kann konvertieren, das Judentum betreibt keine offene Missionierung, aber jeder kann Jude werden. Daher ist der Quatsch mit der Abstammung nicht haltbar. Und wie Thomas schrieb, gibt es das Rückkehrgesetz wo man nicht halachisch Jude sein muss und diese Menschen die israelische Staatsbürgerschaft bekommen. Daneben kann jeder, wie bei uns, unter bestimmten Voraussetzungen die israelische Staatsbürgerschaft bekommen. Darüber kann sicher jeder online kundig machen. Deswegen kann man auch Israel keine rassischen Staat machen, wie es dieser Massenmörder vielleicht fabuliert hat. Bisher habe ich keine Quelle bekommen, in der er sich als Israelfan ausgibt.
    Wenn man annnimmt, dass er es gut findet, wenn Juden in Israel leben, aber eben nicht woanders, kann man auch gleich bestreiten, dass die „Nationalen Sozialisten für Israel“ keine! Antisemiten wären.

  33. schula sagt:

    @Soprano

    schade, daß sie meinen sarkasmus nicht erkannt haben, oder warum sollte ich das video darunter stellen? ich habe diesen typen teletuppie so deutlich interpretiert wie er es hier mit anderen umgekehrt macht. solche kerle machen sich ihre welt wie sie ihnen gefällt, das war der punkt.

  34. egal sagt:

    http://www.stern.de/panorama/anfeindungen-gegen-islamkritiker-deutschlands-duemmste-debatte-1711484.html

    Seit dies bekannt geworden ist, sieht sich Broder heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Besonders aggressiv sind die Attacken auf seiner Homepage: „Sie sind schuld am Amoklauf!“ heißt es da, als habe Broder den Abzug gedrückt. Die Beschimpfungen gehen weit über den Rahmen des Erträglichen hinaus. „Zionnazi“ ist noch das harmloseste Wort. Broder lässt diese Kommentare so stehen. Das ist seine Vorstellung von Meinungsfreiheit – Zensur ist ihm verhasst.

    Haben all diese Menschen ein Klima des Hasses verbreitet? Den Vorwurf weisen die Autoren vehement zurück. Broder selbst hat dies bereits Anfang der Woche in der „Welt“ getan. Im stern.de-lnterview hat er seine Position noch einmal bekräftigt: „Keiner der Leute, die jetzt über mich herfallen, macht sich die Mühe, auch nur einen einzigen Beleg dafür anzuführen, dass ich irgendwas gesagt habe, das inhaltlich mit dem Blogger übereinstimmt.“ Von der Kritik lässt er sich nicht unterkriegen: Solange es Meinungsfreiheit gebe, „mache ich, was ich will“.

    Dass die permanenten Vorwürfe aber an den Nerven zehren, wird in einer Äußerung von Necla Kelek deutlich: „Was zur Zeit an Verbindungen konstruiert, an persönlichen Beleidigungen, üblen Nachreden, Drohungen gegen islamkritische Stimmen durch die Medien geistert, erfüllt zum Teil strafrechtliche Tatbestände“, sagt sie im „Welt“-Interview.

    So hat sich in Deutschland eine sehr traurige Debatte entzündet: Während linke Autoren Islamkritikern einen Maulkorb erteilen wollen, holen Unionspolitiker alte Forderungen nach Vorratsdatenspeicherung und einer stärkeren Überwachung des Internet hervor. Beide Seiten arbeiten also an einer Verengung des politischen Diskurses. Dass es auch anders geht, zeigt Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg: Sein Land werde eine „noch offenere und tolerantere Demokratie“ sein als vorher. An der Meinungsfreiheit werde nichts geändert, auch extreme Positionen wie die von Breivik müsse man aushalten.

    Alle werden in einen Topf geworfen

    Diese Unterscheidung ist dieser Tage oftmals verloren gegangen: Publizisten wie Broder oder Kelek werden in einen Topf geworfen mit Islamhetzern und Moscheebaugegnern wie sie sich politisch in der Bürgerbewegung „PRO Deutschland“ oder der Partei „Die Freiheit“ versammeln.

  35. Soprano sagt:

    @schula

    Das Video habe ich mir erst gar nicht angeschaut, weil ich mit Schrott gerechnet habe, mein Fehler. Sorry wenn ich dich beleidigt hab‘.

  36. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ egal, von der Osten-Sacken

    OK, das „Rückkehrgesetz“ ist demnach besser als ich dachte. Nach dem Nazi-Massenmord war daran vom Prinzip her nichts auszusetzen.

    Allerdings, es erlaubt dennoch heute z Beispiel Fanatikern aus den USA, nach Israel einzuwandern und dann als Siedler in die besetzen Gebiete zu gehen. Es kann wohl niemand behaupten, deren Einwanderung habe etwas mit Verfolgung oder mit den Nürnberger Gesetzen zu tun.

  37. Soprano sagt:

    Herr Broder, seit bekannt wurde, dass der Attentäter von Oslo in seinem wirren Manifest auch Sie zitiert hat, werden Sie in vielen Medien attackiert und als „geistiger Brandstifter“ bezeichnet. In einem stern.de-Artikel heißt es, Sie wiesen „jede, wie auch immer geartete Mitschuld an den Anschlägen in Norwegen von sich“. Darüber haben Sie sich sehr aufgeregt. Weshalb?
    Die Frage lässt schon tief blicken. Ist der stern ein Tribunal? Braucht man kein Volksgericht mehr, wenn man den stern hat? Was heißt: „Er weist jede Mitschuld von sich“? Haben Sie auch schon mal einen militanten deutschen Antizionisten wie Norman Paech gefragt, ob er die Verantwortung übernimmt für die Massaker in Palästina?

    Sie stört, dass Sie in Zusammenhang gebracht werden mit den Anschlägen von Norwegen?
    Nein. Mich stört, dass ich zum Stichwortgeber und Urheber erklärt werde. In Zusammenhang kann man alles bringen.

    Sie scheuen kaum eine öffentliche Auseinandersetzung und sind es gewohnt, kritisiert zu werden. Haben die Anfeindungen gegen Sie in den letzten Tagen eine neue Dimension erreicht?
    Punktuell kenne ich das schon. In dieser Heftigkeit ist das neu. Es gibt einige Leute, die alte Rechnungen mit mir begleichen. Das ist legitim, meinetwegen. Die zweite Gruppe braucht in ihrer Not und Verzweiflung einen Hauptgegner. Und der sitzt nicht in Oslo im Gefängnis, sondern lebt in Deutschland. Das ist etwas, was in dieser Gesellschaft öfter vorkommt: Dass man einen komplexen Zusammenhang reduzieren muss. Man braucht einen Sündenbock. Nachdem ich zu einem Stamm gehörte, der das Christentum, den Marxismus und die Psychoanalyse erfunden hat, bin ich gerne bereit, auch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ein paar Namen kommen dagegen gar nicht vor: Ich habe mit meinen Freunden Leon de Winter und Hamed Abdel-Samad vor kurzem gesprochen, die beiden sind beleidigt, weil sie in dem ganzen Komplex nicht angemessen erwähnt werden. Warum sich alle auf mich kaprizieren, weiß ich auch nicht.

    Sie sind immerhin der neben Thilo Sarrazin prominenteste Islam-Kritiker Deutschlands.
    Ich habe in der Islam-Debatte ziemlich vorne mitgewirkt, bislang gab es keine Möglichkeit, mir was anzuhängen. Jetzt zitiert dieser irre Attentäter den norwegischen Blogger Fjordman, der seinerseits mich zitiert. Keiner der Leute, die jetzt über mich herfallen, macht sich die Mühe, auch nur einen einzigen Beleg dafür anzuführen, dass ich irgendwas gesagt habe, das inhaltlich mit dem Blogger übereinstimmt. Ich habe nichts gegen Moscheen und ich habe nichts gegen gleiche Rechte für Immigranten. Ich hätte in der Schweiz auch gegen das Minarett-Verbot gestimmt. Dass sich jetzt alle an mir austoben, sind irgendwelche kollektiven Psychosen. Ein Teil der Öffentlichkeit ist einfach ausgerastet. Da hat jede Ratio ausgesetzt.

    Es gibt aber auch eine rationale Komponente: Viele sehen den anti-islamischen Diskurs in Deutschland generell diskreditiert.
    Dass Leute, die Islamkritik üben, mitschuldig an dem Attentat sein sollen, ist so, als würde ich dem stern vorwerfen, er sei mitschuldig an Anschlägen der Palästinenser, nur weil er gelegentlich freundlich über palästinensische Widerstandskämpfer berichtet. Das ist genau die gleiche Analogie.

    Sie hauen allerdings seit Jahren in die immer gleiche Kerbe: Haben Sie damit nicht zu einer Hysterisierung der – ohne Zweifel existierenden – Probleme des Islam beigetragen?
    Wenn die Gegenseite aufhört, Karikaturen zu verfolgen und Ehrenmorde zu begehen, dann werden die Islamkritiker aufhören, den Islam zu kritisieren. Natürlich ist das immer die gleiche Kerbe.

    Ihr früherer Mitstreiter Alan Posener schreibt: „Ideen haben Konsequenzen. Worte haben Folgen. Wer diesen Zusammenhang nicht sehen will, gilt heute nicht einmal in linken Kreisen als wirklich ernst zu nehmen.“ Was folgt für Sie aus dem Satz?
    Natürlich haben Worte Konsequenzen. Das weiß man aber immer erst retrospektiv, ob sie Konsequenzen hatten. Die meisten Worte bleiben folgenlos. Soll man deshalb gar nichts sagen – damit man auf keinen Fall missverstanden wird? Die Worte vom Vorsitzenden Gerhard Schröder hatten keine Folgen, die vom Vorsitzenden Mao Tse-tung hatten Folgen. Aber das weiß man leider erst hinterher. Alan Posener hat ein Buch über den Papst geschrieben und ihn darin als gefährlich bezeichnet. Wenn man will, könnte man das auch als Aufforderung verstehen, den Papst tätlich anzugreifen.

    Inzwischen wird in einigen Zeitungen zur Mäßigung in dieser überhitzten Debatte aufgerufen: Ihre Kritiker sollen aufhören, Ihnen die Schuld für die Anschläge in die Schuhe zu schieben, dafür sollten Sie und andere Islamkritiker den Ton etwas mäßigen.
    Ich hätte auch einen Vorschlag zu machen: Wir machen eine Reichsschriftkammer auf, und die wird die Grundpfeiler der Debatte abstecken, was man machen darf und was nicht. Solange das nicht geschehen ist, mache ich, was ich will.

    Wenn Sie demnächst wieder einen Text über das Thema Islamisierung in Europa schreiben: Werden Sie eine Schere im Kopf haben, einen kleinen Zensor, der zu mehr Vorsicht bei der Wortwahl mahnt?
    Das ist eine gute Frage. Ich hoffe nicht.

    Bislang haben Sie in Auseinandersetzungen ausgeteilt und eingesteckt. Wir hatten nie den Eindruck, dass Sie das persönlich nehmen. Hat sich das jetzt geändert?
    Nein, wird es auch nicht. Ich schlafe gut, habe weiter gesunden Appetit. Sogar mein Ischiasschmerz hat nachgelassen. Das muss mit dem Adrenalin zu tun haben. Im Übrigen bin ich kein Islamkritiker, sondern ein Kritiker der europäischen Appeasement-Politik gegenüber dem Islam.

    http://www.stern.de/panorama/broder-und-das-breivik-manifest-man-braucht-einen-suendenbock-1710964.html

  38. Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev sagt:

    […] er hat es ihnen auch zu leicht gemacht mit seinen Anklägen an christliche Theologie.) – Der Mörder sagt von sich, er ist ein Antiimperialist und will die Muslime ihr Kalifat haben lassen – nur eben nicht in […]

  39. Anonymous sagt:

    […] […]

  40. Anonymous sagt:

    […] Behring Breiviks Stichwortgeber und Vordenker kommen aus der Mitte der Gesellschaft | Terrorismus WADIblog Blogarchiv Antiimperialisten untereinander Anders Behring Breiviks Stichwortgeber und Vordenker kommen aus der Mitte der Gesellschaft Von […]

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