Zieht Lehren aus antisemitischen Attacken! Baut mehr Moscheen!

14. September 2007, von Thomas von der Osten-Sacken

Ein 22 jähriger Mann ist seit heute geständig, das Messerattentat auf Rabbiner Zalman Gurevitch begangen zu haben. Seine Erklärungen klingen, sagen wir, etwas seltsam. Aber gut, es ist sein Recht auszusagen, was immer er für richtig uns zu seinem Besten hält.

Die Frankfurter Rundschau, immer sehr um das multikulturelle Image Frankfurts bedacht, hat sich jedenfalls löblicherweise bei Mitgliedern der jüdischen Gemeinde umgehört und darüber auch berichtet:

Fast jeder der Befragten hat es mit alltäglichem Antisemitismus in Frankfurt zu tun und kann von Anwürfen und Diffarmierungen berichten. Jemand wird mit den lakonischen Worten zitiert: “Wenn ich bei jedem ,Scheiß-Jude’ reagieren würde, wäre ich konstant in Aufregung.”

So sieht es in Frankfurt aus. Kein Grund allerdings für den Leitartikelschreiber der FR die Ruhe zu verlieren. Statt über grassierenden Antisemitimsus salbadert er lieber über Moscheenbau:

Nun kommt es darauf an, wie sich diese Stadt selbst die Geschichte einer entsetzlichen Bluttat erzählt. Vielleicht sagen dann viele, dass es allein ein Zufall gewesen sei, eben etwas, was nunmal in Großstädten jederzeit passieren könne, vor dem es niemals wirklich Sicherheit gebe. Vielleicht kommen andere aber auch zu dem Schluss, dass sich diese Stadtgesellschaft in diesem Augenblick ohnehin in einer schwierigen Phase befindet, weil man die Wucht der allmählich einsetzenden Debatte um einen weiteren Moscheebau völlig unterschätzt. Und weil die Stadtregierung in unermesslicher Unentschiedenheit hofft, in diesem auch anti-muslimisch motivierten Konflikt allenfalls als Mediator auftreten zu müssen, aus der grundsätzlichen Auseinandersetzung sich aber heraushalten zu können. (…)

Vielleicht erwähnt man dann, dass Orientierungslosigkeit in dem Fall wirklich eine Rolle spielt.

Ein Rabbiner wäre in Frankfurt beinahe auf offener Straße ermordet worden und das SPD eigene Aushängeschild der Frankfurter Linksbeliebigkeit redet ein bisschen über Islamophobie und Moscheenbau, weil zwischen Widerstand gegen Großmoscheen und antisemitischen Mordversuchen ja eigentlich auch kein Unterschied besteht.

Ziehen wir also mit der FR den naheliegenden Schluss, ganz im Sinne des Durban-Antirassismus: Baut mehr Moscheen, um zu zeigen, dass wir keineswegs rassitisch sind und deshalb orientierungslose Jugendliche sich nicht mehr genötigt sehen, auf offener Straße Juden abzustechen!

4 Antworten zu “Zieht Lehren aus antisemitischen Attacken! Baut mehr Moscheen!”

  1. Feuervogel sagt:

    Vielleicht ist die NPD ja auch bloß so antisemitisch, weil man sie nicht genügend Tagungszentren bauen läßt?

    Was bspw. Frau Ahadi dazu meint:

    IP: Frau Ahadi, welchen Einfluss üben die Moscheen auf die Gläubigen aus?

    Ahadi: Wenn in einer Straße eine Moschee gebaut wird, fangen einige Männer nach drei oder vier Monaten an, sich dafür zu interessieren und regelmäßig hinzugehen. Dann beginnt sich in der Familie etwas zu ändern. Die Moschee hat eine ganz klare Wirkung. Sie vermittelt ein patriarchales System: antiwest, antifrau, antisäkular. Die Frauen werden unter Druck gesetzt, die Männer radikalisiert. Die Moschee ist nicht nur ein Gebetshaus, sondern sie setzt eine Ideologie durch. Und das in Deutschland – ein Skandal!

  2. Evelin Gasch sagt:

    Ja, es ist schlimm, nicht deutlich zu unterscheiden! Ungleich schwerer als der Widerstand gegen Grossmoscheen wiegt das Abstechenwollen eines Juden in einem Land mit systematisch judenfeindlicher Tradition. Sie in Deutschland wieder aufleben zu sehen – wenngleich hier von wiederum ‘fremder’ Hand verübt – darf nicht in einen Topf mit Fremdenfeindlichkeit geworfen oder gar mit Orientierungslosigkeit entschuldigt werden. Leider, leider gibt es aber doch einen gemeinsamen Nenner: Die im Menschen scheinbar unbezähmbare Abwehr alles Fremden, das die eigene Identität samt Lebensraum bedrohen könnte. Und weil das so ist, müssen die unterschiedlichen Ausdrucksformen dieser noch immer nicht überwundenen und verheerenden genetischen Anlage klar und scharf unterschieden werden. Alles andere ist wiederum ein Verbrechen – hier begangen von der FR und angezeigt von Ihnen. – Vielen Dank dafür!

  3. dissi sagt:

    auch die “anti-nazi-koordination frankfurt”, angeführt vom pfarrer und luther-fan stoodt schreibt: “hausen braucht diese moschee!”
    http://antinazi.wordpress.com/2007/09/19/hausen-braucht-diese-moschee/

  4. dissidenz.olifani.de » “kein islamist”! sagt:

    […] edit: siehe auch “baut mehr moscheen!” (t. v.d. oster-sacken) antisemitismus, frankfurt, islam, islamismus […]

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