Geglückte Assimilation

12. September 2007, von Thomas von der Osten-Sacken

Wer nach Israel reist, sollte sich vorher darüber informieren, dass einen auf der Rückreise oft sehr intensive Durchsuchungen und Befragungen erwarten. Jeder, der schon einmal in Israel war, kennt das, es ist selbst im Economist nachzulesen.

Ein Aktivist des Flüchtlingsforums “The Voice” hat dies offenbar nicht getan und wurde im Ben Gurion Flughafen behandelt, wie viele andere Touristen auch: er wurde gefilzt, befragt und sein Gepäck einer minutiösen Untersuchung unterzogen. Statt wie Tausende auch diese oft unangenehme Prozedur über sich ergehen zu lassen, wissend, dass El Al, die israelische Fluglinie, eines der Hauptziele islamistischer und arabischer Terroristen ist, schreit The Voice nun: “Faschismus und Rassismus” und nutzt den Vorgang zu einem immensen Bruhaha gegen Israel aus.

Filzen am Flughafen wird umgehend zu einem Vergleich mit Auschwitz, aus dem, so die Antirassisten, die Israelis nicht gelernt haben, afrikanische Aktivisten aus Deutschland ordentlich zu behandeln:

Wir, das The Voice Flüchtlings Forum verurteilen auf schärfste die rassistische und faschistische Behandlung unseres Mitglieds und führenden Aktivisten. Die schreckliches Behandlung die Herrn Yufanyi widerfuhr und die Erfahrung die er uns über die Fehlbehandlung und Abschiednung anderer AfrikanerInnen und Migranten in Israel/Palästina berichtete, sind inakzeptabel. Israel, ein Land, das aus den Folgen von Rassismus durch die europäische Verfolgung der Juden und Jüdinnen am meisten gelernt haben müsste tut nichts als dies an anderen zu wiederholen.

Hatte man früher alle Sympathie der Welt mit “The Voice”, so hat sich dies nun nachhaltig geändert. Denn den Dreck, Ausschwitz und der Holocaust seien eigentlich eine gigantische Volkshochschule gewesen, damit die Juden Benimm lernen, kennt man aus Deutschland zur Genüge. Dafür braucht es keine “Refugee Forums”, denen offenbar jede Empathie mit Opfern des Antisemitismus fehlt.

Und nicht genug, aus dem Ereignis am Flughafen leitet The Voice nun auch noch die typischen Forderungen an die israelische Regierung ab:

Wir fordern die Abschaffung der israelischen Apartheid gegen die PalästinenserInnen und ein Ende der Besatzung Palästina durch Israel.

Sage noch einer Assimilation in Deutschland würde nicht funktionieren: keine paar Jahre hier und die “Aktivistinnen aus Afrika” reden so, wie wir’s bislang nur von Ströbele und Co kannten. Und ansonsten sollten, statt widerliche Presserklärungen zu schreiben, die Voice Leute mal ein Buch lesen, was Apartheid war, und warum in Israel keine Apartheid herrscht. Oder sich diese Information beim garantiert antirassistischen Generalsekretär der indischen Imam-Vereinigung einholen.

3 Antworten zu “Geglückte Assimilation”

  1. Torsten Munkel sagt:

    “Israel, ein Land, das aus den Folgen von Rassismus durch die europäische Verfolgung der Juden und Jüdinnen am meisten gelernt haben müsste tut nichts als dies an anderen zu wiederholen.”

    Müssen die Juden, jetzt wo sie ja offensichtlich nichts gelernt haben, also das Klassenziel verfehlt haben, das Schuljahr wiederholen, sprich wieder ins Lager einrücken, oder reicht hier vielleicht doch noch das tägliche Nachsitzen unter dem permanenten Terror von Hamas und Co.?

  2. GÖ: Antirassistisch gegen Israel // Heuschreck sagt:

    […] Und da rassistische Diskriminierung offensichtlich keine Ausnahme, sondern in der Konstitution des Judenstaats begründet ist, fordern die Göttinger Antiras mutig wie Möllemann “die Abschaffung der israelischen Apartheid gegen die PalästinenserInnen und ein Ende der Besatzung Palästina durch Israel”. via [1], [2], [3] […]

  3. rumo matero sagt:

    Israel sollte gelernt haben,…. Wenn die Herren/Damen Munkel und Co. viel-
    leicht selbst lernen würden, das könnte ein Freude sein.
    Mir wird regelrecht übel beim Lesen, die Heuschrecken scheinen im Kopf zu
    sitzen. Es riecht zu sehr nach, wenn ISRAEL nicht existierte, ja dann…..
    Und dann, was käme danach. Danach käme die Errettung der Welt durch die
    Antirassisten und Co.
    Damit ich verstanden werde, ich bin die Tochter des ehemaligen überleben-
    den Häftling A 103926 von Auschwitz und Mauthausen, der seit über 15 Jahren
    tot ist. So braucht er diesen Gutmenschen niemals begegnen.

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