Mullah Schütt
08. September 2007, von Thomas von der Osten-SackenDer deutsche Denker und Dichter Peter Schütt ist seinen Weg gegangen: von der DKP zu Allah. In der “Welt” erklärt er der Welt, warum beides eigentlich identisch oder doch fast identisch ist, d.h., nur von einem Hammer getrennt.
Als Mitglied der DKP und ihres Parteivorstandes unterlag ich dem Irrtum, Sozialismus und Islam gehörten zusammen wie die zwei Seiten einer Medaille: der Sozialismus zeige den Weg zur Gerechtigkeit auf Erden, der Islam zur göttlichen Gerechtigkeit. Ich war Gast des Mufti von Taschkent, des höchsten Repräsentanten des Islam in der Sowjetunion, lauschte ergriffen seinen hehren Bekundungen zur muslimischen Ethik und wollte nicht wahrhaben, dass er sein Amt im Auftrage des KGB ausführte.
Ich beschrieb in meinem Buch „Ab nach Sibirien“, wie prächtig sich Islam und Kommunismus im sowjetisch beherrschten Mittelasien ergänzten, und traf schließlich bei einer Mittelostkonferenz im Hamburger Orient-Institut zum ersten Mal Annemarie Schimmel. „Dschimmileh“ war zunächst entsetzt über meine kommunistischen Tiraden. Als sie aber meinen Bericht über Samarkand hörte, war sie halbwegs versöhnt. Sie betrachtete lange den Umschlag meines Buches, auf dem Hammer und Sichel prangten, und sagte dann zu mir: „Lassen Sie doch bitte den Hammer weg. Dann bleibt die Sichel übrig, sie wird zur Mondsichel und zeigt Ihnen den Weg zum Islam.“ Diesen Ratschlag habe ich beherzigt, und fortan habe ich bei ihr immer wieder Rat geholt. Ihre Islambücher wurden für mich zu Wegweisern.
Wunderbar, wie die Annemarie Schimmel dem deutschen Kommunisten den Weg zum Islam bereitet hat. Ussama bin Ladens Kritik am Kapitalismus und der Globalisierung und sein Vorschlag, alle mögen doch zum Islam konverieren, dann gäbe es endlich Gerechtigkeit auf der Welt, wurde sozusagen antizipierend vom Schütt vor Jahrzehnten schon erhört.
08. September 2007 um 22:13
Wieso ist Anne-Marie Schimmel eine alte Nazisse ?
Bezieht sich das auf ihre Arbeit während des dritten Reiches oder ist das mehr übertragen gemeint?
Im Übrigen erinnern mich die Missionisierungsversuche von ihr an das Denken eines gewissen Michel “Mohammed” Aflaq.
09. September 2007 um 13:48
Schade dass ich das nicht vor ein paar Wochen wusste.
Naja, nur ein weiterer Beleg für meine Magisterarbeit …
11. März 2008 um 18:24
[...] Den Neocons jetzt auch noch Marx in die Schuhe schieben zu wollen verursacht zwar einige Bauchschmerzen, aber der Essay ist trotzdem lesenswert. Bei den europäischen Bürokraten würde ich ihm dafür umso heftiger zustimmen. Apropos Marx: Ein ehemaliger Marxist, der aus Marxscher Sicht als schwerstabhängiger Opium-Junkie bezeichnet werden müsste, macht sich in der WELT Gedanken über Mohammed und den Humor. Die Rede ist von Peter Schütt, der vom Parteigänger der DKP zum Islam konvertierte und hier schon den Spitznamen Mullah Schütt verpasst bekommen hat. Der Artikel Mohammed lachte oft und gern hat mich angesichts des Spitznamens überrascht, da Schütt a) fordert, “dass Muslime sich dafür einsetzen sollten, dass die letzten Reste des Gotteslästerungsparagrafen aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden” und b) auch keinen Mantel des Schweigens über den Judenhass in der islamischen Community ausbreitet. Heute jedoch scheint den Muslimen das Lachen vergangen zu sein. Die satirische Tradition der islamischen Kultur ist offenbar gänzlich versiegt. Überall treten die Hüter der islamischen Korrektheit auf den Plan, um jeden Spaß und Spott schon im Ansatz zu ersticken - vor allem dann, wenn er von außerhalb kommt. Dennoch sind auch Muslime lernfähig. Ausgerechnet im erzkatholischen Paderborn wurde kürzlich ein türkischer Muslim zum Schützenkönig gewählt. Vielleicht schafft es demnächst auch ein Muslim bis zum Kölner Karnevalsprinzen. [...]