Woran es wohl liegen mag?

10. Februar 2011, von Hans Branscheidt

Im Gespräch: Weltbank-Präsident Robert Zoellick

Herr Zoellick, war die jahrzehntelange Hilfe für autoritär regierte Länder wie Ägypten richtig?

Diese Länder hatten Fortschritte gemacht: Geringere Kindersterblichkeit, bessere Gesundheit der Mütter, auch die Armut ist gesunken. Aber die jungen Leute, ob ausgebildet oder nicht, haben keine Arbeit gefunden.

Ein schlagendes Beispiel ist Südkorea. Es hat halb so viele Einwohner wie Ägypten, exportiert aber an einem Tag so viele Industriegüter wie Ägypten in einem ganzen Jahr. Die Wirtschaft hat also kaum Fortschritte gemacht.

Deutlich also einmal gesagt: es geht nicht um Kredite, Entwicklungshilfe und deren NGO’s, um alle möglichen bilateralen Fördermaßnahmen, es geht nicht um Geldtransfers, weil zur Zeit – und seit langem bereits – gigantische Geldquantitäten transferiert werden, die sämtlich wirkungslos bleiben, da sie vor Ort mit keinem einzigen produktiven Impuls korrelieren. Da sie sozusagen freiflottieren, m ü s s e n sie geradezu konsequenzlogisch in die Korruption münden.

Die EU hat in den letzten 10 Jahren einen Milliardenbetrag in den Gaza Streifen transferiert, den größten Teil weit vor dessen Abriegelung, der spurlos wie wirkungslos versickerte. Nicht an Geld fehlt es in Gaza et.al., sondern die Frage ist: Was soll, was kann eigentlich Gaza, Syrien, Ägypten, der Iraq oder Kurdistan produzieren? Bei dem Großteil der failed states des Nahen Ostens handelt es sich um Rentierformationen: man verkauft Öl oder bezieht Tantiemen aus den Suez-Passagen oder generiert Geld aus dem Tourismus oder dem Schmuggel, und eine Elite erkauft sich mit dessen Erlös die Gunst der Bevölkerung – so lange dies eben möglich ist.

Produktiv ist das alles nicht ! Eine Wertschöpfung findet hier nicht statt!

Während zugleich die Soziologie dieser Länder eine anwachsende youth bulge verzeichnet: den demographischen Überhang junger arbeitsloser und unausgebildeter Männer.

Ihnen Bildung zu verschaffen hat solang geringen Sinn, wie keine Arbeit da ist. Arbeit ist nicht da, weil diese Gesellschaften samt ihren Eliten zwar unentwegt Forderungen stellen und ausgesprochen ressentimentgeladen agieren, sich aber selten die Frage stellen, wie denn ihre Realproduktion aussehen sollte und könnte.

Der vorwurfsvolle Blick nach Westen mag angebracht sein, aufschlußreicher wäre vielleicht aber der nach Osten: nach Südkorea, China, Japan oder in weite Sektoren Indiens.

Hier, in diesen Territorien, hat man es bei teilweise weit schlechteren und auch aus nachkoloniale Bedingungen geschafft, mit eigener Kraft eine ökonomische Potenz zu schaffen, die dauerhaft ist und stetig weitere wie klarere Perspektive gewinnt.

Deutlicher noch ein Hinweis: nur in jenem nachkolonial von Indien abgetrennten Pakistan hat nicht nur keine Entwicklung stattgefunden, sondern entwickeln sich die Dinge nachhaltig in die ausgesprochene Vormoderne.

Woran das wohl liegen mag?

7 Antworten zu “Woran es wohl liegen mag?”

  1. anhalter durch die galaxis sagt:

    Astrein rassistischer Dreck. Von internationaler Arbeitsteilung und Kritik daran natürlich keine Spur. Und: Ist jetzt kapitalistische ‘Produktivität’ (= solche bei der eifrigen Zerstörung unseres Planeten) das Mass aller Dinge? Die konkrete Utopie ist der konfuzianische Kapitalismus?

  2. Jurek Molnar sagt:

    @anhalter durch die galaxis

    Der Vorwurf des Rassismus kommt schnell, vor allem wenn man über unbequeme Tatsachen nachdenken muss. Was internationale Arbeitsteilung damit zu tun hat, dass sich Volkswirtschaften in Asien gut entwickeln, im Maghreb aber nicht, steht natürlich nicht da, weil es ist wie alles, was den Vorwurf des Rassismus gleich im ersten Satz mitführt: Eine Floskel mit der man einen Gedanken vortäuscht, den man nicht hat.
    Das Unsympathische an den Linken heutzutage ist, dass von “Kritik” reden, wo sie nur noch ein Ressentiment haben. Das Kapitalistische soll kritisiert werden, aber in Wirklichkeit geht es darum sich das Feindbild “US Imperialismus” warm zu halten, und wenn sie von “Rassismus” reden haben sie den “Apartheid Israel” auf dem Speiseplan.
    Links sein heutzutage heißt vor allem zu den politischen und ideologischen Verlierern zu gehören. Man kann nicht mehr für etwas sein, sondern nur noch seine “Anti”-Ressentiments pflegen. Ich finde das erbärmlich.

  3. anhalter durch die galaxis sagt:

    Was das mit der internationalen ARbeitsteilung zu tun hat? Na, zum Beispiel damit, wo sich europäische Firmen ansiedeln, um ihre Produktion auszulagern.

    Der Autor meint, das habe entweder was mit der bösen arabischen Mentalität oder mit dem noch böseren Islam zu tun. Nur, die “unproduktive” Stellung im Weltwirtschafts-System hat ägpyten (das so “unproduktiv” gar nicht ist, vielmehr hat das Land zum Beispiel eine riesige Textilindustrie, aber auf relativ geringem Produktivitätsniveau) mit Ländern gemeinsam, die weder arabisch noch muslimisch sind. Und wo viel gearbeitet wird, aber trotzdem nix bei den Leuten rüberkommt. Nigeria oder Kamerun zum Beispiel.

  4. Unfug sagt:

    Ihr “anti”deutsches Rassistengesocks werdets schon noch merken…

  5. Rassistischer Alter Sack sagt:

    Tja, Mubarak ist wohl weg. Aber seine Freunde in einem gewissen Siedlerstaat sowie bei gewissen rassistischen Netzseiten sind noch da.

  6. egal sagt:

    “Rassistischer Alter Sack ”

    Hier stimmt einmal der Nick.

  7. mens warehouse cleaners sagt:

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