Bewahren vor dem Untergang?
27. August 2010, von Thomas von der Osten-SackenWenn ich lese, wie der Sarrazin Deutschland vor dem Untergang zu retten plant, nämlich unter anderem so: Das Kindergeld für alle wird gestrichen und durch eine akademische Fortpflanzungsprämie ersetzt: Frauen mit Hochschulabschluss bekommen für jedes Kind, das sie vor Abschluss des dreißigsten Lebensjahres zur Welt bringen, die schöne Summe von 50 000 Euro – dann steht es doch schlimm um’s Land, denn bei dem Niveau hiesiger akademischer Debatten, und damit wohl auch hiesiger Akademikerinnen und Akademiker, fällt es doch schwer zu glauben, dass solcherart die BRD vor dem ihr prognostizierten Ende zu bewahren sei.
Aus solchen Aussagen spricht nicht einmal mehr instrumentelle Vernunft in einer verwalteten Welt, sondern nur noch der Dünkel einer Klasse, die längst keine mehr ist und deren hermetische Lieb- und Freudlosigkeit in Zeiten, als sie noch eine war, den Stoff für gute Literatur abgab. Die geschrieben wurde, um Zustände ein für alle Mal überwinden zu helfen, in denen man ernsthaft Geburtsprämien verhandelt.
Im Ressentiment gegen die Unterklasse, die heute ebenso überflüssig ist, wie die sich ach so produktiv gerierenden neuen Eliten, deren Zeitmanagement ihnen zwischen Meeting, Evaluation und Corporate Event alles ist, bricht sich vor allem der Neid Bahn, dass es Leute noch geben könnte, die wenn auch nur bedingt freiwillig und ebenso freudlos wie die, die den Tag über ach so busy sind, sich noch der Muße und dem Nichstun hingeben könnten.
Nirgends zeigt sich die Sinnlosigkeit des Betriebes nämlich so deutlich, wie gerade in den akademischen Zirkeln, wo man in Excellence Clustern und diversen anderen Studies sich täglich gegenseitig zu überzeugen hat, dass die nicht abbrechende Produkten von unlesbaren Texten und Konferenzbeiträgen zu irgend etwas gut sein sollte, außer am Ende des Monats die staatliche Alimentation einzustreichen. Je mehr diese Akademiker ahnen, wie durch und durch überflüssig sie geworden sind, je umtriebiger werden sie und umso wichtiger ist es ihnen, sich als neue Elite zu gerieren.
Und gerade diese neuen Eliten sind es, die ständig erklären, wie schön und nett doch der Islam sei und wie verwerflich und falsch ein Festhalten an dem, was einst Aufklärung hieß und Emanzipation versprach.
Es sind diese Leute, die auch begeistert nicken, wenn von vererblicher Intelligenz die Rede ist und Erfolg mit deutscher Hochschulbildung in Zusammenhang gebracht wird. Denn ihnen war die Idee, der Tellerwäscher könne Millionär werden, die Ideologie des angelsächsischen Kapitalismus also, der, anders als die deutsche Marktwirtschaft, immerhin mal einer war, schon immer höchst suspekt. Diesen deutschen Eliten nämlich, die sich gerne selbst als Leistungsträger bezeichnen und nun von Sarrazin per Prämie zur Reproduktion gereizt werden sollen, ist der Kapitalismus von Jahr zu Jahr suspekter.
Diese Abneigung teilen sie über alle vermeintlichen Bildungsrenzen hinweg mit jenen Menschen migrantischen Hintergrundes, die im Islam, dem großen zeitgemäßen antikapitalistischen Gegenentwurf, ihr Heil suchen. Und auch wenn sie’s nicht gerne hören: ihr auf Arbeit, Familie und Elitebildung ausgerichtetes Weltbild, ebenso wie ihr Haß auf die Freiheit, die die USA noch immer versprechen, ähnelt dem des mittelständischen türkischen AKP-Anhängers weit mehr, als ihnen lieb sein dürfte.
27. August 2010 um 14:44
Danke. Dieser Einspruch war mal wieder nötig.
27. August 2010 um 14:52
Genau deshalb schlagen die doch so heftig auf den Islam ein: Damit niemand die inhaltlich Nähe so schnell mitbekommt.
27. August 2010 um 15:35
[...] bringen Bildung, Abitur und Studium, Kolloquien, Pünktlichkeit, Strebsamkeit, Eloquenz und Schlagfertigkeit, FraktionsArbeit und [...]
27. August 2010 um 22:38
Hallo Herr Osten-Sacken,
ihr Kommentar trifft einen wichtigen Punkt. Allerdings finde ich, dass eine Kritik Sarazzins sich nicht in dier Analyse erschöpfen sollte, denn gerade auch sein ekelhafter Rassismus und die Tatsache, dass er wohl ein Experte für Genetik ist sollte im Mittelpunkt der Kritik stehen.
27. August 2010 um 23:13
Es sind diese Leute, die auch begeistert nicken, wenn von vererblicher Intelligenz….
es ist doch bekannt das verwandten heirat den kindern nicht gut bekommt und in bestimmten ländern ist das halt so!
hört sich zwar nazi mäßig an-ist aber tatsache.
http://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn_der_Cousin_mit_der_Cousine_schlaeft.html
Die WELT Online, 31.8.09
Gesundheit – Einwandererkinder sind anders krank
Kinder von Einwanderern haben achtmal so häufig Tuberkulose wie deutsche Kleinkinder. Bestimmte Mehle, aber auch die Totalverschleierung führen zu einem Vitamin-D-Mangel. Der Ramadan fördert die Fettleibigkeit. Sitzen die Eltern mit den Sprösslingen beim Arzt, fragen sie schnell „Kann man das operieren?”
Einwandererkinder haben nach Aussage des Frankfurter Medizinprofessors Hansjosef Böhles aus kulturellen Gründen besondere Gesundheitsprobleme. So gebe es bei Kindern aus der Türkei, Marokko, dem Nahen und Fernen Osten angeborene Stoffwechselerkrankungen, die zu Krampfanfällen oder einer zurückgebliebenen geistigen Entwicklung führten, sagte der Direktor am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Ursache seien die in diesen Regionen häufig praktizierten Verwandtenehen.
28. August 2010 um 12:59
Ist doch eigentlich eine seltsame These, dass die Menschen, die sich weniger fortpflanzen, abgeblich intelligenter sind als die , die eine höhere Fortpflanzungsrate haben. Das widerspricht doch der Evolution selbst, deren Effektivitätsmaßstab ja stets nur im gelungenen Überleben, also der Fortpflanzung liegt.
Vielleicht sortiert die Evolution auf diese Art die wirklich dummen Menschen aus, die es aus Egoismus und Gier nicht mehr für nötig halten sich fortzupflanzen, weil sie dafür zu “intelligent” sind. Eine Fortpflanzungsprämie für diese evolutionär Aussortierten, wäre also absolut kontraproduktiv für die Zukunft Deutschlands und der Welt!
28. August 2010 um 14:59
Ja, Sarrazin sagt sowas wie “Kindergeld … akad. …€50.000″. Ich halte Sarrazin nicht f. e. Menschen mit 100% Anspruch auf das Endgültige, kein einziger Mensch hat es. Hier redet er aber Dummzeugs, bei anderen Themen nicht. In unseren Gesellschaften wird meistens nur noch zugehört, wenn man diese provokativ vorträgt, die vielen ‘schlauen’ Berichte, Bücher liest wohl kaum einer. Eigentlich muß man das Wissen konzentrieren und provozieren um überhaupt noch gehört zu werden.
Unsere Eliten u. dtsch.-preuss. Beamtenwelt würden den Krupp noch als solchen auch gelten lassen, jedoch nicht einen Bäcker, eine Selbständige mit 53 Angestellten, die jeden Tag ihr ganz pers. Risiko eingehen, für sich und andere – das können in deren Augen keine Eliten sein.
Wenn Sarrazin einen “ekelhaften Rassismus” wiedergibt, so ist Rassismus immer nur Rassismus, eigentlich durch “ekelhaft” nicht zu steigern, jedoch ihm Rassismus zu unterstellen ist eine einfache (die einfachste) Totschlagsargumentation, die es gibt! Ein Experte für Genetik ist er auch nicht, hat er nie behauptet – aber wenn wir gelesenes und verstandenes nicht wiedergeben dürfen, was haben wir dann für eine Gesellschaft?
Wo (bitte Zitat) hat er gesagt: “…dass die Menschen, die sich weniger fortpflanzen, abgeblich intelligenter sind als die , die eine höhere Fortpflanzungsrate haben.”, das hat er “so” nicht gesagt, ist provokativ aber nicht fair, weil man einem was in den Mund legt und somit in “die” bestimmte Ecke stellt.
Wir wollen doch kein Neusprech!?
31. August 2010 um 14:07
[...] Dollfuß. Und Thomas von der Osten-Sacken hat zu den aktuellen Ereignissen um Thilo Sarazzin einen phantastischen Artikel verfasst, auf den ich hier ausdrücklich hinweisen will. Alleine die zutreffende Beschreibung der [...]
31. August 2010 um 15:28
Es drängt sich bei der Diskussion – vor allem in Hinblick auf die hier beschriebenen Fakten zum tatsächlichen Zustand der BRD – eine Frage auf:
Wieso sollten Migranten nicht wirklich das alte, dekadente Deutschland ablösen?
Andersrum, und ein bisschen weiter gedacht: Wieso sollte man Deutschland vor Islamisten retten? Was gibt es zu retten? Die akademischen Eliten? Ostdeutsche Elendsviertel? Die auswanderungswillige Mittelschicht?
Wer ist eigentlich Opfer und Täter? Muslimische Messerstecher, oder rechtsradikale Rentner, die ihre Drecksarbeit den jungen Skins überlassen?
Das Thema zeigt auf den wunden Punkt: Keine der beteiligten Interessenparteien kann wirklich benennen, was sie da verteidigt, und gegen wen.
Deutschland, du Drecksloch. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
31. August 2010 um 18:53
Habe bisher nur den Buchauszug von Sarrazin im Spiegel gelesen. Was dort steht würde ich sowohl was die Analyse als auch was die Forderungen angeht unterschreiben. Von Rassismus ist zumindest in diesem Artikel keine Spur vorhanden.
Dummerweise hat sich Sarrazin in der jetzigen Debatte auf das dünne Eis “Vererbung von Intelligenz” (ein wissenschaftlich umstrittenes Endlosthema) begeben. Dies lenkt vom Hauptthema Integration ab und ist ein gefundenes Fressen für die Betroffenheits- und “Rassismus”maschinerie.
Zum Thema Unterklasse und Zuwanderungen gibt es auf http://www.kritiknetz.de (bestimmt nicht politisch “rechts”, für alle für denen “vernünftig” nicht ausreicht) , eine Arbeit von 2009:
http://www.kritiknetz.de/gescheiterte_integration_gesellschaftliche_destabilisierung.pdf
Das Resumee kommt dem von Sarrazin allerdings recht nahe:
“1) Eine rasche Umsteuerung der Zuwanderungspolitik, die den Zustrom von religiösreaktionär sozialisierten und bildungsfernen (integrationsresistenten) Migranten stoppt und den Zuzug von demokratisch gesinnten und bildungsorientierten (integrationsfähigen)
Zuwanderern fördert. Die rechtliche Duldung und finanzielle Förderung/Alimentierung repressiv-grundrechtswidriger Sozialmilieus muss überwunden werden.
2) Eine Politik des Aufbrechens und der konsequenten kulturellen Modernisierung der orthodox-islamischen Sozialisationsmilieus. Es kann nicht darum gehen, „den Islam ein(zu)bürgern“ (dabei handelt es sich schlichtweg um ein integrationspolitisches perpetuum mobile). Es geht vielmehr darum, den einzelnen Zuwanderer aus islamischen Gesellschaften
in die kulturelle Moderne mit ihren emanzipatorischen Potentialen, Rechten und Pflichten hineinzuholen.”
Der Kommentar von Zaharias könnte auch vom jungen Baldur von Schirach eingestellt sein, lebte er noch.
Auf Kritiknetz finden sich noch 2 weitere lesenswerte Artikel mit Verknüpfungen zum Thema:
http://www.kritiknetz.de/Muslime_in_Deutschland_Kommentar.pdf
http://www.kritiknetz.de/images/stories/texte/Islamdebatte%20in%20Deutschland-Krauss.pdf
Prof. Gess, der für die Website verantwortlich zeichnet, wird übrigens auch von den einschlägigen Islamverbänden bedroht und verklagt. Scheint mittlerweile ein Gütesiegel zu werden.
01. September 2010 um 21:06
Interessant, was man Sarrazin so alles unterstellt. Bloß hat er auf die “Genetik” wirklich so viel Wert gelegt oder ging es ihm nicht eher um ein soziales Milieur? Und das unser Sozialsystem das etwas Kontraproduktiv ist?
Man sollte sich von Rassisten und Ethno-Zentristen abgrenzen. Aber nicht jeder, der von unseren Medien in diese Ecke gestellt wird gehört da hin!
Damit jemanden Aufstiegsmöglichkeiten abzusprechen hat das nichts zu tun. Sondern mit der Feststellung das ein blidungsfeindliches und auf Sozialhilfe ausgerichtetes Milieur da nicht hilfreich ist. Und das ist auch in den USA so. Und Clinton hat das amerikanische Sozialsystem darauf eingestellt!
01. September 2010 um 21:10
Achtung!
Der angebliche Blog von Thilo Sarrazin bei blogspot ist ein FAKE.
Zumindest liegt das sehr nahe, wenn man sich sein “Profil” ansieht, aber auch an der Art und dem Stil, aber auch den geäußerten Positionen in den Blogbeiträgen.
Ich denke nicht das Sarrazin einen solchen Blog führen würde, er wäre von unseren MSM Sarrazin auch schon längst um die Ohren geschlagen worden, wenn nicht selbst für unsere Qualitätsjournalisten schnell ersichtlich wäre, dass dies nicht Herrn Sarrazins Blog ist.
Man sollte dem Betreiber von Blogspot Hinweis-E-Mails schicken und auch über Anzeigen bei der Polizei gegen Unbekannt nachdenken, da ich befürchte Sarrazin selber ist nicht Internetaffin genug um den internetspezifischen Teil der Schmutzkampagne mitzubekommen! Gerade deswegen sollte jemand auch Herrn Sarrazin einen Brief oder anderweitig eine Nachricht schicken, wenn jemand eine Kontaktmöglichkeit kennt.
01. September 2010 um 21:11
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/fundstueck/
01. September 2010 um 21:23
Aber gerade an diesen Teil der Eliten wendet sich Sarrazin wahrscheinlich eher nicht.
Intelligenz liegt nun man nah an Wahnsinn (also am Gutmenschentum), aber ist deshalb nichts grundsätzlich verwerfliches!
21. September 2010 um 19:28
[...] Wadiblog(Dünkelhaftigkeit und gleichzeitige Sinnlosigkeit des [akademischen] Betriebs) [...]
24. Oktober 2010 um 18:58
[...] Wadiblog (Dünkelhaftigkeit und gleichzeitige Sinnlosigkeit des [akademischen] Betriebs) [...]