Regimepropaganda mal anders bei „irananders“

19. August 2010, von Oliver M. Piecha

Die Propagandamaschine der „Islamischen Republik Iran“ hat sich bisher nicht gerade durch subtiles Vorgehen ausgezeichnet, allerdings ist nach den Wahlen 2009 die Zauberformel des „soft war“ gehäuft bei Regimevertretern aufgetreten. In diesem Zusammenhang dürfte dem einen oder anderen Lobredner der „Islamischen Republik“ aufgefallen sein, daß mit bizarren Meldungen zwischen Holocaustleugnung und Wunderwaffenankündigungen alleine die Außenwirkung des Regimes im Westen nur doch nur sehr beschränkt positiver auszugestalten ist. Den lunatic fringe der Antisemiten, Verschwörungstheoretiker, Kulturenthusiasten und Antiimperialisten hat man sowieso auf seiner Seite, aber an dem Umstand, daß sich das Image der „Islamischen Republik“ seit letztem Jahr noch einmal rapide verschlechtert hat, läßt sich mit solchem Personal nicht wirklich etwas ändern. Sondern eher im Gegenteil.

Wie man außerhalb des Kreises der üblichen Verdächtigen etwas erfolgversprechender für das Regime werben möchte, demonstriert die Seite irananders mit dem Logozusatz „Kontrastreich & Differenziert“, die seit Jahresanfang aktiv ist. In der Selbstbeschreibung ist zu lesen:

Wir sind ein Verein von Wissenschaftlern, die nach den Ereignissen der iranischen Wahlen 2009 schnell einig wurden, dass eine hohe Anzahl an Berichterstattungen, politischen Analysen und Expertisen über den Iran einseitig geprägt ist. Diese Ausrichtung hindert die Formulierung einer effektiven Politik gegenüber dem Iran. Neben den zahlreichen Konflikten, die durch genaue bi-perspektivische Betrachtung oft substanzlos und künstlich sind, gibt es eine Reihe von überschneidenden Interessen, Gemeinsamkeiten und Berührungspunkten zwischen Deutschland, dem Westen und dem Iran.

Der differenzierende Blick auf den Iran soll vor allem die Theologie und „die Religiösen“ mit in Betracht ziehen: Da die islamische Republik sich als religiös-schiitischer Staat basierend auf der Zustimmung der religiösen Massen versteht, ist es nahezu immanent, dass die politischen Interpretationen und Analysen, bewirkt durch fehlendes theologisches Profil, defizitär sein müssen. Andererseits ist die befangene und parteiische Verherrlichung des islamistischen Regimes fern von der Objektivität. Bei Irananders wirkt, neben dem theologischen Fundus, die politikwissenschaftliche Disziplin mit, welche interdisziplinär versucht, die Wirklichkeit  der dynamischen iranischen Gesellschaft, des Herrschaftsmodells der Islamischen Republik, sowie ihre innen- und außenpolitischen Staatshandlungen bestmöglich herauszukristallisieren.  Stützend hierauf kann eine fruchtbare Politik im Interesse Deutschlands, des Westens und der iranischen Zivilgesellschaft formuliert werden.

Knackiger ist die Kurzfassung: Iran ist kurios, dubios, antagonistisch, pluralistisch, inhomogen und heterogen. Iran ist anders. Da „Irananders“ ist, sind Differenzierungen, Kontraste und Bi-Perspektiven in der Iran-Debatte desto unentbehrlicher. Zwischen Moderne und Tradition sucht das Land eine Synthese für die Zukunft. Wir sind bestrebt den Iran-Diskurs zu bereichern und zu befruchten.

Die akademische Sprache wirkt an einigen Stellen einen Tick überbemüht, und daher noch leicht ungelenk, aber die Stichworte stimmen: Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Dynamik, Interdisziplinarität, Pluralität und – besonders poetisch – „Bi-Perspektiven“ Und befangen und parteiisch ist man auch nicht. Es geht ausdrücklich nicht um Verherrlichung des „islamistischen Regimes“. Aber um was sonst?

Die Narration der großen Erzählung von „irananders“ läßt sich so zusammenfassen:

Man hat im Westen versäumt, zwischen der Protestbewegung im Iran (die auch gar nicht geleugnet wird) und den iranischen Exilanten zu unterscheiden. Letztere haben nur ein paar radikale Anhänger im Iran selbst, wo die große Protestbewegung längst gescheitert ist, die wiederum nicht das System in Frage stellen wollte, sondern nur Ausdruck gewisser Unzufriedenheiten war. Mangelnde wissenschaftlich-theologische Kenntnisse der westlichen Beobachter hätten dabei zu dem Fehleindruck geführt, es gäbe einen Dissens innerhalb des Klerus, überhaupt alle diese falschen Eindrücke des Westens lassen sich (im Zeichen der Bi-Perspektiven?) mit profunder Sachkenntnis auflösen: Die Revolutionsgarden haben gar nicht den Einfluß in der Wirtschaft, den man ihnen zuschreibt, der Menschenrechtsbericht von Amnesty International ist „überzogen“ – aber auch das wird in der Überschrift mit Fragezeichen formuliert – usw. Und dann, tja, das „Problemfeld Steinigung“.

Ein Auszug aus dem Problemfeld: Nichts trennt das islamische (und übrigens auch katholische) Gedankengut von der modernen westlichen Gedankenwelt mehr als die Sexualmoral. Der Koran nennt das Ehebrechen abscheulich, im Westen wird es bisweilen in einschlägigen Fachmagazinen als förderlich für die Ehe betrachtet. Die einen sehen es als Todsünde, die anderen als natürlich und gesund, die – wie manche Wissenschaftler behaupten – in der Evolution begründet ist. […]Eine Verständigung zwischen einer durch und durch kommerzialisierten Welt und einer Welt, die darüber hinaus andere „Ideale“ anstrebt, gestaltet sich per se sehr schwierig. Hinter der Problematik Steinigung verbirgt sich die Problematik Sexualmoral und drakonische Strafe,  dahinter verbirgt sich die Problematik Individualismus, Liberalismus und Relativismus und dadurch im weitesten Sinne der Materialismus und Kommerzialismus, der den aktuellen Humanismus prägt und bewirkt. Eine Verständigung in der Sexualmoral scheint schier unmöglich. Selbst Katholiken wenden sich in dieser Thematik gegen ihre eigene Kirche. Deshalb ist ein Dialog über das emotionsgeladene Thema Steinigung noch unvorstellbarer.

Nebelkerze um Nebelkerze wird da geworfen, bis man gar nicht mehr weiß, daß es hier um das staatlich sanktionierte Totwerfen von Menschen mittels Steinen geht, aber dann wird es doch konkret und gleich auch etwas unfreiwillig komisch:

Aufgrund obiger Konstellation kommt es seit dem unverbindlichen Moratorium von 2002, das noch heute gültig ist und vom Oberhaupt der Justiz aufgelegt wurde, ziemlich selten zu Steinigungen. Seit dem fanden nachweislich fünf Steinigungen statt. In einem Fall konnte der Gesteinigte sich aus der Grube retten und wurde freigesprochen. Er hatte sich nämlich selbst angeklagt. In einem anderen Fall wurde die Steinigung illegal durchgeführt, da das Oberhaupt der Justiz einen Aufschub angeordnet hatte. In den drei Fällen gab es zugleich auch Urteile über andere Delikte wie Mord (wie im aktuellen Fall von Mohammadi Aschtiani). Und in allen fünf Fällen handelte es sich ausschließlich um Männer. Es ist also mitnichten so, dass Frauen im Iran vermehrt gesteinigt werden; ein typisches Klischee im Westen über den Orient, das auch auf den Iran angewendet wird. Zwar erhielten in den letzten Jahren mehr Frauen das Urteil zur Steinigung, aber anders als die Männer erhielten sie ausnahmslos Amnestie. In einem Fall, wo ein verheirateter Mann und eine verheiratete Frau miteinander Ehebruch begingen, wurde der Mann gesteinigt, aber die Frau begnadigt.

Die Tonlage allerdings ist für die Apologeten des Regimes neu; auf „irananders“ werden zu offensichtlich plumpe oder schrille Töne vermieden, Kritikpunkte und Vorwürfe werden angesprochen und in scheinbar rein sachlicher, argumentativer Auseinandersetzung „widerlegt“. Noch auffälliger ist, daß das Thema Israel praktisch nicht vorkommt, angesichts des sonstigen Stellenwertes des Themas in der iranischen Propaganda ein echtes Novum.

Die „Wissenschaftler“, die sich bei „irananders“ zusammengefunden haben wollen, reduzieren sich bei näherem Blick auf die wenigen Verfassernamen der Beiträge auf Shayan Arkian, der Ende letzten Jahres als Mitautor des notorischen Iranbuches von Jürgen Elsässer aufgetaucht ist, und dort als Islamexperte, Publizist und studierter Theologe aus Qom firmiert. Die anderen „Verfasser“ tauchen bei einer Websuche ausschließlich im Bezug zu „irananders“ auf, was für Wissenschaftler doch etwas seltsam scheint.

Die professionell gestaltete Seite, zu der auch ein eigener Youtube channel gehört, scheint sich bisher darauf zu konzentrieren, daß Arkian und ein weiterer Beiträger sich zu allen möglichen Iranbeiträgen als elektronische Leserbriefschreiber betätigen und auf die vorgeblich sachlichen Analysen von „irananders“ hinweisen. Die Sphäre der einschlägig Abwegigen wird dabei nur gestreift – bei CASMII ist auch etwas zu finden –, offensichtlich will man auf die sog. Mainstreammedien einwirken. (z.B. hier)

Bisher scheint das jedoch nicht sonderlich erfolgreich, es sind dort in den Foren auch wieder nur dieselben Irrläufer, die die Hinweise aufnehmen. Auch wenn man so klingen will wie Elsässer ohne Schaum vor dem Mund, es macht Regimepropaganda nicht wirklich appetitlicher.

12 Antworten zu “Regimepropaganda mal anders bei „irananders“”

  1. Meryem sagt:

    Grüß Gott,
    als „Iran-Tag-Surferin“ bin ich verspätet auf diesen Artikel gestoßen, aber möchte trotzdem etwas dazu sagen. Ich bin übrigens auch nicht unparteiisch, wie man leicht feststellen kann, allerdings neige ich nicht zu Schaum vor dem Mund. Den stelle ich allerdings hier fest und möchte mal ein Wort für die Leute von „irananders“ einlegen, denn deren Beiträge zu den Diskussionen rund um den Iran finde ich sehr hilfreich. Ob es uns nun passt oder nicht: wer den Iran nur unter den Überschriften: Mullah-Staat, Terror-Regime, „der Irre aus Teheran“ u.ä. betrachtet ist ein Opfer seiner westlichen Arroganz – auch wenn der Autor des Artikels wohl als ein „Iran-Experte“ gepriesen wird.
    Es war wirklich an der Zeit, dass sich Menschen gefunden haben die dazu beitragen ein umfassenderes Iran-Bild im Westen entstehen zu lassen. Und dazu gehört nun mal, dass die Iraner kein gleichgeschaltetes unterdrücktes und verängstigtes Volk sind, auch wenn es in den Angelegenheiten von Menschenrechten und Demokratie große Mängel gibt.Wer ein solches Bild des Landes unbedingt aufrechterhalten will, muss sich – entgegengesetzt zu den Vorwürfen an „irananders“ als Propagandamittel der Feinde des islamischen Staates ansehen.
    Damit hilft man den Iranern gar nicht. Eine solche Haltung führt zu absurden Handlungen wie der illegalen Einreise der BamS-Reporter in der Angelegenheit von Frau Ashtiani – der sowieso schon durch die Aktivitäten der Ex-Terroristin Ahadi genug Schwierigkeiten bereitet wurden – aber wenn ich anfange das aufzuzählen gibt´s hier kein Ende – oder zu künstlichen Daueraufregung um eine „umstrittene Wahl“, deren Ausgang die westlichen Kritiker selber vorausgesagt hatten. Zu einem realistischen Iranbild gehören die jungen Demonstranten 2009 ebenso wie die vielen Wähler Ahmadinejads, wie die lebhaften Auseinandersetzungen zwischen Parlament und Präsident, wie die unterschiedlichen Lebensumstände in einem Vielvölkerstaat.
    Schade, als ich über diese Seite gestolpert bin, hab ich mich über die vielen Aktivitäten gefreut. Wenn diese Unterstützung von Frauen aber nur die Verpackung für antiislamische und arrogante Denke ist, dann wird auch das nicht erfolgreich sein. Aber vielleicht ist das ja auch eine Einzelhaltung hier, ich hab ja noch nicht alles gelesen.

  2. MadM sagt:

    Was ist der genaue Vorwurf an Irananders bzw. wo findet sich „Regimepropaganda“? Jeder der mit ein wenig Gerechtigkeitssinn an die Berichterstattung über Iran in den westlichen Medien herangeht wird merken, dass hier irgendetwas nicht in Ordnung ist. Wer eins und eins zusammenzählen kann wird bei jeder zweiten Meldung über Iran merken, dass sich Vielerlei in den Berichten selbst widerspricht. Das trägt Irananders ziemlich gut zusammen, z.B. hier:
    http://irananders.de/nc/en/home/einzelnews-home/article/kein-anschlag-auf-ahmadinejad.html oder hier:
    http://irananders.de/nc/home/news/article/mohammadi-ashtiani-komplettes-interview-auf-deutsch.html
    Wer einigermaßen Farsi versteht, dem/der wird beim Thema des letzten Links sicher aufgefallen sein, dass alle deutschen Medien hier versagt haben. Da können Sie das ruhig als „Regimepropaganda“ abtun. Wenn angebliche „Regimepropaganda“ näher an der Wahrheit ist, als unsere Medien in Deutschland, dann ist das ein umso größeres Armutszeugnis für Spiegel, Zeit, SZ, Welt und Co. Wenn die ihre Aufgabe richtig machen würden, wäre ein Engagement wie Irananders nicht nötig. Abgesehen davon, ist der Einsatz gegen Sanktionen und Krieg gegen Iran bei der Bedrohung eines nach 2003 erneuten Ausflippens der USA in Form eines Angriffskriegs eine ehrenwerte Tätigkeit.

  3. MadM sagt:

    Noch ein Punkt aus dem Artikel hier auf Wadinet zitiert: „Noch auffälliger ist, daß das Thema Israel praktisch nicht vorkommt, angesichts des sonstigen Stellenwertes des Themas in der iranischen Propaganda ein echtes Novum.“

    Soeben auch auf irananders.de gefunden:
    „Auch wenn wir uns aufgrund unserer Geschichte für das Existenzrecht Israels verpflichtet fühlen, darf man zur Beurteilung der Sachlage solche Differenzen nicht unterschlagen. Vielmehr ist auch unsere allgegenwärtige eurozentrische Sicht auf den Antisemitismus zu vergegenwärtigen. So gilt eine Holocaustleugnung bei uns als Kapitalverbrechen. Man nimmt an, dass Menschen, die den Holocaust verleugnen, perverse Züge tragen. Sie gelten quasi als unberechenbar bzw. als berechenbar böse. Im Orient jedoch, wo man die Resultate des Holocausts bis heute durch die Gründung des Staates Israels erträgt, man keine Juden systematisch verfolgt hat und folglich eine ganz andere Geschichte hat, kann man nicht mit dem gleichen Standard messen. Die Holocaustleugnung ist im Allgemeinen im Nahen- und Mittleren Osten mehr verbreitet als in Europa, da man den Holocaust als einen weiteren Schachzug der „Kolonialisten“ wahrnimmt, womit sie einen weiteren Vorwand für die Gründung ihre „imperialistischen Vorpostenstaates“ in der Region erhalten haben. Die Historie des westlichen Kolonialismus, wo diverse Vorwände zur Rechtfertigungen von Besatzungen angeführt wurden, scheint ihnen diese Denkweise gegeben zu haben und nicht immer wohnende antisemitische Tendenzen. Das heißt der Bezug zum Holocaust ist dort eine gänzlich andere, als die in Europa, die geprägt ist von Schuld und Reue. Das gilt besonders für den iranischen Präsidenten, der den Dialog mit dem Judentum nie abbrach (andere Quellen zufolge bestritt er nie den Holocaust bzw. scheint ihn erstmalig zu bestätigen).“

    Was ist daran nun Regimepropaganda? Dass es im Gegensatz zu so gut wie allen großen deutschen Zeitungen auch einmal Überlegungen in Richtung der Gedankenwelt des Durchschnittsarabers oder -nahostlers macht? Wenn das unter Regimepropaganda fällt, dann nur weiter so Irananders! Ich möchte bitte mehr als ein eurozentrisches-scheuklappen-Informationsangebot genießen. Lieber ein differenziertes Meinungsbild als das schwarz-weiß-Ahmadinejad-ist-so-böse-und-antisemitisch-Bild, das sonst gezeichnet wird.

  4. Anonymous sagt:

    […] […]

  5. Vitali sagt:

    Muss dem autor eindeutig recht geben, irananders berichtet „pro-regime“. Zwar wird an der ein oder anderen stelle etwas negativ anmutendes über das regime berichtet, wird dann aber sofort mit „kulturellen gründen“ relativiert. Sonst wird nur friede-freude-eierkuchen berichtet. Da kann man sich direkt IRNA anschauen… Möchte aber auch die westlichen medien nicht in schutz nehmen, die erzählen genauso viel unsinn.
    Aber ganz interessant: habe auf irananders einen beitrag zur „unterachätzten iranischen wirtschaft“ kommentiert. Habe nämlich die frage gestellt warum die regierung wesentliche zahlen der wirtschaft nicht mehr veröffentlichen will. Mein beitrag wurde nach einigen tagen entfernt. Ich denke das sagt schon viel aus über unsere „wissenschactler“…

  6. Le Mec sagt:

    Herr Vitali,

    ich bin zufällig ziemlich aktiv im Irananders-Forum und konnte mich sogar noch an ihren Beitrag erinnern. Habe gerade mal ein bisschen recherchiert und siehe da: Ihr Beitrag ist noch da. Siehe Link unten unter 20-09-11 18:30

    Zwei Beiträge weiter hat sogar jemand auf Ihren Beitrag dort geantwortet und Sie aufgefordert Ihre Behauptung zu untermauern und Sie haben nicht mehr reagiert. Was ist denn nun Ihr Problem?

    http://irananders.de/home/news/article/us-sanktionen-und-die-wirtschaftliche-realitaet-in-iran.html

  7. Nima Ch. (dustandtrash) sagt:

    Danke für diesen guten Artikel.

    „Die Tonlage allerdings ist für die Apologeten des Regimes neu; auf „irananders“ werden zu offensichtlich plumpe oder schrille Töne vermieden, Kritikpunkte und Vorwürfe werden angesprochen und in scheinbar rein sachlicher, argumentativer Auseinandersetzung „widerlegt“.“

    In diesem Paragraph haben Sie den Nagel auf dem Kopf getroffen.

  8. Humanist sagt:

    Irananders, ist wie der Autor richtig feststellt, islamistische Propaganda mal anders verpackt. Trotz der Mühe von Irananders, stellt man als Leser schnell fest, dass die dortigen Inhalte der Staatspropaganda folgen und absolut linientreu sind.
    Wir wären aber nicht besser, wenn wir das Treiben von Irananders pauschal aburteilen würden. Solche Ansichten, wie dort propagiert, gibt es leider und wir müssen uns damit auseinander setzten.

    Einen Nutzen hat die Seite allerdings. Die dort aktiven Kommentatoren zeigen das hässliche Gesicht der Islamisten, samt ihrer Ideologie und entlarven sich damit als Feinde der iranischen Bevölkerung.
    Es wird ebenfsalls sehr deutlich, wie vulgär, aggressiv und zuweilen sarkastisch diese Leute sind. Wer die wahre Natur von Islamisten noch nicht kennt, bekommt dort einen Einblick, wenn sich die Kommentare von Sarbaze Khamenei, Le Mec und Alex (gibt vor Christ zu sein) liest.
    So antwortet „Alex“ auf eines meiner Beiträge wie folgt:

    „@ Humanist (netter Versuch ^^)
    Es wird irgendwann der Tag kommen wo Sie Ihre schwerste Beleidigung Auge in Auge mit Rechtsstaat ausdiskutieren dürfen. Diese schwerste Beleidigung gegen einen kirchlichen Würdenträger ist auch in Bundesrepublik Deutschland eine Straftat.
    Und da Sie ja mein guter Humanist ein Iraner sind würde ich in Folge vorschlagen, Sie gegen einen dort in Haft sitzenden europäischen Drogendealer auszutauschen.
    Man ist bestimmt begeistert, sich als schiitischer Geistlicher über Ihre Weltanschauung zu unterhalten.

    Ich bin auch gerne bereit für Sie Humanist den mobilen Liebherr Baukran zu liefern!“

    Hier wird also offen mit Hinrichtung gedroht. Demnach finde ich die beste Methode diese Menschen zu entlarven, ist sie zum Wort kommen zu lassen, und wenn auch nur dafür, ist Irananders gut.

  9. Meryem sagt:

    Das war ein übler Beitrag von „Alex“ – allerdings ist er für seine Äußerungen von irananders auch gerügt worden. Für seine Kommentatoren kann eine website nun erstmal nichts.

  10. Human sagt:

    Wenn ich mir ihre Beiträge und ihren Ton dort anschaue, Herr Humanist, dann stehen Sie dem Regimeanhängern in Nichts nach und übertreffen die Aggressivität und das undemokratische Verhalten mancher User bei weitem. Das gleiche gilt auch für viele andere Oppositionelle Iraner im Ausland (auch dort bei Irananders zu lesen). Sie sind den Mullahs sehr ähnlich. Der gleiche Ton. Das gleiche faschistische Verhalten. Ich kann weder mit Mullahs was anfangen noch mit euch. Was wir brauchen sind junge demokratische Iraner aus Iran. Die wurden leider viel zu oft von euch genau so missbraucht wie von Mullahs vergewaltigt.

  11. Khastrapavan sagt:

    Also an IRI Propaganda nicht zu übertreffen. Da sieht ja wohl jeder halbwegs normaler Iraner. Allein wenn man sich die nicks mancher Kommentatoren ansieht, sticht es einen ins Auge.
    @Meryem
    Bist du naiv? Natürlich duldet die Seite solche Kommentare wie die von Alex, denkst du nicht, daß die Seite nicht weiß, was gespielt wird?
    @Human
    Diese „Pseudoiraner“, die dort tätig sind, sind für mich eh keine Iraner sondern Verräter. Auch diese „Deutsche“ mit dem nick siglinde ist doch sehr verdächtig.
    @Human
    Natürlich muss man eine Diskussionskultur wahren, die zivilisiert vonstatten geht, aber die Mullahs verstehen nur eine Sprache!
    Deswegen finde ich es nicht verkehrt genau in diesem Umgang mit denen zu verkehren. Höflichen Umgangston kann man folgen, wenn man mit der europäischen und aufgeklären Natur zutun hätte.Aber du hast ja schon richtig in deinem letzten Satz gesagt.

  12. Meryem sagt:

    Anscheinend komme ich hier immer so einmal jährlich vorbeigesurft – hab eigentlich ganz was anderes gesucht, aber da ich hier erwähnt wurde: nein, ich bin nicht naiv, jedenfalls nicht über das normale Maß hinaus.

    Aber die Argumentation hier ist schon armselig: wenn man die Zielsetzung einer Publikation an ihren Kommentatoren erkennen kann, dann sind wohl Tagesschau, Welt und Co. alles iranische Propagandaseiten? Denn dort tummeln sich doch auch ausgiebig Anhänger der IRI.

    Aber wenn man sich diesen Beitrag von Khastravapan ansieht, dann wird deutlich, dass er derjenige mit den kruden Ideen ist: „keine Iraner sondern Verräter“, „die Mullahs verstehen nur eine Sprache“ – oweia, das erinnert mich von der Wortwahl her an ganz andere Publikationen für schlichte Gemüter.

Hinterlasse eine Antwort