3 D’s?

10. Juli 2010, von Thomas von der Osten-Sacken

Vielleicht soll die rhetorische Frage, die Alan Posener hier stellt und auch gleich beantwortet, ja witzig sein: „Darf man Israel kritisieren? Selbstverständlich.

Nur hinter ihr verbirgt sich ein autoritäres Denken, das sich von Aufklärung im empathischen Sinne längst verabschiedet hat. Kritik macht das freie Individuum erst zu einem. Wer irgend eine Kritik verbietet oder verbieten will – egal ob mittels einer repressiven Exekutive oder eines moralisch begründeteten Verbotes – ist ein Feind der Freiheit. Schon die Vorstellung, man dürfe vielleicht etwas, aus welchen Gründen auch immer, nicht kritisieren, ist hochgradig antiaufklärerisch.

Die ganze Frage verrät also mehr vom Geisteszustand des Fragenden als über die Sache selbst. Zu fragen wäre bestenfalls, ob, was sich da als Kritik geriert, gar keine ist, sondern rationalisiertes und versprachlichtes Ressentiment. Das in der nächsten Zeile von Posener durchaus in affirmativer Absicht benutzte Wort „Israelkritik“ verrät den Betrieb. Bei keinem anderen Land der Welt verwendet man ein derartig abstruses Substantiv: „Aber es gibt Israelkritik, die in Antisemitismus übergeht„. Kritik, den Begriff im empathischen Sinne verstanden, kann gar nicht antisemitisch sein. Antisemitismus ist das Gegenteil von Kritik.

Aber darum geht es ja Posener nicht, sondern nur schnell noch Deutschenfeindlichkeit und Islamophobie zu erwähnen, wie es heutzutage die political correctnes von einem verlangt, wenn man denn mal über Antisemitismus redet oder schreibt:

Es (gibt) drei Kriterien, die man übrigens auch anwenden kann, um zwischen Kritik an den USA und Antiamerikanismus, Kritik an Deutschland und Deutschenfeindlichkeit, Kritik am Islam und Islamophobie zu unterscheiden. Es sind die „drei D’s“: Dämonisierung, Diffamierung, Delegitimierung.

Damit schließt sich der Kreis. Posener geht es nicht um Aufklärung, sondern nur darum einer Gesinnung, wie sie sich in Widmanns Artikel manifestiert eine andere entgegenzustellen. So verwundert es denn nicht, dass er keinen Begriff von Kritik hat oder haben kann.

Dem Antisemiten nämlich sind die „drei D’s“ nicht Zweck, sondern Mittel, es geht im um Vernichtung, nichts sonst. Oder in den Worten Widmanns darum, dass die Juden eines Tages werden bezahlen müssen.

Natürlich bleibt es Poseners Geheimnis, wo denn die es delegitimierenden Deutschenfeinde sitzen und welche Gefahr von ihnen ausgeht. Hauptsache man redet nicht vom Antisemitismus, wenn man ihn schon erwähnen muss.

30 Antworten zu “3 D’s?”

  1. Alan Posener sagt:

    You are so full of shit. Sie wissen genau, dass die Antisemiten behaupten, man dürfe Israel nicht kritisieren, zumal in einem „Springer-Blatt“. Daher die rhetorische Eingangsfrage.
    Dass mein Denken „autoritär“ sei und sich „von der Aufklärung verabschiedet“ habe, müssen gerade Sie als Sympathisant einer stalinistischen Vereinigung, die mich wegen abweichender Meinungen ausgeschlossen hat, behaupten!
    Dazu die wortklauberische Behautung, Kritik könne nicht antisemitsch sein. Schon möglich, übrigens. Ich habe ja auch geschrieben: „Es gibt Kritik, die in Antisemitismus übergeht“. Also in etwas Anderes. Was gibt’s da misszuverstehen? Es sei denn, man will sich bei bestimmten Leuten einschmeicheln, indem man auf den vermeintlichen Hauptfeind Posener eindrischt, der „nicht von Antisemitismus redet, wenn er ihn schon erwähnen muss.“ Muss? Wer zwingt mich, eine solche Glosse zu schreiben?
    Sie wissen natürlich, „worum es Posener geht“ und nicht geht. Haben Sie mich gefragt, worum es mir geht? Können Sie sich vorstellen, dass es mir darum ging, wie Sie es heute in „Perlentaucher“ nachlesen können, auf antisemitische Äußerungen eines Deutschen und eines Pakistani in der Frankfurter Rundschau hinzuweisen?
    Und wo habe ich denn geschrieben oder angedeutet, dass „dem Antisemiten“ die „drei D’s“ Zweck seien, nicht Mittel? Natürlich sind die drei D’s arumentative (oder besser: demagogische) Mittel. Wer lesen kann, versteht das auch. Wie er auch verstehen könnte, wenn er nicht wie Sie eine persönliche Vernichtungsagenda verfolgt, dass sich die inkriminierte Deutschenphobie etwa in britischer Propaganda des ersten Weltkriegs findet – nun gut, jetzt wo Sie es sagen, auch in einigen Äußerungen der „Antideutschen“, aber darum ging es mir nicht. Dass ich in dieser Glosse „nicht vom Antisemitismus rede“, kann nur einer sagen, dem es – siehe oben – einzig um Charakterdiffamierung geht, schon gar nicht um den Kampf gegen den Antisemitismus.
    Wer also „keinen Begriff von Kritik hat“, ich oder Sie, dürfte sehr die Frage sein.
    Im übrigen haben Sie Unrecht. Es geht Arno Widmann nicht „um Vernichtung, um nichts sonst“. Sie verwechseln ihn mit Ahmadenidschad und Ihren Vorfahren. Sie unterstellen ihm eine Vernichtungsfantasie, um Ihre eigenen Vernichtungsfantasien zu rechtfertigen. Widmann argumentiert hier antisemitisch. Das weise ich nach. Sie argumentieren hier stalinistisch. Auch nicht besser.

  2. Thomas von der Osten-Sacken sagt:

    Danke für die Aufklärung. Bis eben wusste ich gar nicht, dass ich Vernichtungsphantasien gegen Sie hege, ja gar eine ganze Vernichtungsagenda verfolge (wusste sogar gar nicht, dass es so etwas gibt: Vernichtungsagenda) oder je Sympathisant einet stalinistischen Vereinigung war. Man lernt nie aus im Leben. Und gelernt habe ich auch, dass die aktuelle Bedrohung Deutschlands von der englischen Propaganda im 1. Weltkrieg ausgeht und von einigen Antideutschen. Das klingt in der Tat fast ebenso bedrohlich, wie die täglichen Aufrufe zur Vernichtung Israels. Das muss in dem Zusammenhang unbedingt Erwähnung finden: ohne den Dreisatz Antisemitismus, Islamophobie, Deutschenhass käme man sonst schließlich in die Gefahr stalinistisch zu argumentieren.

  3. Wolter sagt:

    Herr von der Osten-Sacken, ohne Ihr löbliches Engagement für Israel und für die Opposition im Iran usw. infrage zu stellen: man sollte sich mit Leuten, die mit einem selbst nicht in allen Fragen, aber doch grundsätzlich (also hier: pro Israel) übereinstimmen, nicht unnötigerweise überwerfen. (Daß dies ein bißchen altklug klingt, nehme ich in Kauf ;-) )

    Das „autoritäre Denken“, daß Sie hier Herrn Posener unterstellen, weil er die rhetorische (und nicht nur von ihm häufig in den Raum geworfene) „Israelkritik-Antisemitismus-Frage“ gestellt hat, finde ich in diesem Fall eher bei Ihnen selbst, denn Sie lassen den Gedanken, daß es auch eine nichtantisemitische Israelkritik geben könnte, weitgehend gar nicht erst zu: für Sie führt der Weg von der geäußerten Kritik direkt zu dem antisemitischen (besser ausgedrückt fände ich: antizionistischen) Motiv (Ihre Worte: zum „rationalisierten und versprachlichten Ressentiment“), das ihrer Meinung zufolge nur dahinter stecken kann, und somit zu dem langfristigen Ziel der Delegitimierung des Staates. Ich würde Ihre Worte vielleicht anders interpretieren, wenn Sie die selbstverständliche (und eigtl. schon banale) Möglichkeit der „Wohlwollensabstufung“ von Israelkritik – daß es folglich auch eine solche geben kann, „die in Antisemitismus übergeht“ – nicht so heftig ablehnen würden. Wenn Sie aber Definitionsvorschriften erlassen („Kritik […] kann gar nicht antisemitisch sein.“), dann kann man auch das als „antiaufklärerisch“ bezeichnen!

    Nun gut, es gibt immerhin die (wahrscheinlichere) Interpretationsalternative, daß Sie (echte, empathische) Kritik an Israel von der antiisraelischen (und delegitimierenden) Propaganda jener zweifelhaften Allianz aus Islamisten sowie Links- und Rechtsextremisten in der Rezeption und Konnotation so scharf geschieden haben wollen, daß letztere mit der ersteren gar nicht erst sozusagen verwechselt werden könne. Im Grundsatz löblich, das.
    Das Problem dabei nur ist, daß die antiisraelischen Propagandisten natürlich versuchen, ihre Propaganda wie vermeintlich sachliche Kritik aussehen zu lassen (wie sonst ließen sich dümmliche Gutmenschen wie H. Mankell oder J. Gaarder mit ihrem einseitigen Informationsstand als nützliche Idioten instrumentalisieren?) – sonst merkte der Adressat ja die Absicht und wäre verstimmt.

    Der Ansatz Poseners, generell erst einmal (zumal in rhetorischer Absicht, wie von ihm nachvollziehbar unter Verweis auf die „Man wird doch mal sagen dürfen…“-Antisemiten ausgeführt) von der Vokabel „Kritik“ auszugehen und dann erst in den folgenden Betrachtungen anhand konkreter Beispiele (Zimmermann, Widmann, Kariapper) die Spreu vom Weizen zu trennen, ist daher so abwegig nicht*.
    Geradezu blödsinnig dagegen ist es, sich von dem besprochenen Posener-Artikel zu einer solch überflüssigen Polemik provoziert zu fühlen – denn Poseners Beurteilung, daß Widmann und Kariappers Kritiken mit ihrem delegitimierenden Duktus antisemitische (bzw. aus meinen Augen: antizionistische) Züge haben, das sollte Sie eher zu Verbündeten als zu sich gegenseitig angiftenden Wortklaubern machen, ob man dann das Wort „Kritik“ dafür verwenden dürfe oder nicht. Das ist doch Kindergarten!

    _______________________
    *Zugegeben, „Apo“ macht es einem oft nicht einfach und drischt gelegentlich sehr daneben – entsprechend geharnischt war z.B. hier mein als drittletzter Kommentar zu lesender „Abschiedsbeitrag“ (gibt es die Bullshit-Videokolumne eigentlich noch?) -, und die Achse des Guten, innerhalb der er während seiner Kurzmitgliedschaft bloß ein schlechter Teamplayer gewesen ist, des „Rausschmisses“ wegen als „stalinistisch“ zu titulieren (und jetzt auch noch völlig unverständlicherweise von einer „Vernichtungsagenda“ und von „stalinistischer Argumentation“ zu reden), das trägt mit Sicherheit auch nicht gerade zur Versachlichung der Debatte bei (huhu, Herr Posener, sie haben doch einen so guten Text über „Verderber als Ikonen“ geschrieben, sie wissen also, was „stalinistisch“ ist; wie können Sie nun solchen Bullshit absondern???)…

  4. Oliver Schneider sagt:

    Nachdem ich Poseners Artikel zweimal und Ihren Kommentar dazu dreimal gelesen habe, frage ich mich: Um was geht’s hier eigentlich? Um drei D’s, autoritäre Einstellungen Poseners (worin auch immer die in seinem Artikel zu sehen sein mögen), eifersüchtige Überwachung des „Nur-wir-sind-die-wahren-Freunde-und Verteidiger-Israels-Luftraums“ oder ein bischen Personenbashing?

    Denn, man kann es drehen und wenden wie man will, Sinn macht Ihr Kommentar
    für einen „normalen“ Leser nicht. Er ist kleinkariert und versucht aus Krümeln Brötchen zu backen.

  5. Knallchargen « abseits vom mainstream – heplev sagt:

    […] Alan Posener – warum erklärt Thomas von der Osten-Sacken auf WadiNet. […]

  6. Karheinz Meier sagt:

    Vielleicht übertreibt v. der Osten-Sacken hier etwas. Im Kern hat er aber Recht. Ihm geht es doch nicht um die Person Posener, sondern um das Gebilde Israelkritik, hinter dem sich immer schon eine Art Sonderbehandlung verbirgt. Was ist denn Kritik an Israel? Subtrahieren wir mal alles Ressentiment, alle Vernichtungswünsche, alle Hysterie. Was bleibt dann? Bestimmt keine Kritik an Israel mehr, sondern Kritik an Handlungen israelischer Politiker, vielleicht eine Analyse der geistegeschichtlichen und auch ideologischen Wurzeln des Zionismus, kurzum eine recht prosaische Veranstaltung, bei der die rhetorische Frage, ob man das denn dürfe sich von selbst erledigt. Genau deshalb sollte man sich hüten, überhaupt auf die Frage „Darf man denn Israel kritisieren?“ zu antworten. Die Frage nämlich ist schon falsch und zeugt, da geben ich v. der Osten-Sacken Recht, von einem Denken in autoritären Strukturen. Das liegt m. Erachtens schon im Wörtchen „dürfen“ begründet. In einer freien Gesellschaft darf man alles, was nicht rechtswidrig ist, gesetzt denn Fall man ist volljährig. Selbst Antisemiten dürfen ja, solange sie sich nicht der Volksverhetzung schuldig machen, ständig erzählen, was sie so erzählen. In den USA dürfen sie sogar den Holocaust leugnen. Der Arno Widmann darf also seinen Unfug in der FR absondern. Die Frage ist, was demgegenüber Kritik wäre. Und von Kritik hat niemand ein Begriff, der ernsthaft sich Überlegungen macht, welche Israelkritik denn erlaubt sein dürfte. Meinetwegen ist Herr Posener auf der „richtigen Seite“, er argumentiert aber vollkommen falsch. Und seine pampige, verletzte Reaktion hier, die vornehmlich von einem ziemlich großen und gekränkten Ego spricht, aber argumentativ extrem schwächelt, zeigt doch, dass er sich dessen offenbar irgendwie auch bewusst ist.

  7. Thomas von der Osten-Sacken sagt:

    @Wolter
    Sie schreiben: „Nun gut, es gibt immerhin die (wahrscheinlichere) Interpretationsalternative, daß Sie (echte, empathische) Kritik an Israel von der antiisraelischen (und delegitimierenden) Propaganda jener zweifelhaften Allianz aus Islamisten sowie Links- und Rechtsextremisten in der Rezeption und Konnotation so scharf geschieden haben wollen, daß letztere mit der ersteren gar nicht erst sozusagen verwechselt werden könne.“

    Vielleicht bin ich ja naiv, nur Kritik, die sich selbst ernst nimmt, von mir aus auch nur dieser Definition von Wikipedia folgt, „die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung“ zu sein, braucht sich nicht als echte oder empathische zu deklarieren. Sie wäre eben Kritik und nicht versprachlichtes Ressentiment. Es kann keine Israelkritik geben, außer sie klingt so wie bei A. Widmann. Nichts anderes wollte ich sagen. Sicher gibt es im jeweiligen Kontext eine Fülle von Kritik an Handlungen israelischer Politiker oder Militärs, an der Verfasstheit der israelischen Gesellschaft etc. pp.. Die aber hat mit dem, was hierzulande als Israelkritik firmiert, rein gar nichts zu tun. Mir geht es um eine Rettung des Begriffes Kritik, nicht um seine falsche Affirmation in einem falschen Zusammenhang. Man könnte der dürren Definition auf Wikipedia noch hinzufügen, dass Kritik auch immer selbstreflexiv sein muss, will sie denn welche sein. Und das heißt, die Intention bzw. Motivation dessen, der sie vorbringt, also die Frage nach dem Warum, mit einzubeziehen. Warum also machen sich in Europa Leute, die für andere außennpolitischen Fragen in der Regel recht wenig Interesse aufbringen, deratige Gedanken, wie, wann, ob Israel kritisiert werden solle, dürfe, könne?

  8. Frager sagt:

    Es stimmt doch, dass Posener keine Ahnung vom Antisemitismus hat, den er einmal eine Matrix für „Ausländerhass, Homosexuellenphobie, Misogynie und alle Rassismen oder Diffamierungen von Minderheiten“ genannt hat. http://www.freitag.de/kultur/0929-posener-achse-des-guten
    Wer einen solchen Begriff von Antisemitismus hat, der muss ihn unter anderem immer, wie zwanghaft, in einem Atemzug mit etwas Dritten nennen, in diesem Falle Deutschenfeindschaft und Islamophobie.
    Dass moderner Antisemitismus ganz antirassistisch daherkommt, im Gewande der Völkerfreundschaft und Ökologie, will und kann er einfach nicht begreifen. Wäre Antisemitismus so, wie Posener ihn definiert, könnte es nämlich keinen linken (oder linksliberalen) Antisemitismus geben. Ein Blick etwa in die Junge Welt beweist das Gegenteil, da wird neben übelster Hetze gegen Israel das repressive deutsche Assylrecht kritisiert und ein Mumia Abu-Jamal darf sich über den US-Imperialismus aufregen. Henning Mankell, der offen zur Vernichtung Israels aufruft, ist sozusagen vorbildlicher skandinavischer Sozialdemokrat, der sich für Waisenkinder in Afrika engagiert und ganz bestimmt keine Probleme mit Homosexuellen hat.

  9. Bernd Dahlenburg sagt:

    Frager sagt:

    Dass moderner Antisemitismus ganz antirassistisch daherkommt, im Gewande der Völkerfreundschaft und Ökologie, will und kann er einfach nicht begreifen.

    ———

    Sehr gut formuliert.

    Genau darum geht es. Man hätte den Diskurs zwischen Posener und Thomas eigentlich auf diesen Kernsatz fokussieren können.

    Mich würde interessieren, wie Posener an dieser Stelle weiterdiskutiert -. oder ob überhaupt….

  10. Roger sagt:

    @THomas
    „Man könnte der dürren Definition auf Wikipedia noch hinzufügen, dass Kritik auch immer selbstreflexiv sein muss, will sie denn welche sein. Und das heißt, die Intention bzw. Motivation dessen, der sie vorbringt, also die Frage nach dem Warum, mit einzubeziehen. Warum also machen sich in Europa Leute, die für andere außennpolitischen Fragen in der Regel recht wenig Interesse aufbringen, deratige Gedanken, wie, wann, ob Israel kritisiert werden solle, dürfe, könne?“

    Ohne in die Debatte einsteigen zu wollen, das ist einfach sehr schön und klar formuliert!

  11. Alan Posener sagt:

    @ Die wahren Hüter des wahren Glaubens: Ich habe einen Text geschrieben zur Kritik zweier antisemitischer Artikel. Ich werde dafür hier angegriffen. Warum? Weil ich den Antisemitismus in der Tat als Matrix für jedwede Diskriminierung sehe, ob sie nun rassistisch, religiös, klassenmäßig, ökologisch, nationalistisch oder gar demokratisch (siehe Wilders) begründet wird. Manche Leute wollen aber nicht, dass dieser Zusammenhang klar wird. Sie wollen ihre Intoleranz gerne praktizieren, aber sie maskeieren das durch einen übertriebenen, unglaubwürdigen und ganz und gar falschen Philosemitismus. Mein Vater, der mit solchen Leuten gerade im Nchkriegsdeutschland viel zu tun hatte, sagte immer: mit den Antisemiten kann ich leben, die sind wenigstens ehrlich. Dass ich mir von Abkömmlingen dieser Judenvernichter erklären lassen muss, meine Kitik am Antisemitismus entspreche nicht der Parteilinie, das ist ein Beleg für diese Weisheit meines Vaters.

  12. Alan Posener sagt:

    @ Thomas: Objektiv dient Ihre Kritik den Antisemiten und Antizionisten, die sich ins Fäustchen lachen, wenn sich die Verteidiger Israels gegenseitig zerfleischen. Das ist Ihre funktion: durch Sektierertum der Sache Israels schaden.

  13. Mate Ulke sagt:

    Es ist in der Tat bigott wie sich hier Volxdoitsche als Großinquisiteure der einzig wahren Antisemitismuskritik aufspielen. Bewältigung von Schuldgefühlen spielt eine große Rolle, würde zumindest der Laienpsychologe urteilen. Insbesondere beim Deutschbalten Osten-Sacken mit seiner vom Antisemitismus getränkten Volksgeschichte. Seine Maxime ist wohl: verwirre die Freunde Israels, verwirre die Juden – um sie zu spalten, unschädlich zu machen, in die Enge zu treiben und letztlich das zu vollenden, an dem Papi und Opi noch gescheitert sind. Es mag wenige Feinde Israels geben, die perfider vorgehen.

    Hier Osten-Sackens wahrscheinlicher Vorfahr Rosenberg: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RosenbergAlfred/index.html

    Die gleichen basedowschen Augen wie der Abkömmling. Haben sie eigentlich ihr zusammengeraubtes, vielleicht gar arisiertes Vermögen damals gut in die Bundesrepublik überführen können, Osten-Sacken? Auf die Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte warten wir bis heute vergebens. Clemens Heni, der sich schon um die Kausa Benz verdient gemacht hat, könnte hier übernehmen.

  14. Frager sagt:

    @Posener
    Das ist ein falsches Argument. Denn gerade in letzter Zeit, wo Israel am Pranger steht, häufen sich Ereignisse, in denen sich zeigt, dass Freunde Israels, ich denke da an die Herren Mißfelder und Niebel, sich als äußerst zweifelhafte Zeitgenossen entpuppen. Keineswegs stelle ich in Abrede, dass Sie, Herr Posener, sich als Freund Israels verstehen. Ich glauben auch nicht v. der Osten-Sacken tut das. Ihre Definition von Antisemitismus und ihr Verständnis von dem, was Israelkritik sind, sind aber sehr fragwürdig, wenn nicht falsch. Darauf hinzuweisen hat nicht mit zerfleischen zu tun. Freunde Israels sind keine Partei und brauchen auch keine entpsrechende Linie.
    Warum, das sei nur am Rande gefragt, muss eigentlich immer gleich irgendwer her, der vor den Philosemiten warnt, wenn die Diskussion eigentlich um eine Definition des Antisemitismus geht?

  15. Ali sagt:

    @ Mate Ulke

    Ist ihr Beitrag (schlechte) Satire oder versuchen Sie tatsächlich biologistischen ‚Antifaschismus‘ zu betreiben? Haben Sie das Faschisten-Gen denn schon ausfindig gemacht?

  16. Mate Ulke sagt:

    @ Ali

    Es geht nicht um Biologismus. Es geht darum, dass publik gemacht werden sollte, welcher Schweinereien sich Osten-Sackens Vorväter mutmaßlich schuldig gemacht haben. Osten-Sacken deckt den Mantel des Schweigens über diese unappetitliche Angelegenheit. Gleichzeitig spielt er sich als Großinquisitor auf, der fröhlich dabei ist ausgewiesene Freunde Israels in der Öfentlichkeit zu diffamieren. Das stinkt zum Himmel.

  17. jozy sagt:

    oh gott, ich kanns nicht mehr hören, euer ständiges geschwätz von „kritik“ hier, „kritik“ da.

    buah.

  18. Lobo sagt:

    @ Malte Ulke
    Wenn Sie hier solche, doch recht gewagten, Behauptungen aufstellen und behaupten sein Vater bzw. Großvater wären direkt in den Holocaust verstrickt, müssten Sie doch irgendwelche Belege vorweisen können. Ansonsten wären ihre Texte hier durchaus ein Fall fürs nächte Gericht. Ein Hinweis, dass auch Rosenberg Deutschbalte war und deshalb vermutlich Vorfahr Osten-Sacken ist bestenfalls Diffamierung.

  19. Yaku sagt:

    @Malte Ulke

    Sie hantieren hier mit „wahrscheinlicher Vorfahr Rosenbergs“. Wenn Sie keine Belege haben, erfüllt das den Straftatbestand der üblen Nachrede und Verleumdung. Das kann Ihnen teuer zu stehen kommen.
    Außerdem wenn es so wäre, ist das ein Argument? Wenn ja wofür? Was haben denn ihre Vorfahren verbrochen? Abgesehen davon, pflegen Sie damit weiterhin das nazistische Vorgehen der Sippenhaft! Gehts noch bescheuerter?

    Und hier zum Unterschied zwischen Antisemitmus und Rassismus. Das weiß eigentlich jedes Kind.

    http://no-racism.net/article/9/

    Lange Zeit ist Antisemitismus nicht als eigenständiges Phänomen wahrgenommen worden. Das hat sich auch in der gegenwärtigen Protestbewegung gegen die schwarz-blaue Regierung nicht geändert. Insbesondere in der linken Literatur ist Antisemitismus oft nur als eine besondere Form von Rassismus begriffen worden, dessen erklärung sich in der erklärung des allgemeinen Phänomens Rassismus erschöpfte. Rassismus und Antisemitismus stehen aber in einem jeweils unterschiedlichen verhältnis zur Wertverwertung und dem ihr eigenen Fetischismus. Im fetischistischen bewußtsein der bürgerlichen Warensubjekte nehmen Rassismus und Antisemitismus unterschiedliche Plätze ein.

    http://www.zag-berlin.de/antirassismus/archiv/39claussen.html

    Antisemitismus ist nicht gleich Rassismus
    Interview mit Detlev Claussen

  20. Mate Ulke sagt:

    @ Yaku

    Ob Rosenberg ein Vorfahr von Osten-Sacken war, kann ich nicht beurteilen – das wird allein Osten-Sacken selbst wissen und uns gewiss nicht mitteilen. Die deutschbaltische Gesellschaft jedenfalls war klein, so dass Verwandtschaften nichts ungewöhnliches wären. Der Einfluss führender Deutschbalten auf die NS Ideologie war zudem beträchtlich. Diese Bevölkerung hatte im Baltikum über Jahrhunderte eine Stellung, die sich Hitler für Deutsche in Mittelosteuropa generell erträumte: die einer Oberschicht aus Herrenmenschen, die über eine Leibeigenenschaft aus Esten und Letten geboten.

    Mit Sippenhaft, die mit Sicherheit keine nazistische Erfindung ist, hat dies freilich nichts zu tun. Aber wer meint, bekennende Israelfreunde diffamieren zu müssen, weil sie seine Version der Antisemitismusanalyse nicht teilten, sollte sich Fragen nach dem Treiben der eigenen Verwandtschaft gefallen lassen. Dass sich hier eine Deutschbalte erdreistet, Juden Nachhilfeunterricht in Sachen Antisemitismus zu geben, ist schon amüsant. „Am Deuschen Wesen soll die Welt genesen“, hiess das früher mal. Lieber Juden, allein der Deutsche Osten-Sacken weiß was gut ist für euch!

  21. Mate Ulke sagt:

    „Man muss einfach sehen, dass das zionistische Projekt ein Projekt des politischen Nationalismus gewesen ist. Dieser politische Nationalismus hat sich nur in einem kolonialen Kontext realisieren können. Das ist eine der Wurzeln des Nahostkonfliktes, die man nicht einfach wegerklären kann, sondern die vorhanden ist und in deren Logik es auch liegt, dass Israel zu einer Besatzungsmacht geworden ist. Unter diesen Folgen hat Israel nun schwer zu leiden und seit dem 6-Tage-Krieg ist es unabweisbar, dass Israel diese Realität, eine Besatzungsmacht zu sein, anerkennen muss und dass die Realität und Existenz als Besatzungsmacht auch die eigene Legitimität anfrisst.“

  22. Lobo sagt:

    Sie sind in der Tat ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Mich wundert, dass Ihre Beiträhe hier nicht gelöscht werden.
    Aber da Sie wunderbar bilogistisch argumentieren, mal eine Frage: Wie kommt es, dass Sie Posener zum Juden erklären, wo er doch gar keiner ist? http://www.webcitation.org/5lTdvoyZV.
    Sicher laut Nürnberger Rassegesetz wäre er einer. Dem hängen Sie also an?

  23. Mate Ulke sagt:

    Sie Dämlack. Posener wäre im „Dritten Reich“ genauso verfolgt worden. Und die Nürnberger Rassegesetze sind maßgeblich für das israelische Recht auf Rückkehr. http://en.wikipedia.org/wiki/Law_of_Return#Eligibility_requirements

  24. Yaku sagt:

    Ja, warum wohl, @Mate Ulke? Weil auch Nichtjuden verfolgt wurden und schon eine jüdische Großmutter ausreichte, um als „Mischling“ zu gelten. Damit das nicht wieder passiert, hat Israel dieses Rückkehrgesetz erlassen als Schutz vor evtl. erneuten Volksvernichtern. Ursache und Wirkung sollte man nicht verwechseln. Diese Gesetze wurden von Deutschen gemacht.
    Posner ist kein Jude als kann man wohl kaum sagen, hier erklärt einer einem Juden den Judenhass. Und Sie müssen uns Juden auch nicht erklären was Judenhass ist, den bekomme ich in Deutschland schon genügend mit.

  25. Mate Ulke sagt:

    Ich erkläre ihnen auch nichts, Yaku. Ich kläre nur ihren Kumpel Lobo auf. Die Erklärungsarbeit in Punkto Antisemitismus übernimmt der Baltendeutsche Blaublütler mit der ungewissen Herkunft.

  26. *lach* « menschenblog sagt:

    […] ganz großes kino. danke für den tipp (les‘ da sonst eher nicht so …) […]

  27. Ralf sagt:

    Den langweiler posener zu kritisieren muss nicht so geschwollen geschehen, wie bei von der osten-sacken (auch wenn da ein richtiger gedanke drin stecken möge).

    Sein text ist einfach fast komplett substanzlos.
    Schon die typisch liberale ansicht, dass recht und unrecht nur von den institutionen, die sich legitimität anmassen, festgelegt werden, in diesem fall versailler vertrag und uno, ist mehr als fragwürdig. Doch dessen ungeachtet: 1. Vielleicht geschah trotzdem unrecht beim akt der staatsgründung israels, punktuell, oder in anderer hinsicht, als es die uno interessierte. Und 2.: Israelsolidarische argumentationen erklären immer wieder, dass die ganzen uno-resolutionen, in denen israel kritisiert wird, nicht stichhaltig seien, da nicht alle umstände berücksichtigend. Jetzt soll also die uno wieder als neutrale richt-instanz gelten?
    Was unterstellt posener widmann denn? Hat er gelogen, gehetzt, blödsinn geredet, oder ist er oder sein text irgendwie gefährlich? Heutzutage geben sich viele leute anscheinend mit andeutungen, statt mit kritik zufrieden. Widmann fordert am ende des textes sogar, „das Existenzrechts des Staates Israel anzuerkennen“.

    Posener schreibt aber noch viel dickeren mist: Der andere fr-autor, der pakistani, den er zitiert (der übrigens in dem fr-artikel nicht als student bezeichnet wird), sagt NICHT, u.a. die israel-loby in den usa und israelische (nicht jüdische, wie posener schreibt!) denkfabriken seien drahtzieher der attentate gewesen. Die stelle lautet so:
    „Am Drogenhandel haben auch ausländische Mächte ein Interesse: Das US-Militär und die Finanzmarkt-Haie, die von den Konflikten der so genannten AfPak-Region profitieren. Dazu gehören auch die Falken unter den indischen Sicherheitskräften, israelische Denkfabriken und Verbände wie die US-amerikanische pro-israelische Lobby AIPAC, die Banker der Vereinigten Arabischen Emirate und die saudischen Herrscher aus dem Hedschas. Der Drogenexport zieht diese Kräfte an und schweißt sie fest zusammen.“
    http://fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/themen/?em_cnt=2829186&
    In seinem zitat lässt posener die beiden arabischen institutionen weg. Die passen ja auch nicht ins bild, wenn ein autor als „verschwörungstheoretiker“ verunglimpft werden soll – wie realistisch ist es, dass all die genannten verschwörerisch zusammenarbeiten?
    Der pakistani positioniert sich übrigens klar gegen anti-amerikanismus, für gewaltfreiheit, und für „die Neigung zu Debatte und Selbstreflexion“.
    Dadurch wird er nicht gleich zum sympathen, aber gewisse diffamierungen haben sich doch damit eigentlich erledigt.

    Posener – geh baden, du scheinst die hitze nicht zu vertragen!

  28. Wolter sagt:

    @ Th. v. d. Osten-Sacken

    Vielleicht bin ich ja naiv, nur Kritik, die sich selbst ernst nimmt, von mir aus auch nur dieser Definition von Wikipedia folgt, „die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung“ zu sein, braucht sich nicht als echte oder empathische zu deklarieren. Sie wäre eben Kritik und nicht versprachlichtes Ressentiment.

    Nein, naiv ist dieser Ihr Standpunkt nicht – jedoch dezidiert ein anderer als der meine. ;-)

    Sie beharren durch Ihre Posener-Kritik auf der Allgemeingültigkeit einer Konnotation des Worts „Kritik“, die ich mal „klinisch sauber“ nennen würde – die als eine Konnotationsnuance selbstredend seine (mindestens sozusagen „akademische“) Existenzberechtigung hat, deren bewußtseins- bzw. gewohnheitsgebrauchsmäßige Dominanz aber nicht dekretiert werden kann.
    Manchmal bleibt der „Volksmund“ bei der lexikalisch (oder heutzutage bei Wikipedia) nachschlagbaren „klinisch sauberen“ Konnotation, manchmal aber auch nicht, und dann, warum auch immer (Chaosforscher, ran an die Materie! ;-) ), dominiert die umgangssprachliche Verwendung, die im Wiki-Text ja auch (wenn auch viel zu oberflächlich) Erwähnung findet.

    Und „Kritik“ gehört zu letzterer Gruppe, also zu den Worten, deren Allgemeingebrauch eben nicht mehr dem „akademisch reinen Ideal“ entspricht – und statt von „klinischer Sauberkeit“ könnte man in solchem Falle auch von einer gewissen „Sterilität“ sprechen, und das meine ich jetzt nicht in dem konkreten (auf die Kontaminationsfreiheit von Gegenständen z.B. im chirurgischen OP-Betrieb bezogenen), sondern im inzwischen viel mehr gebräuchlichen (und deshalb erwähne ich es als ein anderes Beispiel von Konnotationswandel) übertragenem Sinne, wenn z. B. von der Theaterkritik (oi: Kritik! ;-) ) eine Inszenierung als „steril“ (die Rollencharaktere nicht glaubwürdig zum Leben erweckend bzw. die Realität nicht überzeugend „kritisch“ [ha! ;-)] reflektierend etc.) bezeichnet wird.

    Die aus dem Altgriechischen ??????? abgeleitete Ur-Bedeutung ist mir einstigem Altsprachenschüler durchaus seit geraumer (in Jahrzehnten zu veranschlagender) Zeit bekannt, und dennoch reibe ich jemandem, der im Kontext seiner Äußerungen ganz offenkundig die umgangssprachlich bevorzugte „ausgefranstere“ Konnotation gewählt hat, die aber ihres heutigen Allgemeingebrauchs wegen kaum zu Mißverständnissen führt, dies nicht als „Fehler“ oder „Sakrileg“ vor.
    Während im Alt-Sinne von „Kritik“ die damit bezeichnete Beurteilung auch positiv sein konnte, muß das Adjektiv mittlerweile ausdrücklich der Vokabel Kritik beigefügt werden, während das Wort ohne Zusatz überwiegend für eine negative Beurteilung steht.
    Überhaupt wird das Wort zur genaueren Charakterisierung aushilfsweise oft und vielfältig mit Adjektiven ergänzt, und dazu gehört eben auch die „unseriöse“, die „ungerechte“, die „polemische“, die „unsachliche“ oder gar die (zwar nicht oft so bezeichnete, aber auch nicht ausdrücklich „verbotene“) „ressentimentgeladene“ Kritik (die dann „in Antisemitismus übergehen kann“).
    Auch so kann man, ganz „formulierungslegitim“ aufgrund der skizzierten Sprachgewohnheiten des „Volksmundes“, der „Kritik“ eines Herrn Widmann mit Schärfe begegnen – und mit dieser Art Schärfe hat nun einmal Posener die unakzeptablen Äußerungen dieses FR-Journalisten kommentiert.

    Nun „Apo“ deshalb auf dieser Seite hier mit sprachpuristischem Gestus ans Schienbein zu treten, das bleibt für mich – sorry, nicht persönlich nehmen bitte, Herr v. d. Osten-Sacken – idiotisch. Diese Verbalattacke nannte ich oben „Posener-Kritik“, die ich, wie ersichtlich, für unsachlich halte (natürlich für weniger schlimm als die Absonderung von Widmann, das sollte klar sein). Folgte ich Ihrer engen Auffassung der Konnotation, müßte ich das Wort Kritik hier vermeiden ;-). Das allerdings lasse ich bleiben, da ich nicht im sprachpuristischen Elfenbeinturm lebe. *g*

    _______
    [ Tut mir leid übrigens für die recht späte Antwort, aber bis Sonntag waren meine Kreativreserven dem Dasein als Fußballfan vorbehalten, und am Montag schlug der Nach-WM-Blues zu ;-) ]

  29. Cyrano sagt:

    @ Wolter: Dass das Wort Kritik sich von einer klar zu umreißenden Bedeutung verabschiedet hat, bestreitet hier sicher niemand. Dies ist aber auch Teil des Problems, das sich nicht an eben dem einen Wort festmachen lässt, sondern eben an der allgemeinen Begriffslosigkeit, die es erlaubt jedes Meinen in Worte zu kleiden, die Analyse oder gar Erkenntnis suggerieren. Und das viel strapazierte Wort „Israelkritik“ ist sicherlich die erbärmlichste Ausgebot dieser Art zu denken. Wie bereits argumentiert wurde: was soll das denn sein? Als Begriff, der wiederum der Kritik auszusetzen wäre, hat „Israelkritik“ durchaus seine Berechtigung, ist es doch der Begriff, unter dem die Delegitimation Israels vordringlich betrieben wird. Israelkritik positiv als moderate Staatskritik anzuerkennen, um dann den Auswüchsen der selben eine Absage zu erteilen, dass in Bezug zu Konstrukten wie Deutschenfeindlichkeit u. Deutschlandkritik, ist dagegen, um es mit Herrn …

    … @Posener zu sagen: „Bullshit“. Denn selbst wenn es „Deutschenfeindlichkeit geben mag (und ich kann ihnen, Herr Posener, darin, dass eine etwaige „Deutschenphobie [die sich] etwa in britischer Propaganda des ersten Weltkriegs findet“ mit dem was unter Israelkritik firmiert auch nur in Ansätzen gleichzusetzen wäre, nun wirklich nicht folgen – noch mal: Bullshit), so gibt es eben die allgemeine Staatskritik, und es gibt „Israelkritik“. „Israelkritik“ ist ein einzigartiger Begriff, der etabliert wurde erst, als der Mensch sagen lernte: „Kritik an Israel muss aber doch erlaubt sein“, und denkt so immer bereits die verhasste Dämonisierung mit, weil in „Israelkritik“ eben angelegt ist den Staat Israel als besonders schlimm bzw. besonders beschützt hervorzuheben.
    Darin, dass nicht jeder Mensch, der antiisraelisch argumentiert, die Vernichtung der Juden will, gebe ich ihnen sogar recht. Allerdings, wer argumentiert wie Widmann & Paech & whoever else, reflektiert zumindest so wenig auf die derzeitige Situation in Israel, dass er sie in Kauf nimmt. Dieser Mange an Reflexion ist insofern schon beeindruckend, als dass Frau Groth etwa haarklein die Unterschiede zwischen der deutschen IHH und der türkischen runterbeten konnte, nicht aber die Gemeinsamkeiten, und als dass noch jeder „Antizionist“ haarklein über die 1-2% wahrhaft emanzipatorischer Kräfte in Gaza bescheit weiß, nicht aber darüber, was er durch die „Einstaatenlösung“ oder die rigorose Umsetzung des „Rückkehrrecht“ eigentlich fordert.

    Herr Posener, Ihr Artikel ist sicherlich gut gemeint, und die Aggression angesichts der harschen Kritik hier daher nachvollziehbar. Aber letztlich wird nun mal im Aufmacher schon die „Israelkritik“ (s.o.) mit einem Triumvirat scheinbar ähnlich gelagerter Fälle, die die dauernden Angriffe auf Israel trivialisieren und deren tatsächliche Einzigartigkeit bestreiten, begegnet, folgendermaßen: „Dafür gibt es drei Kriterien, die man übrigens auch anwenden kann, um zwischen Kritik an den USA und Antiamerikanismus, Kritik an Deutschland und Deutschenfeindlichkeit, Kritik am Islam und Islamophobie zu unterscheiden“. Nun mögen Sie die Unterschiede zwischen Antisemitismus und Rassismus nicht erkennen (und ich werde nicht darauf hoffen, hier noch Nachhilfe erteilen zu können), und vielleicht glauben sie auch, dass Homosexuelle in der gleichen Weise verfolgt werden wie Juden, uns aus den gleichen Gründen. Aber sie legen allen Ernstes nahe, das Israelkritik und die Dämonisierung Israels, Kritik an den USA und Antiamerikanismus, Kritik an Deutschland und Deutschenfeindlichkeit, Kritik am Islam und Islamophobie im gleichen Verhältnis stünden. Ja so ein Quatsch. Konnten denn die anderen von ihnen genannten Phänomene je den Bundestag über alle Fraktionen einen? Haben sie Rechte,Linke&Islamisten zu gemeinsamen Bootsfahrten animiert? Sind Deutschland und die USA von Vernichtung bedroht? Ist der Islam ein Staat, und welche Organisation hat sich zwecks Ausrottung der Muslime verschworen? Ich muss noch mal wiederholen: Bullshit.

  30. mellowsingles.com sagt:

    mellowsingles.com…

    WADIblog» Blogarchiv » 3 D?s?…

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