Unrechtstaat Israel

09. Juli 2010, von Thomas von der Osten-Sacken

Moshe Zimmermann hat ein neues Buch geschrieben. Arno Widmann darf es für die FR rezensieren. So gut, so öd. Dann aber schreibt Widmann diesen schönen Absatz:

Könnte es nicht sein, dass die Angst vor dem Frieden auch daher rührt, dass die Israelis nur zu genau wissen, dass die Gründung des Staates Israel Unrecht war? Vielleicht rührt die Angst doch auch daher, dass man fürchtet, dafür einmal bezahlen zu müssen. So betrachtet haben wir es – nicht nur, was terroristische Angriffe angeht – mit wohlbegründeter Furcht zu tun.

Die Gründung des Staates Israel war Unrecht! Punkt. Aus. Nein, nein, es ist bei der Gründung des Staates nicht etwa Unrecht geschehen,  die ganze Gründung, vom UN-Beschluss angefangen bis zur Rede des damaligen sowjetischen Außenministers, war ein einziges, ein schreiendes, ein nach Wiedergutmachung schreiendes Unrecht. Das schreibt man heute so in der FR und der Lektor, die Redaktion, und am Ende der Nahrungskette der Leser, bzw. political correct die LeserInnen, nicken das ab. Unrecht!

Beim Arno Widmann war es ein langer beschwerlicher Weg durch das ganze 68′ Establishment und seine Publikationen. Nun aber, die Zeit ist wahrlich final reif, darf man endlich ganz ungeschminkt mal sagen, was einem, dem 1946 geborenen, der dann auch noch bei Adorno studiert hat, seit je her auf der Seele liegt. In Wirklichkeit will diese ganze verkrachte westdeutsche Linke nämlich genau das: Irgendwer soll für ihr klägliches Scheitern zahlen. Und wer ist dafür geeigneter als einmal mehr die Juden? Sozusagen nach allem noch eine Versöhnung über die Generationsgrenzen hinweg mit Papa und Mama, die einem ja im schwierigen Jahr 1946, sogar unter alliierter Besatzung, zur Welt gebracht haben. Versöhnung in Deutschland ist, wenn die Juden dafür bezahlen müssen.

7 Antworten zu “Unrechtstaat Israel”

  1. Kölner sagt:

    Die FR gehört meines Wissens inzwischen dem Verlag DuMont Schauberg (express, Köner Stadtanzeiger, Berliner Zeitung, Kölnische Rundschau), dem auch 25% der Haaretz gehören.

  2. Israelkritik vom feinsten « Sendungsbewusstsein sagt:

    […] dieser wundervollen Äußerung kann man einige Rückmeldungen lesen – von Thomas Osten-Sacken, Alan Posener. Über die Rolle der sogenannten radikalen Linken in Israel hat Assaf Sagiv […]

  3. Bendolino sagt:

    Ja da wartet man doch direkt auf einen Vorschlag für eine endgültige Lösung der Israelfrage von Herrn Widmann, wie würde die wohl aussehen?
    Vielleicht so:
    Israel wird als Staat von der UNO abgeschafft, die staatlichen Institutionen werden entmachtet.
    Die Israelis werden in arabischen Arbeitscamps (selbstverständlich unter Aufsicht der UNO und des Roten Kreuzes/ Halbmonds) an sinnvollere Tätigkeiten als das unterdrücken der palästinensischen Bevölkerung aktiv herangeführt. Aufsicht im Lager haben deutsche Linke, die sich Ihrer Verantwortung für den Holocaust und der daraus resultierenden Verrohung der Israelis voll bewusst sind, Sie stellen sich in beispielhafter Weise Ihrem historisch begründetem Erziehungsauftrag!
    Eine Vermehrung der Israelis wird durch proaktive Geburtenkontrolle (Sterilisation) verhindert.
    Das Nahostproblem ist in nur zwei Generationen so gut wie gelöst.

    Es fällt mir manchmal schwer meine Gefühle gegenüber der deutschen, antisemitischen Linken auszudrücken, aber ich meine, diese Leute denken eben vorzugsweise mit dem Arsch.

  4. Webbaer sagt:

    Die Besitzverhältnisse der sogenannten Standardmedien sind idT sehr wichtig, wenn solche Essays einzuordnen sind.

    Als ehemaliger Leser, Käufer und Financier der o.g. Medien fragt man sich immer mehr, woher diese ihr Geld verdienen heutzutage.
    Kann es sein, dass immer mehr Macht gekauft wird durch Investoren?

    MFG
    Wb

  5. Natriumglutamat sagt:

    Hätte es nach Mahler und Rabehl noch eines Beweises bedurft, wie nahe lechts und rinks beieinander liegen: Widmann liefert ihn. Ekelhaft.

  6. frohberg sagt:

    Gräßliche Polemik von diesem Widmann: Angst vor dem Frieden. Friede bei ihm definiert als judenfreie Zone, oder was. Das Umlegen oder Vertreiben von Juden wäre nach dieser goebbelesken Definition wohl gleichbedeutend mit „Friedenschaffen“. Sein Haß ist fast mit Händen zu greifen, geradzu giftig. Man nimmt schon fast selber Schaden, wenn man sowas nur liest. Gräßlich. Wenn das so weitergeht, trag ich nur noch Israel-T-shirts. Im Ernst.

  7. Zitate! « abseits vom mainstream – heplev sagt:

    […] in Deutschland ist, wenn die Juden dafür bezahlen müssen. Thomas von der Osten-Sacken, WadiNet-Blog, 09.07.10 über Linke wie Arno […]

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