Wirtschaftspartner Mullahstaat

30. Mai 2007, von Thomas von der Osten-Sacken

Nach dem österreichischen Gasdeal mit dem Iran, könnte das Mullahregime jetzt den verkrachten Transrapid retten, der scheinbar einzig dafür entwicklet wurde, an möglichst fiese Diktaturen verhökert zu werden.

Regt sich wer auf? Keineswegs, es geht ja nur um friedliche Entwicklung und den Standort Deutschland. Dafür intensiviert man gerne das Irangeschäft. Und wenn die Amis dann nörgeln, dass Europa sich wohl längst mit der iranischen Atombombe abgefunden hat, erklärt man ihnen, dass Sanktionen eh nichts nützen, sondern man besser Dialoge führen  oder den so genannten Nahostkonflikt lösen sollte.

3 Antworten zu “Wirtschaftspartner Mullahstaat”

  1. sarah liebmann sagt:

    Leider bläst auch Thomas Schmidinge ins selbe Horn:

    Gastkommentar von Thomas Schmidinger
    Unwirksame Wirtschaftssanktionen

    http://www.wienerzeitung.at/

    Dass Atomwaffen in der Hand des iranischen Regimes eine Bedrohung sind,
    damit hat Stephan Hofer (in der “Wiener Zeitung” vom 15. Mai 2007)
    selbstverständlich Recht. Die Frage ist nur, wie dies wirksam verhindert
    werden kann.
    Wirtschaftssanktionen haben sich in den vergangenen Jahren dafür als
    ungeeignet erwiesen. Nie haben sie ein autoritäres Regime in die Knie
    gezwungen, sehr wohl aber zu einer Schwächung von Staatlichkeit beigetragen,
    die nach einem eventuellen Regimewechsel zu massiven Problemen führen kann.
    Der Irak ist dafür das beste Beispiel.

    Daraus müssten doch irgendwelche Überlegungen folgen, die das Instrument der
    Wirtschaftssanktionen entweder zielgerechter machen oder durch andere
    Methoden ersetzen. Ist das Wissen um die entsprechende Technologie einmal
    vorhanden, lassen sich selbst mit militärischen Angriffen bestenfalls
    Verzögerungen beim Bau nuklearer Waffen bewerkstelligen ­ und all dies mit
    dem Risiko, nach dem Irak ein zweites militärisches Desaster mit ungeahnten
    Folgen für die Zivilbevölkerung zu verursachen.

    Das ursprünglich bereits mit westlicher Unterstützung zu Zeiten des Schas
    begonnene zivile Atomprogramm hatte immer die Unterstützung des Großteils
    der iranischen Bevölkerung. Schließlich wird es dieser erfolgreich als
    “zivile Nutzung der Kernenergie” präsentiert. Ein Blick in die iranischen
    Medien ergibt nämlich ­ anders als Stephan Hofer glaubt ­ kein
    Eingeständnis, an einer Atomwaffe zu arbeiten, sondern eine Begeisterung für
    die vermeintlich fortschrittliche Nuklearenergie, eine Begeisterung, die
    leider auch viele der wichtigsten iranischen Oppositionsgruppen teilen.

    Dabei darf nicht vergessen werden, dass der einzige islamische Staat, der
    tatsächlich bereits über Atomwaffen verfügt, nämlich das “prowestliche”
    Pakistan, genau jener ist, dessen Geheimdienst am engsten mit al-Kaida
    verbunden ist. Dass es niemand wagt, diesen Staat dafür in die Verantwortung
    zu nehmen, wird den Iran eher darin bestärken, auch in den Besitz von
    Atomwaffen zu kommen, um eben nicht mehr einem drohenden Militärschlag
    ausgesetzt zu sein. Die westliche Verharmlosung Pakistans bei gleichzeitiger
    Diabolisierung des Iran steht damit einer wirksamen Kontrolle des iranischen
    Atomprogramms im Wege.

    Genau diese zu erzwingen, wäre jedoch das Gebot der Stunde. Und würden sich
    Europa und die Vereinigten Staaten endlich von der Abhängigkeit von fossilen
    Brennstoffen befreien, würde dies nicht nur unsere Chancen, der
    Klimakastrophe zu entkommen, erhöhen. Dann stünden wir auch nicht vor der
    Wahl, diese vom Tschetschenen-Schlächter Wladimir Putin, von den weltweit
    sunnitische Dschihadisten fördernden Saudis oder eben von den Mullahs in
    Teheran zu beziehen.

  2. Modern sagt:

    Immerhin gibt das wirtschaftliche Interesse Irans am Bau des Transrapids doch begründete Hoffnung, dass ein neuer Friedensdialog mit dem Mullahstaat entstehen könnte.

  3. Modern Life Is Still Rubbish sagt:

    [...] Dass eine Verurteilung der hetzerischen Reden von Mahmud Ahmadinedschad nicht fehlen darf – man ist ja bei einem guten Freund – versteht sich von selbst. Dass man den Namen dieses Mannes jedoch nicht ausspricht, auch das scheint sich von selbst zu verstehen. Immerhin gibt das wirtschaftliche Interesse Irans am Bau des Transrapids doch begründete Hoffnung, dass ein neuer Friedensdialog mit dem Mullahstaat entstehen könnte. Und falls es, seitens Iran, bei dem reinen Wirtschaftsinteresse bleiben sollte, kann man im Nachhinein immer noch die durch den High-Tech-Transfer eingenommenen Gelder in den Friedensdialog mit weniger ignoranten Völkern stecken. Kann man, muss man aber nicht. Wir halten uns jede Option offen. [...]

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