Frau Grothe und die Wahrheit

12. Juni 2010, von Thomas von der Osten-Sacken

Wer glaubt die Friedenskapitaene der Linken wuerden wenigstens aufhoeren ihre haltlosen Unterstellungen zu unterbreiten, der taeuscht sich. Frau Grothe vor dem Bundestag:

Inzwischen wurde bewiesen, dass die israelischen Videos manipuliert waren. 

Wer hat dies bewiesen? Sie selber behaupten es steif uns fest und faktenresistent. Bewiesen ist bestenfalls, dass Reuters mal wieder ein bisschen Photoshop benutzt hat - im Sinne der Passagiere der Mavi Marmara. Bislang konnte niemand stichhaltig nachweisen, dass irgend etwas an den Videos der Israelis manipuliert wurde.

 Inzwischen haben auch die israelischen Streitkräfte eingeräumt, dass es sich bei den Aufnahmen eines Gesprächs, bei dem angeblich ein Aktivist die Militärs aufforderte, nach Auschwitz zurückzukehren, um eine Fälschung handelt.

Die IDF hat die entsprechenden Funksprueche gekuerzt online gestellt. Nachdem sie dafuer kritisiert wurde steht nun der ganze Funkverkehr mit einer entsprechenden Erklaerung im Netz.

Von einer Faelschung kann keine Rede sein.

Die „Mavi Marmara“ hatte ausschließlich humanitäre Hilfsgüter an Bord, insbesondere Medikamente, Baustoffe und technische Geräte.

Die Mavi Marmara hatte 600, teilweise bewaffnete, Blockadebrecher an Bord, sonst nichts. Das als Hilfsgueter bezeichnete Zeugs, groesstenteils unnuetzer Kram, wie etwa Toiletten, abgelaufene Medikamente und gebrauchte Kleidung, befand sich auf anderen Schiffen. Falls es sich auch hier um eine “israelische Faelschung” handeln sollte: die Mavi Marmara ist kein Frachschiff, sondern eine Personenfaehre, kann also qua Bauweise schon kaum groessere Mengen an Hilfsguetern transportieren.

Frau Grothe spricht vor dem Bundestag eindeutig und nachweisbar die Unwahrheit. Aber fuer die gute Sache darf auch eine Linke mal ein bissschen luegen, oder?

Immerhin wissen wir jetzt auch, weshab sie alle nach einer internationalen Untersuchungskommission rufen:

Nur durch eine internationale Untersuchung können die Vorwürfe widerlegt werden, die mittlerweile gegen uns vorgebracht werden.

Nun Frau Grothe, bislang konnten Sie oder Ihre Mitpassagiere keinen einzigen Vorwurf, der gegen Sie erhoben wurde entkraeften. Im Gegenteil. Brauchen Sie also jetzt die UN? Ich bin sicher, wenn Sudan, Kuba, Venezuela, der Iran und andere Staaten, die, wie Sie, so umgetrieben sind von “Gerechtigkeit fuer Gaza”, eine entsprechende Untersuchung anstrengen, kommen Sie, Frau Grothe, mit bluetenweisser Weste davon.

39 Antworten zu “Frau Grothe und die Wahrheit”

  1. Joram sagt:

    Es ist eine Schande, dass eine do dämmliche Person das Mandat als Volksverterter innehat. Vertritte sie damit seine dämmliche Wähler? Wie ist möglich, dass so ein Pinokio wie sie vor dem Bundestagplenum so dreist lügt?
    Wie ist das möglich, dass kein Untersuchungsausschuß sich diese “Dame” vornimmt?

  2. Brenner sagt:

    Rainer Stinner (FDP) drohte im Parlament: “Gerade die enge Partnerschaft zu Israel verpflichtet uns als Deutsche, dass wir nicht jede Handlung der jeweiligen israelischen Regierung kritiklos hinnehmen. … Erstens lassen Sie mich sagen, dass mich als bekennenden Unterstützer Israels erschreckt, mit welcher Geschwindigkeit es der gegenwärtigen israelischen Regierung gelingt, Freunde und Partner in aller Welt zu verlieren. Das kann nicht im Interesse Israels sein. Das müssen wir als Freunde Israels auch sehr deutlich sagen.” So viel Einigkeit sieht man selten im Bundestag: die israelische Regierung wurde fraktionsübergreifend aufgefordert, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben.

  3. Man muss genau sei sagt:

    Guter Joke.

    Es wurde der Israeli Occupation Force nicht vorgeworfen, dass sie die Funksprüche gekürzt ins Netz stellte- sondern dass auf der Aufnahme total unklar ist, von wem der Kommentar “Geh zurück nach Auschwitz” kam. Im Klartext, es ist gut möglich, dass er nicht vom Schiff kam, sondern von (natürlich interessierten) Armeequellen eingeflickt wurde. Das war der Grund für die Polemik gewesen. Und dafür, dass das Ding erst zurückgezogen wurde, bevor jetzt ein neuer Versuch gestartet wird, die Öffentlichkeit glauben zu machen, es handle sich um einen Beweis. Bis jetzt ist aber völlig unbewiesen, von wem der Kommentar kam. (Dass dessen Inhalt verurteilungswürdig ist, versteht sich von selber.)

    Und als Quelle für eine Auflistung dessen, was sich an Bord der Schiffe befunden haben soll, ausgerechnet das Aussenministerium des Staates Israel zu nennen, ist nicht gerade der Gipfel der Glaubwürdigkeit. Es sind, nun ja, neutralere oder objektivere Quellen vorstellbar.

    Ein paar Medikamente waren vielleicht abgelaufen, aber das bedeutet ja nicht, dass alle es waren. Ansonsten, eines der französisch-griechischen Schiffe transportierte laut “La Monde” auch 100 Fertighäuser, in Bestandteilen natürlich. Also von wegen “nur nutzloser Kram”. Unstrittig ist, dass es vor allem eine politische Aktion war, um die Aufhebung der Blockade zu fordern. Die fordert etwa auch die ganze EU, verbal, ohne freilich etwas dafür zu tun.

    Alles Kriminelle, die nur morgens aufwachen und sich schwören, heute mal wieder eifrig am Untergang des armen kleinen Israels zu arbeiten, klar. Antisemitische Weltverschwörung. Höhö.

  4. ts sagt:

    Seit 1967 nichts Neues.

  5. Rainer Lang sagt:

    tja, das Fortleben des Antisemitismus des SED Staats in Gestalt heutiger Zusammenarbeit mit dem religiös verbrämten Terror, Reaktion und Antisemitismus wird der SED unzweifelhaft zum Verhängnis. Man hatte 20 Jahre Zeit sich einmal selbstkritisch mit der eigenen Politik und damit der eigenen, unermesslichen Schuld zu beschäftigen. Man hat es nicht getan und so wird man sich bei den Aussätzigen wiederfinden. Und das ist auch gut und gerecht so.

  6. willow sagt:

    Diese Deppen geben offen zu, eine islamistische Terrororganisation zu unterstützen, die aus ihrem Judenhass nicht das geringste Geheimniss macht. Diese “Volksvertreter” behaupten ganz offen, daß Hamasfunktionäre glaubwürdiger sind als die notorisch verlogenen Juden.

    Und welche Konsequenzen gibt es? Welchen Aufschrei? Keinen!

    Aber das ist auch schon keine Überraschung mehr in einem Land, in dem die Unterstützer der Hamas für Politiker und Bevölkerung Helden sind – die Unterstützer Israels dagegen als Verbrecher gelten…

  7. Freud sagt:

    Unerträglich, die propagandistischen Haßtiraden jener, die offenbar die IHH als Hilfsorganisation wahrnehmen wollen. Auch die SA unterhielt Suppenküchen, aber deswegen würde sie nur ein sehr bemoostes Haupt als Hilfsorganisation bezeichnen.

    Israel bot an, die wirklichen Hilfsgüter über Ashdod nach Gaza zu bringen. Wer hätte helfen wollen, hätte das akzeptiert (wie es weltweit nach Naturkatastrophen der Fall ist, in denen meist die Regierungen selbst die Hilfsgüter verteilen bzw. den Hilfsorganisationen entsprechende Vorgaben machen dürfen).
    Ägypten blockiert Gaza ebenfalls – und das, obwohl es doch moslemische Brüder und Schwestern sind, eben weil die Ägypter wissen, daß man mit der Hamas nicht leben, nicht arbeiten kann. Das zeigt, daß Israels Motive zur Blockade nicht boshaft sind, sondern lediglich passiv-abwehrend.
    Wer eine Blockade bricht, wird als Blockadebrecher behandelt. Was also soll das Gejaule eigentlich? Wer in der U-Bahn schwarz fährt, muß auch seine 40 € bezahlen. Wer sich dann noch darüber beklagt, ist mindestens bigott.
    Das Schlimmste aber ist, daß so viele Menschen versuchen, Israel abzuschaffen (nichts anderes hat die schleichende Delegitimisierung im Sinn).
    Im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit für die Hamas einzutreten, ist ungefähr so absurd wie Hitler den Preis für die Maßnahmen zur Erhaltung europäischer Städte zuerkennen zu wollen.
    Ich kann und will nicht begreifen, warum so viele Menschen in einem freien Land eine Organisation stützen und ihrer Propaganda glauben, die für Terror, Unfreiheit, Haß, Religionszwang, Korruption und Verbrechen steht wie die Hamas. Aber es bleibt ja dabei: der Antisemit hat kein Problem mit den Juden, er hat ein Problem mit sich selbst, und darum ist seine Wahrnehmung der Welt so absurd.
    Wenn’s nur nicht so gefährlich wäre…

  8. Ich bins sagt:

    Moin,

    der eigentliche Skandal für mich ist nicht die Aktion der SED-Nachfolger. Was mich massiv stört, ist das vor allem ARD und ZDF diesen Verfassungsfeinden der Links-Partei ihren täglichen Sendeplatz einräumen. Es gibt kaum ein politisches Thema wozu man Frau Lutsch äh Lötzsch nicht befragt, ganz so als handle es sich bei der Partei um ein demokratische alternative zu den anderen Bundestagsparteien.

  9. Hermann Dierkes – ein linker Israelhasser « Gitarrengott's Weblog sagt:

    […] in der Linkspartei im Kampf mit der Realität oft nicht auf den Pfennig ankommen lassen, kann das hier mal lesen. Oder sich anschauen, wie Dierkes es auf einer Demo in Duisburg, bei der augenscheinlich auch […]

  10. Wegelagerer sagt:

    @ willow

    “… glaubwürdiger als die notorisch verlogenen Juden”: Mir scheint wohl, von angblichen /Charakter-/Eigenschaften “der Juden” war nirgendwo die Rede. Man muss sich das auch nicht plump zurecht fälschen. Juden als solchen kollektive Eigenschaften anzudichten, ist eine Sache. Eine Armee nicht für die glaubwürdigste Institution auf der Welt zu halten, eine andere, die damit rein gar nichts zu tun hat.

    A propos Fälschungen:

    Die Webseite des “Nouvel Observateur” (Paris) ist mal hingegangen und hat die Fotos, die durch die israelische Armee über ihre angeblichen “Waffenfunde” an Bord der Schiffe präsentiert wurden, überprüft. (“Waffenfunde”, die im Grunde eher unspektakulär waren: paar Küchenmesser, paar Strahlrohre, paar Nachtsichtsgerät – ui, total ungewöhnlich an Bord eines Schiffes.)

    Diese Fotos konnten identifiziert werden, da zuvor im Internet bereits vorhanden und dort mit Leserkommentaren versehen, die ihrerseits Zeitangaben enthalten.

    Höhö, und jetzt wirds lustig. Eine erste Serie von Fotos, die u.a Nachtsichtgeräte zeigt, stammt demnach vom 07 Februar 2006. Eine zweite Serie, mit Äxten und Messern, stammt aus dem Januar 2003, und wwar damals eifrig von Lesern kommentiert worden, allerdings in ganz anderem Zusammenhang.

    Aber nein, es ist nix gefälscht worden. Aber nicht doch. Nie und nimmer, wir schwörens auch ganz dicke. Fälschen tun nur die anderen, weil das die Bösen sind.

  11. TN sagt:

    Da konnte man doch seine Uhr danach stellen, dass Vorwürfe von Manipulation und Fälschung in dem Moment aufkommen, wo einmal mehr Grauwerte bezüglich Moral, Schuld und Verantwortung das kindlich-manichäische Weltbild und die stets überproportionale Selbstgerechtigkeit unserer Linken trüben. Es kann eben immer noch nicht sein, was nicht sein darf.

  12. willow sagt:

    @TN

    Na klar “die Partei, die Partei die hat immer Recht” – kaum etwas ist bei unseren “nationalen Sozialisten” schwächer ausgeprägt als der Hang zu Selbstkritik. Für manche Deppen ist es eben einfacher, wenn der böse “Zionist” an allen Problemen der Welt Schuld trägt.

    Dabei sollte doch dem linkesten Deppen klar sein, wofür Hamas steht – extremer religiöser Fanatismus, Unterdrückung von Schwulen, Frauen, Sozialisten (!) und natürlich Hass auf Juden.

    Da mögen sie noch so ost von “Antizionismus” labern – wer die Judenhasser und Judenmörder unterstützt, kann nicht im Ernst behaupten, selbst kein Antisemit zu sein!

    Vielleicht einfach mal nach dem Programm der Hamas googeln und dann ganz doll schämen – wenn noch Reste von Vernunft und/oder Anstand vorhanden sein sollten…

  13. willow sagt:

    PS:

    Vermutlich hatte auch der böse Jude -äh Zionist…- seine Hände im Spiel als die “Friedensaktivisten” auf der Mavi Marmara beim Abschied in der Türkei Sprüche wie “Tod den Juden!” und “Khaibar wird sich wiederholen” in die Kameras brüllten sowie ihre Bereitschaft bekundeten, für Allah den Märtyrertod zu suchen. Zeige mir deine Freunde…

  14. Wegelagerer sagt:

    @ Willow

    Klar, im Programm der Hamas steht viel reaktionärer Schrott drin. Und? Werden dadurch Manipulationen durch die Armee eines Staates, der sich demokratisch schimpft, besser? Oder unwahrer? Scheint mir ein bisschen unwahrscheinlich.

    Die Hamas gab es erst 20 Jahre, nachdem Israel die palästinenschen Gebiete besetzte. Dass sie also irgendwie am Konflikt schuld sein sollte, der Gedanke erledigt sich ziemlich schnell. Sie ist sein Produkt, nicht seine Ursache.

  15. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ “Ich bins”

    Ach ja, und wenn die Argumente ausgehen, dann fallen obrigkeitsstaatliche Floskeln wie die von den “Verfassungsfeinden”. Huch, jetzt happ ichs aber mit der Angst zu tun bekommen. Reden und denken wie die Polizei oder der Verfassungsschutz, das ist echt die Speerspitze emanzipatorischen Denkens.

    “Komm, Oppa, erzähl mir noch mal das Märchen vom wüsten Kommunisten mit der Mongolenkappe und dem Messer zwischen den Zähnen”. LOL

  16. willow sagt:

    Nun,wie schon im Eingangstext zu lesen ist konnten die Hamasfreunde bisher noch keine stichhaltigen Beispiele für israelische Lügen beisteuern – die Lügen der Hamasunterstützer dagegen lassen sich auch mit viel gutem Willen nicht mehr übersehen – wie war das doch mit Herrn Paechs zweieinhalb Holzlatten!?

    Zur Geschichte der Hamas sollten sie sich etwas besser informieren – diese Truppe ist eine “Tochterfirma” der Moslembrüderschaft. Genau jene Moslembruderschaft, die schon seit den 20er-Jahren für ein muslimisches Kalifat kämpfte und schon damals für “Tod allen Juden” stand – was für ein ausgezeichnetes Verhältniss zu den Nationalsozialisten beitrug.

    Wenn Sozialisten heute wieder (oder noch!?) die Moslembrüderschaft und ihre Tochter Hamas in ihrem Kampf gegen die Juden aktiv unterstützen -nichts anderes taten die “Friedensschiffer”- dann ist es doch wohl legitim, nach den Motiven zu fragen…

  17. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    “Tochterfirma” oder nicht, in Palästina entstand sie 1987 oder 1988 (ansonsten existierte die Muslimbrüderschaft, die tatsächlich ziemlich reaktionär war, wohl eher in Ägypten).

    Israel hätte bis dahin vierzig Zeit gehabt, den Konflikt um die 1948 vertriebenen Menschen (800.000) zu lösen, etwa die Leute wieder einzugliedern; natürlich hätte seine Führung dafür von ihrem Demographie-Wahn ablassen müssen. Und der Staat hätte zwanzig Jahre Zeit gehabt, die Frage der Besetzung der Gebiete von 1967 zu lösen. Etwa in einer Vereinbarung mit der PLO, die jetzt heute plötzlich “die Guten” sind, weil es einen anderen “Bösen” (eben die Hamas) gibt, also einen Vorwand, warum man leider “keinen tauglichen Gesprächspartner” hat und deswegen sein eigenes Unrecht nicht rückgängig machen kann.

    Anders als die Hamas (deren Ideen tatsächlich als solche eher von Übel sind) strebte die PLO nie einen islamisch geprägten Staat an. Sondern phasenweise eher einen binationalen arabisch-jüdischen Staat, danach phasenweise eine Zwei-Staaaten-Lösung. Man hätte sich näher angucken müssen – oder wird es in Zukunft machen müssen -, wie das nâher aussehen kann. Auf jeden Fall hätte auch das jüdische Volk darin potentiell einen Platz, wenn seine politischen Führer denn darauf eingingen und von ihrem bevölkerungspolitischen Paradigma (“die Demographie”, “wir müssen mehr sein als Die”) endlich die Finger weglassen würden.

    Dass es die böse Hamas gibt, ist ein schlechter Vorwand, um Jahrzehnten älteres Unrecht im nachhinein zu rechtfertigen.

  18. Freud sagt:

    Wenn ich den Schmarrn von den ‘Vertriebenen’ höre, schwillt mir der Kamm. Viele Palästinenser haben 1948 auf Ratschlag der arabischen Nachbarstaaten Israel verlassen, um denen die Kriegführung gegen Israel zu erleichtern. Ihr ‘Auszug aus Israel’ war also eine Beihilfe zur Kriegführung. Außerdem sind diese armen ‘Vertriebenen’ in ihren angeblichen ‘Flüchtlingslagern’ wohl die einzigen ‘Flüchtlinge’, die ihre Bevölkerungszahl in den letzten 60 Jahren verfünffacht haben. Alles klar auf der Andrea Doria…
    Israel begeht kein Unrecht dadurch, daß es existiert. Folglich ist es auch kein Unrecht, wenn dieser Staat gegen jene vorgeht, die ihn vernichten wollen.
    Der linke antisemitische Pöbel in Deutschland kann heute leider die RAF nicht mehr unterstützen, die ja ähnliche Unwerte propagierte, sondern kann sich dem ‘echteren’ Bösen, der Hamas, zuwenden. Noch zehn Jahre mehr, und man wird wieder offen auftreten, einen ‘Stürmer’ herausgeben und kann, dann endlich mit der NPD vereint, für das wahre Motiv eintreten.
    Wer die Hamas verteidigt, sollte gleich das Braunhemd anziehen, dann stimmen Kleidung und Gesinnung wenigstens überein. Und es labere bitte niemand über die angebliche soziale Tätigkeit dieser feigen Mörderbande – auch die SA unterhielt Suppenküchen, auch die SS unterhielt Mutter-und-Kind-Heime – aber sie sind heute nicht wirklich für ihre sozialen Aktivitäten bekannt.
    Es ist unfaßbar, wie viele Menschen auf die zwar zunehmend geschickte, doch aber bei Einschalten des Gehirns immer noch leicht durchschaubare Haß-Propaganda der Hamas hereinfallen. Aber vielleicht wollen sie es, suchen sie nur einen Vorwand, es zu glauben, um ihre Persönlichkeitsstörung, vulgo Antisemitismus, in einem edleren Lichte dastehen zu lassen.

  19. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ Freud

    Ach nein, 1948 ist überhaupt niemand ermordet worden, und es wurden auch keine Dörfer zerstört oder niedergebrannt. Nein, überhaupt nicht.

    Seien wir ernst: Es stimmt sicherlich, dass 1948 ein Teil der palästinensischen Flüchtlinge auszog, weil arabische Radiosender dazu aufforderten. Darüber gibt es belegte Informationen. Aber es trifft eben nur für einen Teil der Geflohenen zu. In Haifa zum Beispiel wurde die arabische Bevölkerung unter schweren Artilleriebeschuss genommen.

    Israel tut kein Unrecht dadurch, dass es existiert, das stimmt. Ja. Aber dadurch, dass es einer anderen Gesellschaft die Voraussetzungen für eine Existenz unter gleich guten Bedingungen (und falls die Mehrheit es denn möchte, als Nation) vorenthält. Ausserdem tut es auch Unrecht durch seine gewaltige Menge an Waffenexporten in die Welt.

    Ansonsten, über den Blödsinn von wegen “RAF, NPD, Hamas, alles eine Sauce” braucht man sich nicht auszulassen. Solcher Quatsch braucht wohl keine ernsthaften Argumente, um sich bloss zu stellen. Hab jedenfalls schon bessere Analysen gelesen, zu jedem einzelnen dieser Phänomene übrigens.

  20. willow sagt:

    ““Tochterfirma” oder nicht, in Palästina entstand sie 1987 oder 1988 (ansonsten existierte die Muslimbrüderschaft, die tatsächlich ziemlich reaktionär war, wohl eher in Ägypten”

    Nicht wirklich, der Mufti von Jerusalem Al-Husseini ist seeehr eng verbunden mit dieser entsetzlichen Moslembruderschaft – ebenso, wie er ein Verwandter sowohl des jordanischen Königshauses als auch des Palästinenserführers Arafat war, der andere (Saddam) Hussein gehört auch zur Familie. Mit der Hamas, deren Aufstieg eng mit der Bereitschaft der Fatach zu Friedensverhandlungen verbunden war, kehrte die Bruderschaft nur “nach Hause” zurück.

    “Israel hätte bis dahin vierzig Zeit gehabt, den Konflikt um die 1948 vertriebenen Menschen (800.000) zu lösen, etwa die Leute wieder einzugliedern; natürlich hätte seine Führung dafür von ihrem Demographie-Wahn ablassen müssen.”

    Nun, Israel hatte aber auch mit den (mindestens) 800.000 aus den arabischen/muslimischen Ländern vertriebenen Juden zu tun – die meistens “vergessen” werden. Aber schon klar, Forderungen werden ausschließlich an die Juden gestellt, Juden sind nie Opfer und Ansprüche dürfen sie auch nicht haben.

    Die “Freunde Palästinas” kämpfen für ein ethnisch gereinigtes Palästina – gleichzeiztig soll Israel (das mehr vertriebene “orientalische” Juden aufgenommen hat als Palästinenser vertrieben wurden) 8 bis 9 Millionen Palästinenser aufnehmen, womit auf einen Juden zwei Palästinenser kämen – verlockende Aussichten! Insbesondere, da die “rückkehrwilligen” Palästinenser ausgesprochene “Judenfreunde” sind…

  21. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ Willow

    Der alte Mufti war ein übler Finger. (Er hat tatsächlich mit den Nazis kooperiert, erst nur aus einer Haltung heraus, dass es “Die Feinde meiner Feinde sind”. Er berichtet in seinen Memoiren, dass Heinrich Himmler ihn im Juli 1943 in das Mordprogramm einweihte, änderte seine Position dann aber nicht. Spätestens ab dem Zeitpunkt war er ein echter Komplize der Nazimörder.) Aber er repräsentierte keine politische Bewegung, sondern war ein alter Feudalherr, den die Briten= Kolonialherren oder Mandatsmacht in sein Amt als religiöses Oberhaupt eingesetzt hatten. Niemand unter den Palästinensern hat den alten Sack je gewählt, er verdankte seinen Posten ja keinen Wahlen.

    Vor der Staatsgründung Israels war aber unter den palästinensischen Einwohnern auch etwa der “Arbeiterkongress” stark verankert (ich las bei Dominique Vidal von 200.000 Mitgliedern oder Anhängern, bei der damaligen Gesamtbevölkerung eine riesige Zahl), der für einen gemeinsamen arabisch-jüdischen Staat eintrat. Die hatten ganz andere Positionen als die Freunde des Mufti, der wirklich ein alter Drecksack war.

    Danach entstanden politische Bewegungen, erst die bürgerlichen Nationalisten (erste Generation der PLO), dann auch marxistisch beeinflusste linksnationalistische Strömungen, aus denen der linke Flügel der PLO wurde. Das alles in den Sechziger Jahren. Die beherrschten damals politisch die Szene. Die paar Anhänger des alten Mufti, der irgendwann (1978 oder so) im Exil in Beirut starb, ohne Reue übrigens, verfügten damals über keinerlei Struktur oder Organisation.

    Dass Arafat über ein paar Ecken mit dem Mufti verwandt war, sagt gar nichts über ihn aus. Er war eine Art Grossneffe / Grossonkel von ihm, soweit ich weiss. der Mufti war also ein Bruder seines Grossvaters oder seiner Grossmutter. Bei den damaligen Familiengrössen, meistens um die zehn Kinder oder gar mehr, bedeutet das aber alles andere als einen engen Kontakt: Eine Grosselterngeneration verfügte in der Enkelgeneration über rund 100 Nachkommen. Solche “familiären Bande” sagen in der Weise nicht viel aus, und Arafat hatte sie sich ja nicht ausgesucht.

    Man muss ihn schon an seinen eigenen politischen Handlungen und Wandlungen messen. Es gibt kein Sippenhaftung.

    Neun Millionen Palästinenser gibt es übrigens nicht, in der ganzen Welt nicht? Vielleicht insgesamt fünf Millionen, wenns hoch kommt sechs.

  22. Wochenend- Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev sagt:

    […] treibt man das Lügen auf die Spitze? Frau Grothe von der Linkslüg-Partei zeigt es im Deutschen Bundestag: Jede einzelne Behauptung, die sie da […]

  23. Freud sagt:

    @ Anhalter durch die Galaxis:
    Doch, Herr Zeitgenosse, 1948 sind Menschen ermordet worden, sie haben ganz recht. Durch den Angriffskrieg der arabischen Staaten gegen Israel. Also wer ist nun für die Toten eines Angriffskrieges verantwortlich? Ihrer Meinung nach also der Angegriffene.
    Das gilt auch für die in Haifa unter Beschuß genommenen: Ihrer Meinung nach sind also die angegriffenen Israelis daran schuld.
    Haben Sie auch schon – beispielsweise – von den Juden die Erstattung der Witwenrenten von den in Treblinka beim Aufstand getöteten SS-Männern gefordert? Das fehlt dann noch in Ihrer Liste!
    Israel enthält niemandem irgendetwas vor; Israel versucht zu verhindern, aus Gaza mit Raketen beschossen zu werden. Schon mal mitbekommen, daß es mit dem Westjordanland keine entsprechenden Probleme mehr gibt? Also auch keine Blockade? Aber das paßt natürlich nicht in Ihr Weltbild, das so aussieht, daß Sie für den Zustände in Gaza nicht die Hamas verantwortlich machen, die den Menschen dort – Ihrer vermutlichen Meinung nach – Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie bringen würde, wenn die ach so bösen Israelis das nicht verhindern würden…
    Das Unrecht durch Waffenexporte ist ein besonderes Schmankerl. Über Waffenhandel mag man denken, was man mag – aber es ist die Hamas, die Waffen gegen Israel einsetzt, die an Waffen kauft, was sie kriegen kann, die gerne ganz andere Waffen gegen Israel einsetzen würde, und es sind eben diese Waffen, gegen die die Blockade verhängt wurde. Es stört Sie also, daß Israel Waffentechnologie verkauft, aber es stört Sie nicht, daß die Hamas Waffen kauft, mit denen sie einen Vernichtungskrieg zu führen gedenkt.
    Im Antisemitismus reichen sich gegenwärtig die linksextremen Spinner, die rechtsextremen Verbrecher und die angeblich Friedensbewegten Narren die Hände. Letztere behaupten zwar, nichts gegen Juden zu haben, aber perverserweise richtet sich diese Haltung immer nur gegen tote Juden; lebende kommen schlechter weg.

  24. Jacob P. sagt:

    Nützliche Idioten… Wäre Israel nicht in Palästina, sondern am Nordpol gegründet worden, gäbe es heute eine “Free North Pole”-Initiative, natürlich unterstützt von Frau Grothe.

  25. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ Freud

    Sie haben eine ziemlich simple Vorstellung über das, was 1948 passiert ist. Tatsächlich gab es am ENDE eines politischen Prozesses eine Intervention von Truppen fünf arabischer Regimes (bei denen freilich mehr Imporiergehabe als sonst was dran war) gegen den Vollzug der israelischen Staatsgründung.

    Voraus ging jedoch ein politischer Prozess: Die arabische Bevölkerung im Mandatsgebiet Palästina – die ja ebenso Adressatin des Selbstbestimmungsrechts war wie die dort ansässige jüdische Bevölkerung – war mehrheitlich gegen eine separate Nationalstaatsbildung. Sie wollte keine separaten Staaten auf “ethnischer” oder konfessionneller Grundlage, sondern dass das Mandatsgebiet Palästina als Einheit durch die Briten in die Unabhängigkeit entlassen wird. Also also staatliche EInheit, in der Juden und Araber leben.

    Für die Vorstellungen von der Zukunft gab es bestimmt unterschiedliche Vorstellungen. Die örtliche Linke (etwa der “Arbeiterkongress”, der mit 200.000 Anhängern und Mitglieder – bei einer Gesamtbevölkerung von vielleicht einer Million – erheblichen Einflusss hatte) hatte explizite Konzeptionen von einem Staat für Juden und Araber mit gleichen Rechten. Solche Vorstellungen gab es auch auf der jüdischen Linken. Hingegen hofften konservative bis reaktionäre Kreise unter den Arabern/Moslems wohl darauf, dass die jüdischen Zuwanderer, deren Zahl ja erst kurz zuvor angestiegen war (klar, aufgrund der antisemitischen Verfolgungen und Morde in Europa), später wieder zurückkehren würden.

    Ebenso gab es auf jüdischer Seite konträre politische Vorstellungen. Das reichte von den Vorstellungen jüdisch-arabischer Koexistenz auf der Linken bis zu den Vorstellungen der “Revisionisten” unter Zeev Jabotinsky. Letztere hiessen so, weil sie schon im “Jischuw” (jüdischen Gemeinwesen der 20er und 30er Jahre in Palästina) für eine gewaltsame Grenzrevision und räumliche Ausdehnung in Richtung Osten eingetreten waren. Damals hatten die “Revisionisten” auch Beziehungen etwa zum faschistischen Italien unter Mussolini, wo ihre Funktionäre in Kaderschulen gingen. Diese Strömung hatte klar rassistische und kolonialistisch geprägte Vorstellungen vom Umgang mit den Arabern. (Die “Revisionisten” sind die historischen Vorläufer des “Likud-Blocks”, auf dem Umweg über die “Herut-Partei” als direkten Vorgänger des Likud. In einem Artikel in der “New York Times” von 1948 hatten prominente Juden, unter ihnen Albert Einstein und Hannah Arendt, die Herut-Partei als Widerspiegelung des Faschismus und – das war sicherlich übertrieben – auch des Nazismus bezeichnet.) Zwischen beiden Polen gab es eine Reihe von politischen Vorstellungen, die irgendwo dazwischen standen.

    Kern des politischen Streits war die Frage, ob man separate Nationalstaaten auf “ethnisch”-religiöser Grundlage – für die Araber einerseits, die Juden auf der anderen Seite – einrichten sollte oder nicht. Das war der zündende Funke des Konflikts. Die Araber wollten Palästina als politische Einheit (mit allen Bewohnern drin) beibehalten. Die politischen Anführer der zionistischen Parteien wollten schnell Fakten schaffen, taten das auch, und zogen die Spaltung durch. Dadurch liessen sie aber den Konflikt eskalieren und zogen eine immense politische Verantwortung auf sich. Dieses Vorgehen war innerhalb der jüdischen Bevölkerung, wo es sehr unterschiedliche und konträre politische Auffassungen gab, hitzig umstritten. Besonnene jüdische Menschen warnten damals unter anderem: “Vorsicht, was ihr da tut, wird einen langen Konflikt auslösen” und “Ist es eine wirklich eine gute Idee, oder seid Ihr nur gerade dabei, ein schwerbewaffnetes Riesenghetto einzurichten?” Vielleicht haben die Mahner ja Recht behalten.

    Das ist auf jeden Fall die politische Entwicklung, die zum Bruch und zum Konflikt führte. Hätte man andere Weichenstellungen vorgenommen, hätte es vielleicht auch andere Ergebnisse gegeben.

    Aber rumzugreinen und rumzuflennen und zu sagen “Wir waren (wie immer) die Angegriffenen”, “Wir waren (wie immer) die Guten und die Opfer” und “Die Anderen waren die Bösen”, das ist, glaube ich mal, keine so sehr gute Erklärung. Es bringt wohl auch geschichtlich nicht so wirklich viel weiter. Denn eine Auflösung der Konfliktsituation muss ja irgendwann einmal gesucht werden. Das wird wohl kaum funktionieren, wenn man darauf beharrt, dass man seit sechzig Jahre immer nur auf der guten Seite stand (hä, und was war 1982 mit dem Libanon?), und die andere Seite immer nur die böse war. Da kann sich bis eingraben und sich zum bis an die Zähne bewaffneten Ghetto konstituieren. Aber Lösungsansätze wird es kaum befördern.

    Bei Waffenexporten redete ich nicht von Israel/Palästina selbst. Aber was ist eigentlich mit den Waffen, die Israel nach Apartheid-Südafrika (so lange es existierte) exportierte, bis hin zur Zusammenarbeit beider Staaten bei der atomaren Bewaffnung? Was ist mit israelischen Waffen in Chile und Guatemala (mittelamerikanisches Bürgerkriegsland vor ein paar Jahren)? Was ist mit israelischen Waffen im Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste, der vor drei (?) Jahren zu Ende ging? Die Liste ist nicht vollständig und kann verlängert werden, wenn man nur ein bisschen im vorhandenen Pressematerial gräbt…

    Israel hat nun mal eine Wirtschaft, die in grossem Massstab auf Rüstungsproduktion und auf deren Export ausgerichtet ist. Ähnlich, wie übrigens auch für die BRD. In Deutschland riefen wir deshalb schon in den Siebziger Jahren: “Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt.” Das bleibt, leider, nach wie vor richtig. Aber es gilt in hohem Mass auch füir israelische Waffen, nach meinem Wissen stark auch in Afrika (wo ich mich leider nicht so auskenne).

    Aber klar, eure Seite ist immer die der Guten, da kommt es auf so ein paar Waffenlieferungen (auch in “Spannungsgebiete”) nicht an, was?

  26. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ Freud

    PS, Eins füge ich noch hinzu: Aber es waren nicht die arabischen Einwohner von Haifa, die das in Staatsgründung befindliche Israel angriffen, oder? Irgendwelche Armeen (Syrien, Jordanien u.a) ja, auf dem Hintergrund des von mir vorher geschilderten Prozesses, der zur politischen Konflikt-Eskalation führte. Aber nicht die Einwohner von Haifa selbst, die unter Artilleriebeschuss genommen wurden, damit sie die Koffer packen und abhauen, ja? Unter denen waren Zivilisten…

    Ihr Vergleich zu SS-Schergen in Treblinka ist also ebenso grotesk wie eine Geschlichtsklitterung.

  27. Freud sagt:

    @Anhalter

    Wenn ich von Ihnen auch nur annähernd vergleichbare Äußerungen über Unrecht, Töten, Verbrechen der anderen Seite hören würde – aber genau das unterlassen Sie.
    Ich nenne durchaus auch die israelischen Schritte, die ich nicht gut finde, beim Namen. Aber ich lege an Israel bestimmt keine anderen Maßstäbe an als an Israels Gegner und Feinde. Ich lasse mich auch nicht auf die Propaganda dieser Terroristen ein, die jeden Tag ein klein wenig weiter kommt im Bestreben der Delegitimierung Israels. Ich nenne das Regime der Hamas ein Terrorregime – auch und gerade der eigenen Bevölkerung gegenüber. Ich finde mich nicht mit den tagtäglichen Verbrechen der Hamas ab.
    Israel hat durchaus auch meiner Meinung nach heftig (meinetwegen auch mal zu heftig) reagiert.
    Das muß sich Israel aber nicht von dem immer offensichtlicher als islamistisch auftretenden Regime des Herrn Erdogan sagen lassen, der sein Land an den durchgeknallten Iraner heran führt, nicht von einem brandgefährlichen Diktator Chavez und nicht von einem russichen Präsidenten-Ministerpräsidentenpaar, oder gar von Ahmadinedschad selbst. Wer die Positionen dieser ernst nimmt und auf dieser Grundlage versucht, einen Ausgleich zu schaffen, einen Kompromiß herbeizuführen, der öffnet jedem Terrorismus Tür und Tor – nach dem Motto: ihr müßt nur lange genug töten und genügend töten, dann kriegt ihr einen Gutteil dessen, was ihr fordert. Das nenne ich pervers.
    Was Südafrika und Israel angeht: Na, schalom, sage ich da nur. Kaum ein Land in der Welt unterhielt bis in die späten 70er normale Beziehungen zu Israel. Ein Großteil der Welt boykottierte (und blockierte) Israel – worüber sich übrigens niemand aufregt – wie etwa auch über ein Gesetz, das einem Ägypter die Staatsbürgerschaft anerkennt, wenn er eine Israelin geheiratet hat, die ihren Wehrdienst geleistet hatte. Solche Dinge stören Sie kaum… Aber zurück zu Südafrika-Israel: wissen Sie, was Sie da sagen, ist ähnlich wie die NS-Filme aus dem Warschauer Ghetto. Erst verelendet man die Juden, indem man ihnen alles wegnimmt, indem man sie hungern läßt, sie auf engstem Raum zusammenpfercht, ihnen Ärzte und Hygiene vorenthält, und dann filmt man sie unter dem Kommentar, was das doch für Dreckskerle seien. So bleibt die Welt immer schön stringent, nicht wahr? Natürlich unterhielt Israel gute Kontakte zu Südafrika – es mußte das ja tun. Aber die guten Kontakte, die Südafrika zu vielen anderen europäischen, amerikanischen und asiatischen Staaten unterhielt, bis das Apartheitsregime in den 80ern zu bröseln begann, die stören sie nicht. Nur Israel muß immer wie der Erzengel Gabriel weiß und sauber sein, nicht wahr? Daß andere öffentlich planen, alle Israelis auszurotten und bereits heute ihr möglichstes dafür tun, dazu sagen Sie nichts.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin als Anhalter durch die Galaxis einen frohen Trip durchs Paralleluniversum. Wenn Sie wieder Kontakt zur Realität aufnehmen wollen, lassen Sie von sich hören.

  28. BillBrook sagt:

    @ Anhalter

    “Dass Arafat über ein paar Ecken mit dem Mufti verwandt war, sagt gar nichts über ihn aus.”

    Völlig richtig, das nicht. Was aber etwas über ihn aussagt, ist dass er immer wieder betonte immer ein Soldat des Mufti gewesen zu sein

  29. willow sagt:

    “Neun Millionen Palästinenser gibt es übrigens nicht, in der ganzen Welt nicht? Vielleicht insgesamt fünf Millionen, wenns hoch kommt sechs.”

    Na dann ist ja alles gut… mal angenommen diese Zahl stimmt :

    Wer allen Ernstes fordert, Israel (7,5 Millionen Einwohner, davon 1,5Millionen Araber) möge doch bitte 5-6 Millionen in ihren Lagern zum Judenhass erzogene Palästinenser aufnehmen, unterscheidet sich nicht wirklich von den “reizenden Kerlchen” auf entsprechenden israelkritischen Demos, die ganz offen “Tod den Juden!” oder “Juden ins Gas!” fordern…

  30. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ willow

    Du bist schon witzig: “Natürlich unterhielt Israel gute Kontakte zu Südafrika – es mußte das ja tun.”

    Und natürlich M U S S T E Israel den Südafrikanern auch beim Bau von Atombomben helfen. Es konnte ja gar nicht anders, das arme Opfer. Hatte ja keine andere Wahl, das arme Lämmchen, als dem Apartheidregime (übrigens mit -d) die Atomwaffe zu geben. Und natürlich ist es auch nur total gezwungen und widerstrebend, wenn Israel zum Beispiel heute Waffen in Bürgerkriegsländer exportiert. Es verdient ja auch niemand was dran, das machen die entsprechenden Firmen natürlich rein uneigennützig. Reine Opfer, die da gebracht werden.

    Und zu Ihrem letzten Posting:

    Hätte Israel die Leutchen 1948 nicht vertrieben (oder dazu beigetragen, meinetwegen im Zusammenspiel mit anderen) – oder sich ein bisschen früher drum gekümmert, wie es die Beziehungen zu den Leuten (die immerhin mit auch Opfer seiner Politik waren) regelt, dann wäre es nicht so weit gekommen wie heute. Jetzt ist es reichlich spät, es hat sich schon ziemlich viel Hass aufgebaut; der im Grunde nachvollziehbar ist, auf dem aber natürlich manche hässlichen Parteien auch ihr Süppchen brauen. Das war nicht immer so, in den Siebziger Jahren war die Linke unter den Palästinsern stark, die ein Leben zusammen mit den Juden (aber gleichberechtigt!) anstrebte. Heute sind es islamische Reaktionäre, die vorne stehen, weil andere Parteien vorläufig gescheitert sind. Auch das ist aber natürlich keine naturnotwendige Zwangsläufigkeit.

    Durch das Streben nach einer Lösung oder nach Milderung des Konflikts wird man versuchen müssen, ihnen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Oslo-Prozess hätte vielleicht ein Versuch in dieser Richtung sein können, wenngleich noch zu zaghaft. Und, wie endete es? Die Rechtsradikalen in Israel ermordeten gleich mal den Regierungschef. Ein doch ziemlich einmaliger Vorgang. (Oder haben sie so etwas schon in vielen anderen Ländern erlebt? Das letzte Mal, als ich Vergleichbares erlebte, war, als Willy Brandt 1970 und 1971 die Ostverträge unterzeichnete. Gegen ihn gab es eine vergleichbare Hetzkampagne von rechts. Nur wurde er nicht ermordet.) Und die monatelange Hetze, unter anderem auch von den Freunden Netanyahus, hat den Weg dazu bereitet, dass es so weit kommen konnte.

    Aber um eine Lösung muss man sich auch heute dennoch kümmern, sonst wird es nämlich schlichtweg nie eine Sicherheit für Israel geben können. Ob das nun ein Einheitsstaat für alle Bewohner mit gleichen Rechten (Juden + Araber) oder zwei gleichberechtigt nebeneinandre stehenden Staaten sind, das müssen letztendlich die Leute vor Ort entscheiden. Nicht wir in Deutschland oder Europa.

    Aber sich hinzustellen und zu sagen: Wir haben dazu beigetragen (von mir aus mit geteilten Verantwortlichkeiten), dass andere Leute zu Opfern (mit) unserer Politik werden, und jetzt sollen die Leute gucken, wo sie bleiben… das ist nicht nur unmoralisch. Es ist auch langfristig absolut unwirksam.

    Sich einmauern, das wirds wohl auf die Dauer nicht ein. Selbst im eigenen Interesse der israelischen Bevölkerung.

  31. Lesender Arbeiter sagt:

    @Freud

    By the way, noch ein Sätzchen bei Ihnen, das total falsch ist. Es fällt nach einem Versuch der Rechtfertigung der äusserst engen Kontakte Israels zu Apartheid-Südafrika:

    “Aber die guten Kontakte, die Südafrika zu vielen anderen europäischen, amerikanischen und asiatischen Staaten unterhielt, bis das Apartheitsregime in den 80ern zu bröseln begann, die stören sie nicht.”

    Ich weiss nicht, ob sich das “sie” auf mich oder auf die Leute (3. Person) bezieht. In beiden Fällen ist es nur leider total falsch.

    – Was mich betrifft: Ich werde Ihnen nun nicht die lange Latte meiner Engangements in der damaligen Anti-Apartheid-Bewegung aufzählen. Sonst sitzen wir morgen früh noch dabei.

    – Und was die Leute betrifft: Nein, denen waren die Beziehungen der BRD, Frankreichs, Englands, der USA zu Apartheid-Südafrika damals auch nicht wirklich egal. Es gab damals riesige und heftige Kampagnen für Boykott und Sanktionen, die mit dazu beigetragen haben (nicht allein aber auch), das “weiss Südafrika” zu zwingen, seine Politik radikal zu ändern. So weit, so gut, oder? (Nicht dass heute ALLES im Reinen wäre: 49 Prozent der schwarzen und 3,6 % der weissen Südafrikaner sind arm. Aber es ist besser, als damals, als es noch dazu gesetzliche “Rassentrennung”, gesetzliche Vorschriften für private Beziehungen “zwischen Rassen” und Polizeiterror gab.)

    Aber an diese Erfolgsgeschichte werden manche heutzutage nicht gerne erinnert. Dienen sie doch, zu recht oder zu unrecht, späteren Kampagnen auch als Vorbild…….

  32. webster sagt:

    hallo willow,
    Sie argumentieren fundiert und nach meiner Auffassung zutreffend.
    Lohnt es sich wirklich, mit “Anhalter” zu diskutieren? Ein solches Niveau
    haben Sie nicht nötig.
    Gruß
    Webster

  33. willow sagt:

    @webster

    Ach, ich finde das ganz amüsamt, wie die sich winden, keine Lüge zu plump, keine Verdrehung zu offensichtlich – tatsächlich ähnelt ja der Judenhass dem Alkoholismus, irgendwie finden die Betroffenen immer einen Grund, mag die Begründung auch noch so abwegig sein … ;-)

  34. Freud sagt:

    @willow
    Richtig. Und, wie ich gerne zum x-ten Mal sage:
    Der Antisemit hat gar kein Problem mit den Juden. Er hat ein Problem mit sich selbst.

  35. Anhalter durch die Galaxis sagt:

    @ willow

    Na, beim Sich-Winden sind Sie ja ganz gut drin. Und immer schön bloss nicht auf die Argumente eingehen, wa? Hauptsache, Sie gehören immer zu den Opfern und den Guten…

  36. Links, zwo, drei gegen Israel « sagt:

    […] Aktivist die Militärs aufforderte, nach Auschwitz zurückzukehren, um eine Fälschung handelt.“ In Wirklichkeit hatte die IDF zunächst eine um die Sprechpausen gekürzte Fassung des Funkverkehrs […]

  37. sekscam sagt:

    haha definitiv wahr

  38. Thuis werken sagt:

    I do agree!

  39. 1001sexwebcams sagt:

    indeed agree!!

Hinterlasse eine Antwort