Reagieren so Friedensaktivisten?

31. Mai 2010, von Thomas von der Osten-Sacken

Bericht von der Friedensflotille von heute morgen auf Ynet. Was immer sich auch abgespielt haben mag, Friedensaktivisten verhalten sich anders und sie weiter so zu nennen ist eine Verhöhnung all jener, die ihre Ziele mit gewaltfreien Mitteln versucht haben zu erreichen.

Navy commandoes slid down to the vessel one by one, yet then the unexpected occurred: The passengers that awaited them on the deck pulled out bats, clubs, and slingshots with glass marbles, assaulting each soldier as he disembarked. The fighters were nabbed one by one and were beaten up badly, yet they attempted to fight back.

However, to their misfortune, they were only equipped with paintball rifles used to disperse minor protests, such as the ones held in Bilin. The paintballs obviously made no impression on the activists, who kept on beating the troops up and even attempted to wrest away their weapons.

One soldier who came to the aid of a comrade was captured by the rioters and sustained severe blows. The commandoes were equipped with handguns but were told they should only use them in the face of life-threatening situations. When they came down from the chopper, they kept on shouting to each other “don’t shoot, don’t shoot,” even though they sustained numerous blows.

Und hier kann man sich ein entsprechendes Video ansehen, das ebenfalls zeigt, wie friedlich diese Friedensaktivisten agieren.

Aber statt sich zu überlegen, ob es ihrem angeblichen Anliegen hilft, sich mit Leuten, die mit Messern und Eisenstangen auf Soldaten losgehen, gemein zu machen lügt die Palästinasolidarität wie gedruckt. Allen voran die Schweizer Filiale:

Israel schreckt nicht davor zurück, friedliebende Menschen anzugreifen und zu töten, die der Bevölkerung von Gaza humanitäre Hilfe bringen wollen.

Obwohl: bei dem ganzen Schindluder, den sie mit dem Wort Frieden treiben, sind das sicher friedliebende Menschen. Alles eine Frage der Definition.

Jedeffalls wissen die Verantwortlichen des ganzen Unternehmens selbst nicht, ob sich nun Waffen an Bord destürkischen  “Friedenfrachters” befunden haben oder nicht: Zu möglichen Waffen an Bord des IHH-Schiffs hielt sich Free-Gaza-Sprecherin Audrey Bomse zurück. Sie könne nicht aussagen, dass auf dem angegriffenen Schiff tatsächlich keine Waffen gewesen seien, sagte Bomse gegenüber CNN.

Einige Stunden früher hatte er noch der BBC erklärtthat the activists were “not going to pose any violent resistance“.

Man sollte nicht von besseren Zeiten schwärmen, aber so etwas war früher doch undenkbar. Wo Frieden & gewaltfrei draufstand – egal für welche politischen Ziele und Zwecke – war von Frieden und Gewaltfreiheit (inklusive zivilem Ungehorsam) auch auszugehen.

Aber dem scheint heute nicht mehr so zu sein
: Activists aboard the ships repeatedly said they would not respond with violence to the navy’s interception of their flotilla prior to the boarding.

Kann es also sein, dass die Leute auf dem IHH-Schiff unter Vorgabe falschen “Friedenswillens” die israelischen Soldaten in eine Art Falle gelockt haben? Vorbereitet waren sie ja offenbar. Die Videos von Soldaten, die einer nach dem anderen sich abseilen, ohne dabei besonders wachsam zu wirken, würden sich jedenfalls so erklären lassen.

11 Antworten zu “Reagieren so Friedensaktivisten?”

  1. Lesender Arbeiter sagt:

    Ah ja? Und der Angriff, der war natürlich rein friedlich. Selbstverständlich. Und so legal, in internationalen Gewässern (sofern die Information stimmt)…

    Schon mal was von Notwehr gehört? Wenn ich von einer Soldateska überfallen werde, wehre ich mich auch, mit den Mitteln die mir vielleicht zur Verfügung stehen.

    Die Bilanz spricht für sich: 10 bis 16 Tote auf dem Schiff. Keine Toten beim israelischen Piratenkommando. Eine eindeutige Sprache.

  2. anti sagt:

    Das klassische Deutsche Dilemma: Es gibt kaum Proleten, aber umso mehr Arier.
    “Schon mal was von Notwehr gehört”, fragt sie da, die verfolgende Unschuld vom Lande, ganz so, als wüsste sie nicht, dass dieses Schiff die Aufgabe hatte, die israelische _Militär_blockade zu brechen.
    Ein _lesender_ Arbeiter hätte vielleicht schon Tage vorher auf indymedia über die Vorbereitungen des israelischen Militärs lesen können. Und trotzdem schippert man los. Und _wehrt_ sich dann auch noch.
    Ich fasse nochmal zusammen, speziell für dich, da Lesen und Denken ja scheinbar nicht zwingend miteinander kommen.

    1) Eine Militärblockade.
    2) Ein Schiff, das ankündigt diese Militärblockade zu durchbrechen.
    3) Ein Militär, das sich darauf vorbereitet.
    4) Es wird tatsächlich eingedrungen.

    Und jetzt bist du überrascht, dass das Schiff, das de facto quasi also in ein Kriegsgebiet fährt – in expliziter Solidarisierung mit dem Feind – angegriffen wird? Und erwartest auch noch Sympathie für die Dummheit, statt sich dann festnehmen zu lassen auch noch anzugreifen, in “Notwehr”?
    Das ist zumindest bizarr.

  3. Lesender Arbeiter sagt:

    Die Frage wäre vielleicht auch die, ob die Blockade legitim war.. Erst mal nicht, was ?

    äh, Sie haben da einen komischen Begriff von “angreifen (statt sich festnehmen zu lassen)’.

    Erstens, angegriffen haben natürlich die Leute, die das Schiff enterten. Und nicht die, die sich an Bord befanden. Einen komischen Neusprech haben Sie dazu drauf…

    Zweitens, warum um alles in der Welt hätten die Leute sich “festnehmen lassen” sollen? Dazu müsste eine legitime Autorität, in Ausübung eines gesellschaftlich als legitim anerkannten Gewaltmonopols (klar, darüber kann man sich vielen Fällen dann wieder heftig streiten, über diese Legitimität), eine Festnahme vollstrecken.

    Wo aber ist auf hoher See diese legitime Autorität? Kann ich nicht erkennen. Und bloss weil irgendein nahöstlicher, mieser Kolonialstaat glaubt, die absolute Hoheit über die ganze Region beanspruchen zu können, verleiht ihm dies noch lange keine Vollmacht. Weder legaler- noch legitimer Weise.

    Aber, ich resümiere: Aus ihrer Sicht soll dieser Staat einfach bestimmen können, welche Bevölkerungen er unter Blockade stellt und aushungert oder von dre Welt abschnürt. Wenn dann Leute kommen, die das nicht als in Ordnung betrachten, dann kann er denen einfach ein schwer bewaffnetes Kommando (das nennt sich dann: “Gewaltfreiheit”, “Friedenseinsatz”) auf den Leib schicken. Und falls die Leute, die angegriffen werden, das nicht gut finden und ganz normal reagieren, vulgo sich wehren – dann sind diese die Angreifer.

    Orwell, ick hör dir trapsen. “Neusprech” nannte der solch schamlose Propaganda. Auch Goebbels wusste was davon, er sagte: “Je dicker und unglaublicher es kommt, desto eher wird daran geglaubt.” (Sinngemäss doch nicht wörtlich wiedergegeben)

  4. Cyrano sagt:

    Wenn einer nix neues sagt, ist es leicht drauf zu antworten. Also zitiere ich einfach mal anti:
    “1) Eine Militärblockade.
    2) Ein Schiff, das ankündigt diese Militärblockade zu durchbrechen.
    3) Ein Militär, das sich darauf vorbereitet.
    4) Es wird tatsächlich eingedrungen.”.
    Damit ist klar, wer in dieser Situation angegriffen hat.

    +
    “Aus ihrer Sicht soll dieser Staat einfach bestimmen können, welche Bevölkerungen er unter Blockade stellt und aushungert oder von dre Welt abschnürt.”
    –>
    Aus ihrer Sicht sollen also “Freiheitskämpfer” einfach bestimmen können, welche Bevölkerung sie ins Meer treiben wollen, mit Raketen beschießen oder sich mit ihnen in die Luft sprengen? Um dann (wenn alles gut läuft), einen Staat zu gründen, der bestimmten kann, welche Bevölkerung er… und so weiter.
    Über all die Fehler, die allerdings schon in ihrer initialen Aussage stecken (aushungern etc…), will ich gar keine Worte mehr verlieren.

  5. Free Gaza by Hamas & Co. sagt:

    […] Menschen“, wie Gysi die „Free Gaza“-Seefahrer genannt hat, verhalten sich zweifellos anders. Doch es war ohnehin schon lange vor dem heutigen Morgen klar, dass es sich bei den vermeintlichen […]

  6. breckman sagt:

    Dass viele schon jetzt ganz sicher wissen wollen, was sich auf den Schiffenvor Gaza genau abgespielt hat, sowie ihr krampfhaftes Festhalten an der Behauptung, dass nur die israelische Armee schuld an dem desaströsen Ausgang der Aktion der IDF haben kann, während sie die “Aktivisten” von vornherein von jeder Schuld frei sprechen, zeigt ihre offenkundige Voreingenommenheit. Dass diese Leute nicht an der sorgfältigen Ermittlung der Wahrheit interessiert sind, sondern dass es ihnen nur darum geht, das Ereignis möglichst effektiv propagandistisch gegen den verhassten Judenstaat, ihren metaphysischen Feind, auszunutzen, ist kaum zu übersehen.
    Es ist aber mehr als unwahrscheinlich, dass die israelische Regierung, noch dazu unter den Augen einer Weltöffentlichkeit, die argwöhnisch und kritisch jeden ihrer Schritte genaustens beobachtet, einfach ein paar unliebsame Kritiker ihrer Politik kaltblütig abknallen läßt; warum sollte sie ihren Todfeinden ein solches Propagandageschenk machen? Viel plausibler wäre die Erklärung, dass die Soldaten, die vermutlich erwartet hatten, auf ein Paar fanatisierte aber im Wesentlichen friedliche Althippies zu stoßen, von der gegen ihr Leben gerichteten massiven Gewalt auf dem türkischen Schiff derart überrascht waren, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als die (möglicherweise in Bruchteilen einer Sekunde zu fällende )Entscheidung zu treffen, sich mit ihren Schusswaffen zu verteidigen.

  7. Aufgebrachte Narrenschiffe » FreibÄrger sagt:

    […] Menschen“, wie Gysi die „Free Gaza“-Seefahrer genannt hat, verhalten sich zweifellos anders. Doch es war ohnehin schon lange vor dem heutigen Morgen klar, dass es sich bei den vermeintlichen […]

  8. Klaus Müller sagt:

    > Und falls die Leute, die angegriffen werden,
    > das nicht gut finden und ganz normal reagieren,
    > vulgo sich wehren – dann sind diese die Angreifer.

    Jo, ganz normal. So reagier ich auch immer wenn ich Soldaten vor mir sehe.

  9. Igor Korowjew sagt:

    Zum Thema Unberechtigte Aktion in Internationalem Gewässer:
    Helsinki Principles on the Law of Maritime Neutrality

    5.1.2(3) Merchant ships flying the flag of a neutral State may be attacked if they are believed on reasonable grounds to be carrying contraband or breaching a blockade, and after prior warning they intentionally and clearly refuse to stop, or intentionally and clearly resist visit, search, capture or diversion.

    5.1.2(4) Merchant ships flying the flag of a neutral State may be attacked if they:
    (a) engage in belligerent acts on behalf of the enemy;
    (c) are incorporated into or assist the enemy’s intelligence system;
    (e) otherwise make an effective contribution to the enemy’s military action, e.g., by carrying military materials, and it is not feasible for the attacking forces to first place passengers and crew in a place of safety. Unless circumstances do not permit, they are to be given a warning, so that they can re-route, off-load, or take other precautions.

    5.2.1 Visit and search
    As an exception to Principle 5.1.2. paragraph 1 and in accordance with Principle 1.3 (2nd sentence), belligerent warships have a right to visit and search vis-a?-vis neutral commercial ships in order to ascertain the character and destination of their cargo. If a ship tries to evade this control or offers resistance, measures of coercion necessary to exercise this right are permissible. This includes the right to divert a ship where visit and search at the place where the ship is encountered are not practical.

    5.2.10 Blockade
    Blockade, i.e. the interdiction of all or certain maritime traffic coming from or going to a port or coast of a belligerent, is a legitimate method of naval warfare. In order to be valid, the blockade must be declared, notified to belligerent and neutral States, effective and applied impartially to ships of all States. A blockade may not bar access to neutral ports or coasts. Neutral vessels believed on reasonable and probable grounds to be breaching a blockade may be stopped and captured. If they, after prior warning, clearly resist capture, they may be attacked.

  10. Aufgebrachte Narrenschiffe « sagt:

    […] Menschen“, wie Gysi die „Free Gaza“-Seefahrer genannt hat, verhalten sich zweifellos anders. Doch es war ohnehin schon lange vor dem heutigen Morgen klar, dass es sich bei den vermeintlichen […]

  11. Heuchler Freeman « gegenschallundrauch sagt:

    […] Menschen“, wie Gysi die „Free Gaza“-Seefahrer genannt hat,verhalten sich zweifellos anders. Doch es war ohnehin schon lange vor dem heutigen Morgen klar, dass es sich bei den vermeintlichen […]

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