Man sticht in See

24. Mai 2010, von Thomas von der Osten-Sacken

Die deutschen Freizeitkapitäne für Gaza, die vor über einem Jahr die notleidende Bevölkerung vorm Verhungern retten wollten, stechen jetzt final in See – wenn auch in etwas abgespeckter Form:

Mit dem Aufruf „Die Blockade beenden! Ein Schiff mit medizinischen Hilfsgütern für Gaza“ hat das Bündnis im Januar 2009 die Aktivitäten für die Unterstützung der Bevölkerung des Gazastreifens durch Lieferung humanitärer Hilfsgüter begonnen. Damals meldeten wir: Ein Schiff mit Hilfsgütern nach Gaza will ein Friedensbündnis aus IPPNW, Jüdischer Stimme, Palästinensischer Gemeinde, Deutsch-Palästinensischer Gesellschaft und pax christi entsenden. Jetzt steht die Umsetzung bevor.
Die deutschen Aktivisten werden am 21. Mai 2010 von Griechenland aus in See stechen und um den 1. Juni zurück in Griechenland erwartet. Aus Deutschland stammen 5 Tonnen der Fracht:
Medikamente, Verbandstoffe und Medizinische Geräte
.

Eine Tonne pro mitreisendem Passagier aus Deutschland, wenn das nicht beeindruckende Früchte von einer Jahr Arbeit sind. Dafür hätte zwar auch ein bei Avis oder Hertz gemieteter Kleinlaster gereicht, aber das wär ja nicht sehr spektakulär gewesen.

Und mutig sind sie auch noch,  wie sie auf ihrem Blog berichten:

Pfingstmontag und wir bereiten uns auf alle Fährnisse der Fahrt, die wir aus israelischen Zeitungen (Haaretz, Maariv) erfahren – die Marine soll sich bereits intensiv auf unser Kommen vorbereiten, um uns den Zugang nach Gaza zu versperren, sie bereiten angeblich schon Einzelzellen in Ashdod für uns vor, israelische Siedler wollen uns mit Booten auf der See empfangen etc.

Aber wenn’s um die Durchsetzung des Menschen- Völker- und Seerechtes geht, schrecken sie auch vor Einzelhaft nicht zurück, die wackeren Seefahrer.

11 Antworten zu “Man sticht in See”

  1. Peter sagt:

    “israelische Siedler wollen uns mit Booten auf der See empfangen” – jetzt siedeln die boesen Israelis wohl schon im Meer! Unverschaemtheit!! ;-)

  2. Freud sagt:

    Ja, und überhaupt: diese schöne Symbolik! Der ‘Pfingstmontag’ wird ins Spiel gebracht, das Fest des Heiligen Geistes. Und die bösen Juden wollen einfach nicht von diesem Geist erfüllt werden. Weil diese völlig verquasten Pseudogutmenschen gibt, die ein Problem mit Leuten haben, die ‘wir wollen leben’ sagen – aber kein Problem haben mit Leuten, die ‘wir wollen, daß die anderen sterben’ sagen und praktizieren.

  3. Karl Eduard sagt:

    Schlimm, das mit den Einzelzellen. Nicht, daß deswegen extra die palästinensischen Unglücklichen, die in israelischer Kerkerhaft schmachten, zusammenziehen müssen.

  4. ente sagt:

    Ihr Spinner! Endlich macht mal jemand was! Tonnenweise Schulungsmaterial, 600 Aktivistinnen und Aktivisten; ihr werdet schön blöd schauen wenn im Herbst in Gaza der nachgeholte Christopher Street Day nahtlos in den Karneval der Kulturen übergeht. Die Mädels und Jungs von Pax Christi haben Ihren Garten gefunden und werden endlich ungestört durch reines Vorbild missionieren. Altlinke Kader müssen diesesmal gar keinen antifaschistischen Grenzwall bauen, um Ihre Ärzte da zu behalten, sie bringen sie mit und dann noch schönes Wetter, Meer und eine bekannte Demokratieform.
    Ich würde sie zumindestens reinlassen. Auch wenn es dann Hier vielleicht etwas zu ruhig wird.

  5. Peter sagt:

    @ Karl Eduard: Da scheint sich Paech ohnehin vertan zu haben. Es war wohl eher von Gummizellen die Rede.

  6. Schaschlik « abseits vom mainstream – heplev sagt:

    […] Terroristen-Liebhaber – das war die dritte Nachricht nacheinander, dass es Verzögerungen gibt.) Thomas von der Osten-Sacken höhnt ein wenig (allerdings völlig zurecht): Für das, was die deutsche Sektion der […]

  7. gazahotel sagt:

    Hotelangebot in Gaza

    http://www.youtube.com/watch?v=n_puiuvWHQ4

  8. Israel massakriert "Friedensaktivisten" sagt:

    […] den „Friedensfreunden“ zur?ckgewiesen, sondern auch – und das macht den Antrieb dieser Freizeitkapit?ne besonders deutlich – das Ansinnen der Familie des vor vier Jahren von der Hamas entf?hrten […]

  9. Free Gaza by Hamas & Co. sagt:

    […] wurde von den „Friedensfreunden“ zurückgewiesen, sondern auch – und das macht den Antrieb dieser Freizeitkapitäne besonders deutlich – das Ansinnen der Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten […]

  10. Aufgebrachte Narrenschiffe » FreibÄrger sagt:

    […] wurde von den „Friedensfreunden“ zurückgewiesen, sondern auch – und das macht den Antrieb dieser Freizeitkapitäne besonders deutlich – das Ansinnen der Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten […]

  11. Aufgebrachte Narrenschiffe « sagt:

    […] wurde von den „Friedensfreunden“ zurückgewiesen, sondern auch – und das macht den Antrieb dieser Freizeitkapitäne besonders deutlich – das Ansinnen der Familie des vor vier Jahren von der Hamas entführten […]

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