Ist er in der Tat nicht
26. Mai 2007, von Thomas von der Osten-Sacken

Eine gute Gelegenheit NICHT am Verrat der Linken teilzuhaben.
Dieser Artikel wurde am Samstag, 26. Mai 2007 um 19:32 veröffentlicht und ist abgelegt unter Allgemeines, Deutschland. Du kannst die Antworten zu diesem Artikel mit Hilfe des RSS 2.0 Feeds verfolgen.
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26. Mai 2007 um 21:16
Und wenn es aber doch der Kommunismus ist?
27. Mai 2007 um 0:47
Och, das hast du schön subtil gefragt, Ingo!
27. Mai 2007 um 15:36
Wie immer kommt keine Antwort.
27. Mai 2007 um 17:39
Nun in den MEW’s gibt’s schon eine Menge Antworten. Und dass das chinesische Regime und der Maoismus mit Kommunismus nicht allzu viel zu tun haben, darüber muss man denke ich nicht viel diskutieren. Sicher man kann Stalin, Pol Pot, Mao und all die anderen Mörder als Kommunisten bezeichnen, dann ist der Begriff nichts mehr wert. Kommunismus ist die Emazipation des Individdums von allen Naturzwängen und denen des Wertgesetztes. Kommunimsus ist die Vollendung menschlicher Freiheit. Kommunismus ist nicht die totale Verstaatlichung des gesellschaftlichen Lebens, sondern die Aufhebung des Staates.
“Der Kommunismus unterscheidet sich von allen bisherigen Bewegungen dadurch, daß er die Grundlage aller bisherigen Produktions- und Verkehrsverhältnisse umwälzt und alle naturwüchsigen Voraussetzungen zum ersten Mal mit Bewußtsein als Geschöpfe der bisherigen Menschen behandelt, ihrer Naturwüchsigkeit entkleidet und der Macht der vereinigten Individuen unterwirft. Seine Einrichtung ist daher wesentlich ökonomisch, die materielle Herstellung der Bedingungen dieser Vereinigung; sie macht die vorhandenen Bedingungen zu Bedingungen der Vereinigung. Das Bestehende, was der Kommunismus schafft, ist eben die wirkliche Basis zur Unmöglichmachung alles von den Individuen unabhängig Bestehenden, sofern dies Bestehende dennoch nichts als ein Produkt des bisherigen Verkehrs der Individuen selbst ist. Die Kommunisten behandeln also praktisch die durch die bisherige Produktion und Verkehr erzeugten Bedingungen als unorganische, ohne indes sich einzubilden, es sei der Plan oder die Bestimmung der bisherigen Generationen gewesen, ihnen Material zu liefern, und ohne zu glauben, daß diese Bedingungen für die sie schaffenden Individuen unorganisch waren. Der Unterschied zwischen persönlichem Individuum und zufälligem Individuum ist keine Begriffsunterscheidung, sondern ein historisches Faktum.” (MEW 3, S. 70f)
27. Mai 2007 um 19:22
Lächerlich. Seit hundert Jahren behaupten Kommunisten im Westen, wenn sie mit den realen Schrecknissen kommunistischer Länder konfrontiert werden, DAS sei aber gar nicht der Kommunismus, der EIGENTLICHE Kommunismus müsse erst noch hergestellt werden. Komischerweise kommt er dann aber doch nie, der wahre, gute, menschenfreundliche Kommunismus, sondern immer nur der mit der Unfreiheit und den Arbeitslagern. Unter dem Label Kommunismus sind bisher ausschließlich Diktaturen entstanden - sich vom Kommunismus noch irgendwas zu versprechen ist nur noch dumm. Naja, die Falun-Gong-Leute werden euch hoffentlich was erzählen.
27. Mai 2007 um 19:26
Kommunimsus ist die Vollendung menschlicher Freiheit.
Und Islam heißt Frieden. :-))
27. Mai 2007 um 23:05
Und die FDOG heißt Freude & Eierkuchen. Lieber Ingo, Renegaten nerven. Immer & überall.
28. Mai 2007 um 0:14
Renegaten nerven.
Deswegen: Immer treu zur Fahne stehen. Die Partei hat immer recht. Argumente braucht’s dafür offenbar keine, lieber “Django”.
28. Mai 2007 um 0:15
Schon das Wort “Renegat” verrät die stalinistische Denkweise. Kommunisten sind Stalinisten. Immer & überall.
28. Mai 2007 um 0:35
Dann also warst Du, lieber Ingo, als Du noch für die Bahamas etc. schriebst auch ein Stalinist? Und hast, ohne dass wir’s wussten Gulags befürwortet? Danke der Information.
28. Mai 2007 um 0:38
@Ingo
Lächerlich. Seit hundert Jahren behaupten Liberale im Westen, wenn sie mit den realen Schrecknissen kapitalistischer Entwicklung konfrontiert werden, DAS sei aber gar nicht der liberale Markt, der EIGENTLICHE liberale Markt müsse erst noch hergestellt werden. Komischerweise kommt er dann aber doch nie, der wahre, gute, menschenfreundliche Markt, sondern immer nur der mit der Klassentrennung und den Sweatshops. Unter dem Label Liberalismus haben bisher ausschließlich Eliten profitiert - sich vom Liberalismus noch irgendwas zu versprechen ist nur noch dumm. Naja, die Arbeiter in American Samoa werden euch hoffentlich was erzählen.
28. Mai 2007 um 0:44
@django:
Ich habe jedenfalls nie gegen “Renegaten” gehetzt.
@classless:
Nette Retourkutsche, einfaches Weltbild. Auf nach Heiligendamm!
28. Mai 2007 um 0:53
Die Bahamas hat übrigens in der Tat u.a. den Massenmord an den Kulaken gerechtfertigt. In der Ausgabe Nr. 25 von 1998 stehen die folgenden ungeheuerlichen Sätze:
Für den Hungertod des Kulakenkindes sind ebenso wie der sowjetische Staat auch dessen Eltern, die von der privaten Scholle und der bereicherungsträchtigen Verfügung über deren Früchte nicht lassen konnten, verantwortlich. Schließlich ging es damals um die Alternativen Privatbesitz oder Kollektivierung. Zur letzten Alternative wurden die Privat-Bauern schließlich mehr oder weniger gezwungen. Ihr dagegen gerichteter Widerstand veranlaßte die staatliche Seite zu einer Reihe von Terrormaßnahmen, einschließlich Massenhinrichtungen und Deportationen in Zwangsarbeitslager. Die Durchsetzung der ersten Alternative (Privatbesitz) hatte jedoch bereits in den 20er Jahren zu Hunger (und das hieß auch Verhungern) geführt. Als 1928 staatlicherweise die Preise für Agrarprodukte auf ein niedriges, das heißt für Nicht-Privat-Bauern erschwingliches, Niveau fixiert wurden, setzten sich die Kulaken mit Boykott-Maßnahmen und der verstärkten Entfaltung von Schwarzmärkten zur Wehr. Der Staat reagierte auf diesen Widerstand, und um seinen ehrgeizigen Industrialisierungsprojekten eine gesicherte Versorgungsbasis zu verschaffen, mit dem Beschluß zur Kollektivierung der Landwirtschaft. Als Stalin Ende 1929 (6) die berüchtigte Losung “Liquidierung der Kulaken als Klasse” verkündete, war in weiten Teilen der SU bereits ein informeller Bürgerkrieg im Gange. Privat-Bauern waren eher bereit, ihre Ernten zu vernichten, als sie zu den staatlich fixierten Preisen feilzubieten. Gegenüber den aus Stadtbewohnern zusammengestellten Beschlagnahmungsgruppen setzten sie sich bewaffnet zur Wehr. Die Kulaken verloren diese Auseinandersetzung mit für sie katastrophalen, und in den meisten Fällen wohl nicht zu rechtfertigenden Folgen. Dennoch betrafen diese Folgen nur diejenigen Kulaken, die sich der Kollektivierung widersetzten. Auch wer davon ausgeht, daß die Verteidigung privaten Besitzes eine quasi naturrechtlich legitimierte Notwehrmaßnahme darstellt, kommt um den politischen Subjektstatus der Kulaken nicht herum. Die Kulaken waren im politischen Sinne antagonistische Partei. Sie kämpften für eine den Absichten des Staates entgegenstehende sozial-politische Ordnung. Diese zu erringen, hielten sie auch angesichts der ihnen bekannten staatlichen Gegenmaßnahmen für gerechtfertigt.
Merke: Die Sowjetunion musste die Kulaken ermorden, denn diese hatten die Stirn, sich gegen ihre Unterdrückung zu wehren. Die Abschaffung des Privateigentums hatte Priorität zu haben, auch wenn die Folgen in “den meisten Fällen wohl nicht zu rechtfertigen” waren, wie der Autor großzügig konzediert. Dass die Kulaken für Hungersnöte verantwortlich gewesen seien, ist übrigens eine klassische linke Geschichtslüge.
Ja, es war ein Fehler, jemals mit solchen Linken zusammengearbeitet zu haben. Besser spät Renegat als nie.
28. Mai 2007 um 1:50
Daß du über Verbrechen kommunistischer Parteien sprichst, ist jetzt nicht weiter verwunderlich oder der Punkt, das mache ich auch. Es ging jetzt eher darum, ob du in ähnlichem Ausmaß vor der eigenen Tür zu kehren bereit bist. Aber klar, da liegt ja gar kein Dreck!
Was soll ich denn bitte in Heiligendamm? Das nehme ich jetzt langsam echt persönlich. Mal bitte sportlich bleiben!
28. Mai 2007 um 1:58
[...] Lustig: FdoG-Ingo wirft uns vor, “in gut deutscher Tradition die Idee gegen die Verschmutzung mit der schnöden Wirklichkeit zu retten…” Sein Lamento, wie abgeschmackt Kommunismus ist, habe ich im Wadi-Blog kurzerhand leicht geremichst. Tja, die Pyramide im eigenen Auge… [...]
28. Mai 2007 um 8:22
“Komischerweise kommt er dann aber doch nie, der wahre, gute, menschenfreundliche Kommunismus, sondern immer nur der mit der Unfreiheit und den Arbeitslagern. Unter dem Label Kommunismus sind bisher ausschließlich Diktaturen entstanden [...]”
mist, wenn meine politische bildung nicht so mies wäre, würde mir noch mehr als spanien einfallen. obwohl, das passt sicher den sog. kommunisten wieder nicht, dass ausgerechnet sog. anarchos den einzigen vorzeigbaren (freiheitlichen) kommunismus der neuzeit ausgerufen haben. oder es zumindest nun so erzählt wird!
ingo, lass ihnen doch diese identitäre worthülse, wenn sie sie unbedingt wollen. jede/r braucht was zum spielen und dran festhalten, who cares?
28. Mai 2007 um 10:57
Liberale Hetze I …
oder: Verflixt nochmal, der Kommunismus will kein demokratisch organisierter Kapitalismus sein!
Bei den liberalen “Freunden der offenen Gesellschaft” kritisiert man eine linke Kundgebung gegen die chinesische Regierung bzw. für de…
28. Mai 2007 um 11:00
@Ingo
Du sagst zu classless, der nur deine Argumentation umgedreht hat, er hätte ein einfaches Weltbild? Und deine Auffassung, alles wäre schön prima, so wie es ist, wenn es nur richtig so sein könnte, wie es im Grunde ja schon ist, und wenn es endlich alle rundherum gut finden würden - das ist kein einfaches Weltbild?
28. Mai 2007 um 14:24
@Ingo
Fleissig hast Du zusammegearbeitet: http://www.redaktion-bahamas.org/hefte/inh36.htm. Und es macht den Renegaten aus, dass er mit der selben Radikalität, für die er früher einstand, nun seine alten Genossen bekriegt. Die Form rettet er hinüber; die Inhalte sind austauschbar. Das unterscheidet den Renegaten vom Dissidenten.
Früher hast Du den Merkur verdammt, weil er Adorno angeblich den “deutschen Charakterschweinen” ausliefert, wenig später dann saßest Du dem Anti-Adorno Tribunal vor: http://www.classless.org/2006/07/27/freunde-der-offenen-gesellschaft-vs-kritische-theorie/
28. Mai 2007 um 14:58
@”django”:
Komm erst mal aus Deiner Anonymität raus, wenn Du mit mir reden möchtest.
28. Mai 2007 um 15:05
@”django”
Bezeichnende außerdem, dass Du Dir inhaltliche Kritik nur in Form eines “Tribunals” vorstellen kannst. Auch das verrät die stalinistische Denkweise.
28. Mai 2007 um 16:11
@classless
Wie ich schon öfter anmerkte, halte ich Adamzecks Versuch für einen Rückfall hinter die kritische Theorie und dieser feindlich, da es das zentralste Moment, der Reflexion auf die dem Wunsch nach Veränderung der Verhältnisse innedrohenden Barbarei nicht im geringsten gerecht wird. Das schlimmste was schiefgehen kann beim Kinderkommunismus ist, dass alle ein bisschen arm sind oder faul und unzufrieden. Dass Millionen bei Experimenten ermordet wurden oder verhungerten und sich die Welt kein weiteres Experiment mehr leisten kann, es noch nie konnte, es aber eben das planlose Experiment ist, auf dem eine unverantwortliche Interpretation des kritisch-theoretischen Utopiebegriffs, abstellt, geht in deiner Darstellung wie bei Adamzeck wie in der Demo unter.
Deine Gleichsetzung von Klassentrennung (-warum ist die Trennung Merkmal des Kapitalismus? Merkmal ist doch eben die prinzipielle Überwindbarkeit der “Klassen”) und Sweatshops (ohwiegemein) mit den Brutalitäten der kommunistischen Diktaturen hinkt vielleicht ein klitzekleines bisschen?
28. Mai 2007 um 16:13
Und Kern der Kritik ist doch, dass es den demonstrierenden Linken in keinster Weise um Opfer von kommunistischen Regimes geht, sondern um die Reinheit des Begriffs. Worauf du mit “selber, selber” antwortest, aber in keinster Weise dieses “selber” in Reflexion umzuwandeln gedenkst.
28. Mai 2007 um 16:16
Abgesehen davon halte ich es für archaisch, in der Artikelüberschrift auf die Vokabel “Verrat” zu rekurrieren. Oder wars ironisch gemeint?
28. Mai 2007 um 16:17
Kannst du wenigstens mal einen Anwurf nicht einfach mechanisch zurückpfeffern? Liberalismus wird kritisiert - selber doof! classless ist wohl irgendwie antideutsch - Bahamas-Zitat! Kritischer Blogkommentar - Vorwurf der Anonymität! Kritik an eurer Veranstaltung - stalinistische Denkweise!
Stellst du dir nicht mal die Frage, warum eure KT-Veranstaltung formal wie ein Parteiausschlußverfahren wirkte? Ob die liberale Ordnung vielleicht ausreichend Opfer im Schrank hat, daß man diese “deutsche Vergleicherei” (John Rosenthal) einfach mal lassen könnte? Ob auch Menschen, die nicht dumm, verbohrt oder verblendet sind, aufgrund einer Analyse ähnlicher Fakten zu einer anderen Einschätzung kommen können und aus dieser Einschätzung heraus für eine andere Vergesellschaftung eintreten?
28. Mai 2007 um 16:18
War @Ingo, nicht @nichtidentisches!
28. Mai 2007 um 16:20
@nichtidentisches
“Deine Gleichsetzung” ist keine Gleichsetzung. Das war ein polemischer Volley-Remichs von Ingos Kommunismus-Lamento. Daß es mir nicht um die Ermordeten geht, ist eine üble Unterstellung.
28. Mai 2007 um 16:52
Hach, dieser Neologismen-Trend ist schon dein Ding, net wahr. Hat was postmodernes.
Aber ich meine, dass nach Prüfung der Aufrufe und der Reden es den Demonstranten wenig um die Opfer oder die Darstellung von Verhältnissen in China geht. Die sind nämlich bei weitem nicht so einfach, dass man behaupten könnte: Böses kommunistisches Regime unterdrückt liebe Zivilgesellschaft.
Einerseits ist es doch verblüffend, was z.B. in der Kunstszene in China möglich ist. Ich meine in China gibt es Punks und dicke Autos, Ideologie ist derzeit m.E. nur sekundär zu verspüren, die Repression zielt primär auf Stabilisierung, nicht auf Durchsetzung einer Idee, ab und begeht dabei den Fehler, dass sie Kritik als destabilisierend auffasst. Die Außenpolitik mag man als zynisch verurteilen, aber sie erfolgt rein nationalökonomischen Interessen und kaum einer Ideologie, nunja, die große Öffnung unter Bezug auf einen chinesischen Seefahrer, aber das ist marginal. Ein PR-Gag.
Andererseits habe ich bislang wenig Chinesen getroffen (naja, es waren insgesamt nur 3) die die Politik in China schlecht fanden. Es wird unter der Kategorie: “Halt irgendwie notwendig” abgespeichert, und im nationalen Taumel akzeptiert man dann so einiges.
Meine Frage ist also: Warum China? Warum jetzt China? Warum nicht Iran? Bzw. Warum nicht China wegen Iran? Oder Sudan? Oder Simbabwe, das nun wirklich allen am Ursch vorbeigeht? Oder der katastrophale antiaufklärerische Zustand des ANC? Der Rückfall zahlreicher afrikanischer Staaten in dumpfesten staatlich sanktionierten Okkultismus im Zeichen der afrikanischen Identität?
Weil das alles die Identitätskrise der Linken nicht tangiert.
28. Mai 2007 um 17:11
@Kulla, noch ein kleines kritisches Wort:
“Unter dem Label Liberalismus haben bisher ausschließlich Eliten profitiert - sich vom Liberalismus noch irgendwas zu versprechen ist nur noch dumm”
Das müsste man mal “entschwören.” Von Marx oder kritischer Theorie bleibt da wenig…
Nu, ich sehe im Nachhinein peinlich berührt, dass meine Zwischenkommentare merkwürdig deplaziert wirken zwischen eurem Privatstreit. Bezeichnend finde ich nun aber doch, wie sehr das in Bewegungsidyllen und Verrats (Renegat, Dissident) metaphern abläuft - ergo die Identitätskrise der Linken in keinster Weise dazu führt, dass jemals etwas außerhalb des Selbstreferentiellen zu diskutieren wäre. Das Objekt wird dem Primat der Bewegung unterworfen.
28. Mai 2007 um 18:09
@nichtidentisches
Hm, hast du wirklich den Aufruf gelesen? Da geht es um den Sudan und die eben nichtideologische Politik. Auch in der Veranstaltung war etwa Simbabwe Thema. Glaubst du, ein Politologe mit China-Schwerpunkt redet zwei Stunden und schafft es dabei, die “Darstellung von Verhältnissen in China” zu vermeiden? Und wo steht denn irgendwas in der Art von “Böses kommunistisches Regime unterdrückt liebe Zivilgesellschaft”?
01. Juni 2007 um 20:18
Darauf will eingegangen werden. Zwar werden die außenpolitischen Verfehlungen Chinas, die sich nicht sehr von denen Österreichs oder Deutschlands unterscheiden näher bezeichnet und dadurch die wirklich Verantwortlichen teilweise der Kritik enthoben, denn sie sind imperialistische Marionetten. Was aber viel mehr stört: Nach Aufzählung der ganzen Gräuel in Afrika heißt es lapidar:
“Imperialismus, Repression und Staatskapitalismus sind kein Kommunismus! Wir wollen die Idee der allgemeinen Emanzipation nicht länger mit solchen Erscheinungen assoziiert sehen!
Es geht also nach wie vor um Begriffe, nicht um Menschen.
Das wird hier nochmal besonders deutlich:
“Der Freiburger Politologe Hubert Zick wird über Chinas Staatskapitalismus sprechen, die Veranstaltenden werden einen Rückblick auf die Begriffsgeschichte des Kommunismus werfen.”
Warum nicht einen Rückblick auf die Geschichte des chinesischen Staates oder auf die Geschichte sogenannter kommunistischer Staaten werfen? Weil das nicht tangiert.
23. August 2007 um 9:33
[...] Und wenn er’s doch ist? Das Wadi-Blog und Planet Hop machen auf eine Kundgebung vor der chinesischen Botschaft aufmerksam, die sich gegen das chinesische Regime richtet. So weit, so verdienstvoll. Drängte sich nicht angesichts des etwas albern wirkenden Mottos “Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus!” der Eindruck auf, hier ginge es weniger um den Protest gegen eine autoritäre kommunistische Diktatur, als vielmehr um die Reinwaschung des Begriffs Kommunismus. [...]
23. Juni 2009 um 8:03
[...] einer zwei Jahre alten Diskussion in einem jener Blogs wird es heftig, indem sich ein Streit um die Bewertung des Kommunismus [...]