Geniales Timing, peinliche Entschuldigungen - Updates zu Easyjet
21. November 2009, von Thomas von der Osten-SackenDas “Shoa-Chic”-Novembermagazin von Easyjet, das inzwischen eingezogen worden ist, kam, dies ein besonderer Leckerbissen am Rande, passend zum Jungfernflug der Airline nach Tel Aviv in die Flieger.
Nun erklärte passend auch noch ein Sprecher der Airline vor unserer Intervention - immerhin lag das Magazin bis dahin schon 19 Tage aus -, der Ort der Aufnahmen sei nicht so leicht zu identifizieren gewesen. Wie dieser Bildausschnitt zeigt ist das eine glatte Lüge.
So bleibt weiterhin die peinliche Frage: Wenn nun Dutzende von Zeitungen, Blogs, Parlamentarier etc. sich empören (wohlgemerkt in England, nicht etwa in Deutschland, auch von der Berliner Modeagentur, die das sexy Kleidchen da bewirbt ist bislang keine Staellungnahme im Netz [Update 23.11: inzwischen schon]) - wie konnte so ein Skandal fast drei Wochen unbemerkt bleiben?
Noch ein Update: Von INK, dem Herausgeber des Magazins, kommt inzwischen diese peinliche Erklärung, die keines weiteren Kommentars bedarf:
Ink Publishing sincerely apologises to anyone who may have been offended by the fashion shoot in the November issue of easyJet inflight, in which a model is photographed in front of Berlin’s Holocaust Memorial. Far from trivializing the Memorial, on the contrary the intention was to encourage passengers to visit for themselves.
The shoot was intended to not only promote local design talent and the city itself, but to raise awareness. From an educational perspective, it is of the utmost importance that visitors to Berlin see the Jewish Museum (who gave us written permission to shoot in their grounds) and Holocaust Memorial first hand.
Let’s promote die Stadt der Mörder und “local design talents” mit vergasten Juden. Den Sinn des ganzen haben sie aber irgendwie begriffen: wie man den maximalen Profit (ideel und materiell) aus der Ressource tote Juden zieht.
21. November 2009 um 16:42
Sie haben völlig recht Herr von der Osten-Sacken! Zumindest geht hier wenigsten einer auf diesen Skandal ein.
22. November 2009 um 11:56
Kaum wird dieses Stelenfeld einmal richtig genutzt, beschweren sich philosemitischen Typen, die sich auch noch anmaßen, “für die Toten der Shoa” sprechen zu können. Das halte ich für genauso grotesk und abgeschmackt wie den Bau dieses in der Welt einmaligen Schandmals. Solange nicht ein urinierender oder sein “großes Geschäft” verrichtender Hund zwischen den Stelen auf Fotos gezeigt wird, wird die Realität ohnehin geschönt dargestellt. Was also regen Sie sich über halbwegs geschmackvolle Klamotten-Fotos auf, Herr von der Osten-Sacken?!!
23. November 2009 um 14:43
in einer antwort an mich schreibt uebrigens die Stiftung Denkmal für die
ermordeten Juden Europas (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) zum thema der genehmigung des foto-shootings: “Die Stiftung Denkmal hat keine Genehmigung für dieses Foto-Shooting erteilt.” Ink Publishing behauptet, das jüdische museum habe written permission zum shoot gegeben, vom mahnmal schweigt man aber geflissentlich.
23. November 2009 um 17:08
jetzt scheint auch die deutsche presse mal etwas mitbekommen zu haben:
http://www.ftd.de/unternehmen/handel-dienstleister/:fotos-vor-dem-holocaust-denkmal-easyjet-zieht-kundenmagazin-aus-dem-verkehr/50041228.html
27. November 2009 um 12:21
[...] würde. ich verfolgte diese woche, angefangen bei lizas welt über WADIblog (Fortsetzung hier und hier ) bis hin zu einem verweiss von h.m.broder, die geschichte um die modofotos, welche im berliner [...]
27. Dezember 2009 um 12:35
Kann Fred Feuerstein nur zustimmen.