Befreiung in die Barbarei

03. September 2009, von Thomas von der Osten-Sacken

Die Entkolonialisierung in weiten Teilen der sog. Dritten Welt gehört zu den wohl tragischsten Kapiteln der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  Ob in Kambodscha, Kongo, Zimbabwe, Indonesien oder in Dutzenden anderen Ländern: der Befreiung vom Kolonialherren folgte eine hausgemachte Barbarei, die oftmals das von den Kolonialherren angerichtete Unrecht um ein Vielfache übertraf. Freiheit war nichts weiter als die im Namen einer neu gewonnenen nationalen Souveränität und zusammengeschusterter Ideologien die eigene Bevölkerung zu malträtieren. Natürlich gibt es Ausnahmen, Indien etwa. Statt nun diesen Widerspruch zumindest wahr zu nehmen, ja zu betrauern, mit Ideen zu kommen, wie es vielleicht anders, besser sein könnte, ruft ein Reiner Braun (Kooperation für den Frieden) zum Weiter-so auf:

Immer wieder wird gesagt: Wenn die Truppen abziehen, bricht »das Chaos aus, übernehmen die Taliban die Macht«. Eine Analyse, was sind »Taliban«, was ist ein breit getragener Volkswiderstand gegen eine Besatzungspolitik, wird nicht geleistet. Es klingt auch ein kolonialistischer Ton in diesem Argument mit. Vielleicht teilweise unbeabsichtigt wird ein »Argument« wiederbelebt, das gegen den antikolonialen Befreiungskampf der Völker Afrikas und Asiens verwendet wurde.

Erinnert sei an »die Internationale«: die besingt, daß Völker sich nur selbst befreien können – es hilft ihnen keine – auch keine noch so wohl gemeinte militärische »Hilfe«. Dies bleibt auch dann richtig, wenn die Befreiung manchmal eine schmerzhafte Geburt ist. Deswegen heißt Frieden und zivile Lösungen für dieses leidgeprüfte Land zuerst: Abzug aller Besatzungstruppen, Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan.

Pol Pot, Idi Amin, Mugabe, Saddam Hussein et. al. Personifizierungen einer “schmerzhaften Befreiung”? Sie haben wirklich gelernt diese Damen und Herren und geben es kund am Jahrestag des Beginns des II. Weltkrieges: Krieg und Besatzung sind auf jeden Fall schlimmer als Faschismus, vor allem dann, wenn dieser als Form der Befreiung vom kolonialen, imperialistischen Joch daherkommt - was er eigentlich immer tut.

2 Antworten zu “Befreiung in die Barbarei”

  1. Der Leibhaftige sagt:

    Ah, wie im Kongo ? Solltest Du das langjährige Regime von ‘Marschall’ Mobutu meinen, das tatsächlich barbarisch war ? Den haben aber die US-amerikanische CIA, die Belgier und Frankreich ausgewählt. Und dieselben haben den Linksnationalisten Patrice Lumumba ermorden lassen (unmittelbar Hand angelegt haben die Belgier)… Oder solltest Du zufällig Kongo und Uganda miteinander verwechseln, wo Du doch Idi Amin erwähnst ? Hihihi…

  2. Janis Vogt sagt:

    Der Bernhard Schmid, der sich inzwischen als “Der Leibhaftige” tituliert und sowas blogt, bräuchte auch mal professionelle Hilfe.

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