„Judenersatz“

15. April 2007, von Thomas von der Osten-Sacken

Eine der wohl dümmsten Lügen und Verfälschungen besteht darin, Juden zu einer „religiösen Minderheit“ zu erklären, die als solche im Dritten Reich verfolgt wurde. Notwendig allerdings ist diese Lüge, um eliminatorischem Antisemitismus in einen x-beliebigen Rassismus zu verwandeln, der  eben in dieser oder jener Form jede Minderheit treffen könne. Von den Palästinensern über die Kurden bis hin zu Albanern (von Frauen, Rauchern, Abtreibungsgegnern und Vertriebenen einmal ganz abgesehen) konnte so fast jeder schon zum „Juden von heute“ stilisiert werden.

Neuerdings erscheinen nun in Deutschland lebende Muslime gar als Ganzes als verfolgte Minderheit, die ähnlich wie die Juden im Dritten Reich diskriminiert würde. Ganz so, als seien nicht die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet worden, die die Juden gerade als „Rasse“, nicht als konfessionelle Gruppe, zur Verfolgung freigaben. Vergessen die Kirchen in Warschauer Ghetto, in denen konvertierte Juden beteten, die eben auch unter jene Rassegesetze fielen. Und vergessen all jene, die so wenig an Gott glaubten, wie nichtjüdische Atheisten auch.

Ein Muslim, der in Deutschland und Europa nebenbei völlige Glaubensfreiheit genießt, wird von niemandem gezwungen nach der Scharia zu leben. Es ist seine oder ihre freie Entscheidung. 

Wer noch vor einigen Jahren ein Buch über Antisemitismus veröffentlicht hat, wie der Jürgen Elsässer, zeigt insofern sich aufklärungsresistent, als er es besser weiß, wenn er Sätze wie diese schreibt:

„Je weniger man eine terroristische Struktur unter den hiesigen Moslems nachweisen kann, um so mehr gilt das als Beweis, daß irgendwie alle uns bedrohen könnten. Das ist die Feinderklärung an eine inländische religiöse Minderheit, wie man sie seit den dreißiger Jahren nicht mehr gehört hat.“

Und damit auch die etwas blöderen Leser verstehen, was sein Mentor meint, stellt der ehemalige Konkret-Autor Thomas I. Steinberg das Zitat auf seine Homepage und übertitelt es mit dem Wort: „Judenersatz„.

Ich denke Herr Gansel hat auch dies mit Genugtuung gelesen: denn so dürfte sie aussehen, die Querfront, die er sich mit Elsässer und Lafointane herbeiwünscht. Das Wörtchen „Judenersatz“, sollte auf jeden Fall fester Bestandteil der Terminologie dieser Truppe werden. Es erinnert nämlich an Kaffeeersatz oder Terpentinersatz und nimmt so den Juden erneut ihre Individualität. „Ersatzjuden“ wäre zumindest ein Wort gewesen, das noch von einem Funken Emphatie gezeugt hätte.

Dabei, und dies sei in diesem Zusammenhang nur nebenbei bemerkt, steigen antisemitische Anschläge weltweit weiter und überproportional viele Täter sind Muslime.

4 Antworten zu “„Judenersatz“”

  1. Karl Pfeifer sagt:

    Die Wiener AIK hat einen Aufkleber: „AntifaschistInnen immer auf der Seite der Unterdrückten/So wie gestern mit den Juden/Heute mit den Moslems“
    http://www.antiimperialista.org/index.php?option=com_
    content&task=view&id=5117&Itemid=169
    Man könnte denken, in Europa müßten muslimische Kindergärten und Schulen bewacht werden. Doch die Realität spielt sich außerhalb den Vorstellungen und der Phantasie der Nazionalbolschewisten ab. Jüdische Kindergärten und Schulen werden bewacht. Und wie erfolgreich die „AntifaschtInnen“ in D und A auf der Seite der Juden gestanden sind, konnte man 1945 erfahren, als klar wurde, wie die allergrößte Mehrheit an der Volksgemeinschaft teilgenommen hat, wenn schon nicht als Täter, dann als Zuschauer und Nutzniesser.

  2. Robert sagt:

    Wer ist denn jetzt dieser Herr Gansel? Muss man den kennen?
    Gruß
    Robert

  3. Thomas von der Osten-Sacken sagt:

    Nun Gansel ist MdL der NPD, in deren Präsidium und war lange Redaktuer ihres Drecksblattes „Deutsche Stimme“ und damit ist er nicht ganz irrelevant.

    So stellt die NPD ihn vor:

    Geboren am 6. Juli 1974 im rheinländischen Opladen. 1999 Abschluß des Studiums der Mittleren und Neueren Geschichte sowie der Politikwissenschaft (M.A.) an der Universität Gießen.

    Langjähriger hauptamtlicher Redakteur der Parteizeitung „Deutsche Stimme“. Seit September 2004 Mitglied des Sächsischen Landtages. NPD-Vertreter im Ausschuß für Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien sowie im Ausschuß für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Mitglied im Kuratorium der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

    Mitglied im Parteivorstand seit 2002, Mitglied des Parteipräsidiums seit Ende 2006.

  4. Abraham Melzer sagt:

    Herr Thomas von der Osten-Sacken:

    Zu schreiben Norman im Pech ist genauso primitiv, als wenn man schreiben würde:

    Haut den Thomas auf den Sacken!

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