Totalkapitulation

17. März 2009, von Thomas von der Osten-Sacken

Scharia in pakistanischer Unruheregion eingeführt

In der pakistanischen Unruheregion Swat hat am Dienstag die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, begonnen. Insgesamt sieben islamische Richter, sogenannte Kasis, nahmen ihre Arbeit auf und überprüften erste Fälle.

Pakistanische Regierungsvertreter haben erklärt, dass drakonische Maßnahmen wie beispielsweise die Schließung von Mädchenschulen, wie sie von vielen Taliban befürwortet werden, nicht eingeführt werden sollen. Die Taliban hatten in dem Tal politische Gegner geköpft und zahlreiche Mädchenschulen niedergebrannt.

Und wie, nach ihrer Totalkapitulation, wollen die pakistanischen Regierungsvertreter, die im Tal keine Souveränität mehr ausüben, eines der Hauptprogrammpunkte der Taliban verhindern, nämlich die völlige Verbannung von Frauen und Mädchen aus dem öffentlichen Leben?

Die Betonung liegt auf “nicht sollen”. Eine Willensbekundung, mehr nicht. Die Taliban lachen darüber (obwohl lachen ja verpönt ist) und in Kürze wird es weder Mädchenschulen noch Musikgeschäfte geben, sondern eine allgegenwärtige Religionspolizei, die Männer zwingt, Bärte zu tragen und so weiter und so fort.

Schon jetzt kann jeder, der zum Dialog mit den “gemäßigten Taliban” ruft, studieren, wie Waffenstillstände mit dieser Bande aussehen, und wer für sie zahlt.

We hätte je gedacht, dass man das alte pakistanische Recht sich zurückwünscht, weil die schariatische Barbarei es noch wie ein verteidigenswertes Gut der Zivilisation erscheinen lässt.

 

2 Antworten zu “Totalkapitulation”

  1. Ximo sagt:

    “Wer hätte je gedacht…”
    Wer wirklich klar denkt, der hätte das gedacht und denkt auch in diesem Zusammenhang an die Türkei! In der Türkei gibt es ebenfalls keine realistische Alternative zur Laizität. Die Laizität wird täglich von innen (Erdogan) und außen (EU-Druck zur “Demokratisierung”)geschwächt und die Militärelite und unabhängigen Richter entmachtet. Dann bereiten sie schon mal die Kolumne zur Türkei vor, einfach die Namen ändern und voilá.

  2. Serdar sagt:

    Solange die sogenannte Laizität eine quasi-Religion ist, wird sie auch nicht viel mit Demokratie zu tun haben.

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