Zahlenspiele
15. März 2009, von Thomas von der Osten-SackenWäre s nicht so ernst, man könnte sich ein Schmunzeln kaum verkneifen, wenn ein US-Vizepräsident über die Taliban redet, wie ein Suchttherapeut über die Rückfallquote von Alkoholikern:
“Five percent of the Taliban is incorrigible, not susceptible to anything other than being defeated,” Biden said. “Another 25% or so are not quite sure, in my view, of the intensity of their commitment to the insurgency. Roughly 70% are involved because of the money.”
Nun ist zweifelsfrei richtig, dass es auch unter radikalen Islmamisten genügend Menschen gibt, die, wenn die Situation entsprechend ist, sich von diesem Irrsinn trennen. Das ist aber wahrscheinlicher und für die Betreffenden einfacher, wenn ihre Bewegung geschwächt ist. Ich kenne genug Ex-Islamisten (einige arbeiten sogar in Projekten von Wadi), Leute, die einem noch ohne mit der Wimper zu zucken vor 8 Jahren die Kehle durchgeschnitten hätten - und nun äußerst umgängliche und engagierte Menschen sind und sich fragen, was sie damals in die Arme von Organisation wie Ansar al-Islam getrieben hat.
Sie alle stimmen in einem zu: wäre die Herrschaft dieser Truppe in den kurdischen Bergen um Halabja nicht gewaltsam von der US-Army und den kurdischen Parteien im Jahre 2003 gebrochen worden, sie wären noch heute Anhänger von Al-Qaida.
Erst die damalige Niederlage ermöglichte es ihnen, sich aus den Fängen des Djihadismus zu befreien.
In Pakistan dagegen befinden sich die Taliban im Aufwind, die Regierung wackelt und die USA suchen nach “gemäßigten Taliban”. In einer solchen Atmosphäre trennt sich niemand von seinen Kampfgenossen.
15. März 2009 um 18:36
Hier wird berichtet, daß die Versöhungskommission der afghanischen Regierung vielfach nur als Weg aus der Haft mißbraucht wird:
http://weblog-sicherheitspolitik.info/2009/03/13/afghanistan-kritik-an-verhandlungen-mit-moderaten-taliban-nimmt-zu/
15. März 2009 um 19:58
[...] Ähnlich im WADI-Blog: Nun ist zweifelsfrei richtig, dass es auch unter radikalen Islmamisten genügend Menschen gibt, die, wenn die Situation entsprechend ist, sich von diesem Irrsinn trennen. Das ist aber wahrscheinlicher und für die betreffenden einfacher, wenn ihre Bewegung geschwächt ist. Ich kenne genug Ex-Islamisten (einige arbeiten sogar in Projekten von Wadi), Leute, die einem noch ohne mit der Wimper zu zucken vor 8 Jahren die Kehle durchgeschnitten hätten - und nun äußerst umgängliche und engagierte Menschen sind und sich fragen, was sie damals in die Arme von Organisation wie Ansar al-Islam getrieben hat. [...]
22. März 2009 um 20:42
[...] wie ein Suchttherapeut über die Rückfallquote von Alkoholikern. Thomas von der Osten-Sacken, WadiNet-blog, 15.03.09 über Joe Biden, US-Vizepräsident und seltsam berechnende Knallcharge. Von der Osten-Sacken zeigt [...]