Einig in der Uneinigkeit
30. Januar 2009, von Thomas von der Osten-SackenDie sogenannte arabische Einheit und ihre Organisation “Arabische Liga” entpuppt sich immer mehr als der schlechte Witz, der sie immer schon war. Außer darin, Israel für die eigene Uneinigkeit verantwortlich zu machen, gelang es der Organisation in der Regel in den letzten Jahren nicht einmal, einen Gipfel zu Stande zu bringen. So auch diesmal angesichts des Gaza-Krieges.
Aber ein Gipfel hätte, und das ist eine neue rhetorische Figur, die der ägyptische Außenminister da erfunden hat, “if it had taken place as an Arab summit with a proper quorum, would have damaged joint Arab action.”
Ein arabischer Gipfel hätte also gemeinsame arabische Aktion verhindert. Die Logik verstehe jemad. Aber der ägyptische Außenminister, der ansonsten in seinem Statement durchaus vernünftige Dinge sagt, sieht, eigenen Angaben zufolge auch “what others do not see.”
Wie Hillel Frisch richtig bemerkt befindet sich der Nahe Osten nämlich inmitten eines kalten Krieges, nicht etwa zwischen Israel udn seinen Nachbarn, sondern zwischen den arabischen und islamischen Staaten selbst:
Relations among the Muslim states of the Middle East have never been worse. A razor-sharp cold war separates the moderate Arab Sunni states, including Egypt, Saudi Arabia, Jordan and most of the Gulf states, from an Iranian-led axis that includes Syria, Hizbullah, Hamas, and Qatar. Meeting the Iranian threat is the most important issue dividing these two camps.
Ägypten hatte sich in dem Konflikt, anders als die Türkei, sehr zurückgehalten und von Anfang an der Hamas die Schuld gegeben. Nun rudert auch die Türkei, deren islamistischer Mininisterpräsident sich vor allem durch übelste Hetze gegen Israel hervorgetan hatte, zurück.
Und selbst die UN kann sich diesmal nicht ganz auf ihre übliche Rolle festlegen, einseitig Israel zu verurteilen: UN Official Blasts Hamas for “Cynical” Use of Civilian Facilities. Schließlich geht es ihr nach dem Ende der Kampfhandlungen in etwa so, wie jenen Demonstraten, die hinter Hamas Fahnen und antisemitischen Slogans durch europäische Städte rannten: man schaut sich etwas genauer an, um wen es sich da eigentlich handelt. Und stellt Fragen. Etwa diese: “UNRWA — is it part of the solution to the Arab-Israeli conflict or part of the problem?.