Wie aus einem Unfall 2005 ein Massaker 2009 wurde

05. Januar 2009, von Thomas von der Osten-Sacken

Vor einiger Zeit passierter der Hamas ein, sagen wir, für die Organisation recht typischer Unfall:

Hamas parades weapons in Gaza, they blow up, killing 15, including kids.

Dazu gibt es auch einen Videomitschnitt aus dem Jahre 2005 hier.

Da auf diesen Bildern jene, seit Beginn des Gaza-Krieges von einigen Leuten langersehnten, Bilder von zerfetzen Körper von Kindern zu sehen sind, dachten sich ein paar besonders ausgeschlafene Freunde des palästinensischen Kampfes, es lohne sich dieses Video aus den Archiven zu kramen und als “uncensored video shows carnage in Gaza“, bzw. unter dem Titel “Was Israel euch nicht sehen lassen will“, bzw. “What Israel does not want you to see” oder “Video nach Luftangriff auf Marktplatz in Gaza” neu zu veröffentlichen. (Der letzte link stammt von der Startseite des Schweizer Bündnisses Nahostfrieden.ch, dem unter anderem auch Geri Müller angehört).

Update I: Inzwischen hat der Blog Alles Schall und Rauch bemerkt, dass dieses Video ein Fake ist, oder in anderen Worten, es ist “nach einiger Überprüfung als nicht aktuell berurteilt worden“. Statt sich zu entschuldigen, wurde stattdessen weinerlicher aber informationsfreier Bilder-Kitsch auf die Seite gestellt und alle Kommentare belassen.

Update II: Das gefakte Video scheint auch den Karikaturisten des heutigen Tagesspiegels zu diesem Machwerk animiert zu haben, welches Streicher, weilte er noch unter uns, sicher sofort für den Srürmer genommen hätte:

Update III (16.1.): Nun ist die Geschichte schon dreimal durchgekaut, der Witz ist wirklich raus und fast den letzten Antisemitendeppen ist es mittlerweile zu peinlich, noch damit zu kommen, da setzt die iranische Nachrichtenagentur IRIB das Video als brandaktuelle Meldung auf ihre Seite: “Israelis greifen Marktplatz in Gaza an”.
Das ist eine immer wieder zu beobachtende Eigenschaft totalitärer Propaganda: Erst wenn die Lüge als Lüge erkennbar ist, ist sie wirklich gut. Denn totale Unterwerfung ist gefordert. Und nur wer es wagt, sich der Realität so vollkommen zu verweigern, kann es fertigbringen, sich dieser Ideologie so vollkommen zu unterwerfen.

3 Antworten zu “Wie aus einem Unfall 2005 ein Massaker 2009 wurde”

  1. Tilman Tarach sagt:

    Der unvermeidlicher TIS (http://www.steinbergrecherche.com/) bringt den Link auch.

  2. Wullenwever sagt:

    Damit endlich für den nächsten Karikaturenwettbewerb in Teheran qualifiziert. Glückwunsch, Tagesspiegel!

  3. Gegossenes Blei, 10. Tag « abseits vom mainstream - heplev sagt:

    [...] von den Osten-Sacken hat dagegen schon eine Fälschung größeren Stils gefunden: Pallywood nutzt einen „Arbeitsunfall“ von 2005, um 2009 ein „Massaker“ zu [...]

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