Gebt den Menschen eine Zukunft!

13. September 2015, von Administrator

Aufruf zur Unterstützung syrischer und irakischer Flüchtlinge. Wenn Menschen in ihrem Land und ihrer Region keine Zukunft mehr sehen, sollten wir sie in Europa willkommen heißen. Weit wichtiger ist es aber, ihnen diese Zukunft in ihrem Land zu ermöglichen.

Halabja Summer of Peace

 

„Marsch der Hoffnung“, so nennen Syrer eine bislang wohl einmalige Aktion. Anfang September machten sich Flüchtlinge aus aller Welt von Budapest in Richtung Wien auf und brachten damit das europäische Grenz- und Flüchtlingsregime ins Wanken. Geplant und organisiert haben diesen Durchbruch syrische Demokratie-Aktivistinnen und Aktivisten. Zu dieser Aktion kann man nur applaudieren – und es ist erfreulich, dass so viele Menschen das auch tun, statt wie noch vor 25 Jahren in Hetze gegen Fremde zu verfallen.

Doch wer jetzt nur offene Grenzen und die Aufnahme von immer mehr Flüchtlingen fordert, verkennt den Sinn dieser Aktion. Seit vier Jahren bombardiert das Assad-Regime in Syrien seine eigene Bevölkerung, weil die Menschen dort Demokratie und Menschenrechte gefordert haben. Seit vier Jahren bitten die syrischen Demokratie-Aktivisten um Unterstützung aus dem reichen Europa, von dem sie glaubten, es stünde für Demokratie und Menschenrechte: finanzielle Unterstützung, um in den vom Regime befreiten Gebieten demokratische Strukturen aufzubauen, diplomatische, um Assads mächtige Verbündete Iran und Russland in die Schranken zu weisen, Flugverbotszonen und ein bisschen Munition, um ihre befreiten Gebiete zu verteidigen. Aber diese Hilfe blieb weitestgehend aus. Europa schaute zu, wie eine Diktatur ihre Bevölkerung ermordet. (…)

Trotzdem wollen viele nicht nach Europa kommen. Sobald es innerstaatliche Fluchtalternativen gibt, versuchen die Menschen zu bleiben. In Syrien gibt es nach wie vor Gebiete, in denen die Menschen demokratische selbstverwaltete Strukturen aufbauen und verteidigen – und dabei versuchen, die aus anderen Gebieten Flüchtenden zu versorgen. Im Irak haben sich mehr als eine Million arabischstämmige Iraker und Turkmenen vor dem „Islamischen Staat“ und schiitischen Milizen in die kurdischen Gebiete des Nordens geflüchtet. Und obwohl die kurdische Autonomieregierung selbst einen Krieg gegen den „Islamischen Staat“ führt, leistet sie gemeinsam mit der UN das Mögliche, um diese Flüchtlinge zusätzlich zu den 250.000 aus Syrien dorthin Geflohenen zu versorgen.

Den ganzen Aufruf von Wadi lesen

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