Sich ins Leben zurücktasten

24. August 2015, von Administrator

Aus einem dpa-Bericht über die Arbeit von Wadi für yezidische Flüchtlinge:

Weil das Leid so groß war, ist schon ein kleines Lächeln ein Schritt zurück ins Leben: Im Nordirak versucht Cheman Rashid, jesidischen Mädchen ein wenig Freude zu machen. Die 50-jährige Kurdin ist mit mobilen Teams der Hilfsorganisation Wadi in der Region unterwegs. Jeweils zwei Frauen kümmern sich in Flüchtlingslagern um Jesidinnen, die von Angehörigen der Terrormiliz Islamischer Staat verschleppt worden waren.

„Das Leben ist sehr schwer für sie“, sagt Rashid in einem Gespräch über den Internet-Dienst Skype. „Sie haben zu viel gesehen. Manche wurden vor den Augen der anderen vergewaltigt. Das lässt sich kaum vergessen.“

Wadi hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Der arabische Name bedeutet Flussbett. „Wir wollen Wasser ins trockene Flussbett bringen, damit es wieder grünt“, sagt der Leiter der Hilfsorganisation, Thomas von der Osten-Sacken.

Die Arbeit der drei mobilen Teams in den von Kurden kontrollierten Gebieten im Nordirak begann im September 2014. Sie wird vom Entwicklungshilfeministerium (BMZ) mit 377.000 Euro unterstützt. „Das Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zur Behandlung von traumatisierten Binnenvertriebenen im Nordirak“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Im Juli richtete Wadi zusätzlich ein Tagesbetreuungszentrum in Dohuk ein. „Sie sollen tagsüber eine schöne Umgebung vor Augen haben, nicht ständig das Elend der Flüchtlingslager“, erklärt von der Osten-Sacken. „Sie können dort das Friseurhandwerk erlernen, Handarbeiten machen oder an Computerkursen teilnehmen.“

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