Deutsche Islamwissenschaftler und arabische Kriegsverbrecher

11. Dezember 2008, von Arvid Vormann

Auch die deutsche Islamwissenschaft folgt ja bekanntlich in weiten Teilen der kulturrelativistischen Maxime “Das ‘Fremde’ differenzieren, den ‘Westen’ pauschalisieren”. Der Auftrag lautet, im Westen vorherrschenden Stereotypen mit differenzierter Darstellung zu begegnen. Stets unterliegt “der Westen” irgendwelchen Missverständnissen, die aufgeklärt werden wollen. Deutsche “objektive Wissenschaft” kann kritische Sichtweisen auf “das Andere” nicht dulden und deutet sie als Pathologie des westlichen Blicks.

Mit eben diesem Gestus verteidigen und verharmlosen deutsche Islamwissenschaftler seit vielen Jahren auch die arabische Kollaboration mit dem NS-Regime. Karl Rössel produzierte dazu ein äußerst empfehlenswertes Feature, das hier unzensiert nachzuhören ist. Die unrühmliche Rolle etwa des Berliner Zentrums Moderner Orient, das die meisten Schriften zu diesem Themenkomplex veröffentlicht hat, wird hier in ganz ungewohnter Deutlichkeit angesprochen. René Wildangel, früher am ZMO, heute Nahostreferent für die Bundestagsfraktion der Grünen, gerät in heikle Erklärungsnöte, als er im Interview mit seinen falschen und relativierenden Wertungen konfrontiert wird, die da etwa lauten, kritische Stimmen gegenüber dem NS hätten in Palästina überwogen, während des 2. Weltkrieges habe es eine Konsensposition zur Unterstützung der Alliierten gegen die Achsenmächte gegeben, oder aber der NS-Kollaborateur und Großmufti von Jerusalem Haj Amin al-Husseini sei seit 1945 in Palästina diskreditiert gewesen.

Eine Antwort zu “Deutsche Islamwissenschaftler und arabische Kriegsverbrecher”

  1. sonson sagt:

    hello…

    agree…

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