Der Geruch Erdogan

06. April 2014, von Hans Branscheidt

Ein pfiffiger Geschäftsmann aus Gaza hat diese Woche ein neues Parfüm auf den Markt gebracht und ihm einen klangvollen Namen verliehen: Recep Tayyip Erdogan.
Mit Tesafilm hat er das Konterfei des türkischen Ministerpräsidenten auf die Flaschen geklebt. Der Name ist eine gute Wahl: Erdogan ist im Gazastreifen sehr populär, und die regierende islamistische Hamas dürfte sich auch nicht gestört fühlen.
Für die Vermarktung eines Parfüms in den palästinensischen Autonomiegebieten sind das gute Voraussetzungen. Ein anderes Beispiel zeigt nämlich, daß politisch konnotierte Parfüms auch ein jähes Ende finden können. Im Westjordanland brachte 2012 ein Hamas Mitglied den Duft „Mohammed Mursi“ zu Ehren des gestürzten ägyptischen Präsidenten heraus.
Der wurde zum Verkaufsschlager bis die dort regierende Fatah, die sich im ewigen Streit mit der Hamas befindet, den Braten roch. Sie ließ sämtliche Flakons beschlagnahmen und den Parfümeur verhaften.
In Kurdistan wiederum könnte ein gendergerecht riechendes Parfüm „Abdullah Öcalan“ zum politisch korrekten Gesamtgeruch werden.
Der revolutionären Kreativität sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Quelle

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