Nie wieder

05. April 2014, von aus dem Netz

Gestern hat der Bundestag an den Völkermord in Ruanda erinnert, bei dem vor 20 Jahren schätzungsweise 800.000 Tutsi von Angehörigen der Hutu-Stämme abgeschlachtet wurden. Die Feier fand vor einem fast leeren Haus statt, die meisten Abgeordneten waren schon im Wochenende. Aber das war nicht das einzig Gespenstische an der Aussprache.

Außenminister Steinmeier sagte, die „internationale Gemeinschaft“ habe „versagt, als sie in Ruanda vor 20 Jahren inmitten der Gewalt ihre Blauhelmsoldaten abzog“. Und er mahnte: „Die eine Lehre, die an einem Gedenktag wie heute zu ziehen ist, heißt: Niemals wieder!“ Dabei ging er mit keinem Wort auf den Massenmord ein, der derzeit in Syrien stattfindet und dem die internationale Gemeinschaft so gelassen zuschaut, als wäre es eine Rauferei am Rande eines Fußballspiels.

Wenn in 20 Jahren der Bundestag eine Feier zur Erinnerung an die syrische Katastrophe abhält, wird ein anderer Außenminister das Versagen der internationalen Gemeinschaft beklagen und seine Rede mit einem entschlossenen: „Niemals wieder!“ beenden.

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