Putins internationale Beobachter

17. März 2014, von Arvid Vormann

Die „internationalen Wahlbeobachter“ Mateusz Piskorski und Aymeric Chauprade durften heute abend auf Russia today ihre vollste Zufriedenheit mit dem Ablauf des Referendums kundtun.

Eine kurze Recherche ergab:
Piskorski ist ehemaliger Abgeordneter der rechtsradikalen polnischen Samoobrona(Selbstverteidigungs)-Partei und Betreiber des „European Center of Geopolitical Analysis, welches sich u.a. um die Vernetzung anti-neoliberaler Kräfte Europas bemüht. Dies geschah beispielsweise bei einer Konferenz in Minsk (anwesend waren u.a. Pierre Lévy, Abgeordnete der KPÖ und Berater Alexander Lukaschenkos). Piskorski wird regelmäßig von RIA Novosti interviewt“ – Zitat „Antiimerialistisches Wiki“ (sic!)

Der Verein hat Wahlbeobachtung in vornehmlich postsowjetischen Diktaturen offenbar zu seinem Geschäftsmodell erkoren (Weißrussland 2010, Ukraine 2012, Armenien 2012…). Das Networking funktioniert ganz gut, jedenfalls steht er auch in Verbindung mit dem EU-Abgeordneten Ewald Stadler, der, so scheint es, eine zentrale Adresse in diesem Business ist, denn bereits tags zuvor durfte Herr Robert Stelzl aus dem Büro Ewald Stadlers live vor der Kamera Lobeshymnen auf das Referendum singen.

Chauprade wiederum ist ein französischer 9/11-Truther und Eurasien-Geostratege. Er betreibt die Seite realpolitik.tv und kandidiert für den Front National – nicht als kleine Nummer, sondern als Vorsitzender der EU-Fraktion. Er ist so etwas wie der Vordenker für diese Partei und fungiert als außenpolitischer Berater von Marine Le Pen.

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