Kolonialismus der Muslimbrüder

01. September 2013, von aus dem Netz

Aus einem Interview mit einem koptischen Aktivisten:

Außerdem sind in der Übergangsregierung überwiegend Konstitutionalisten, und linke Nasseristen aus dem Umfeld von »Tamarod« haben dort Einfluss. Der Weg ist richtig, ich sehe das Problem nicht. Auch nicht, dass dort von Mubarak korrumpierte Leute sitzen. Sie sind wenigstens keine Terroristen und konstitutionell gebunden. Das Problem der Muslimbrüder ist ihr kolonialistisches Besatzer-Verhalten. So sagte etwa 2010 der ehemalige Vorsitzende der Muslimbrüder, Mohammed Mahdi Akef: ›Hör’ mir auf mit Scheiß-Ägypten! Ich kenne nur eine Nationalität: den Islam.‹ Deswegen geht es auch nicht um die Fortsetzung der Revolution um jeden Preis, womöglich noch mit den Muslimbrüdern, sondern um die Garantie konstitutioneller Rechte. Oder so ausgedrückt: Auch wenn es unter Mubarak den Kopten schlecht ging, so sind für mich 30 Jahre Mubarak so schlimm wie ein Jahr Mursi.

Hinterlasse eine Antwort