Archiv für die Kategorie ‘Sozialismus des 21 Jhd.’

Putins internationale Beobachter

Montag, 17. März 2014

Die „internationalen Wahlbeobachter“ Mateusz Piskorski und Aymeric Chauprade durften heute abend auf Russia today ihre vollste Zufriedenheit mit dem Ablauf des Referendums kundtun.

Eine kurze Recherche ergab:
Piskorski ist ehemaliger Abgeordneter der rechtsradikalen polnischen Samoobrona(Selbstverteidigungs)-Partei und Betreiber des „European Center of Geopolitical Analysis, welches sich u.a. um die Vernetzung anti-neoliberaler Kräfte Europas bemüht. Dies geschah beispielsweise bei einer Konferenz in Minsk (anwesend waren u.a. Pierre Lévy, Abgeordnete der KPÖ und Berater Alexander Lukaschenkos). Piskorski wird regelmäßig von RIA Novosti interviewt“ – Zitat „Antiimerialistisches Wiki“ (sic!)
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Friede den Schlächtern

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Jörn Schulz über die Friedensbewegung:

Man kann darüber streiten, ob die Forderung, die Oppositionellen müssten sich mit ihren Schlächtern einigen, einfach nur naiv und ignorant oder perfide ist. Wer die Stabilisierung ­repressiver Verhältnisse der Revolution vorzieht, nimmt jedenfalls eine konservative, auf die Bewahrung der bestehenden Verhältnisse abzielende Haltung ein, die ziemlich genau der westlichen Politik vor dem Beginn der arabischen Revolten entspricht. Mit der Forderung, unbeschränkten Handel – Waffen bislang noch ausgenommen – auch mit Diktatoren zu betreiben, die gerade ihre Untertanen massakrieren lassen, ist die Friedensbewegung zudem bei einer Form der Standortförderung angekommen, die sich in dieser Dreistigkeit nicht einmal ein Unternehmerverband erlauben würde.

So sind denn auch die Unterschiede zur Haltung der etablierten Parteien geringer, als die Friedensbewegung glauben machen möchte. Eine staatstragende Partei kann sich schwerlich auf die von der Friedensbewegung geforderte Ablehnung jeglicher Militärintervention, die Abkehr von den lukrativen Rüstungsexporten und den Bruch internationaler Verträge festlegen lassen, der mit der Verweigerung der Nutzung von US-Militärbasen auf deutschem Territorium verbunden wäre. In der Ablehnung konkreter Interventionen aber herrscht so weitgehende Einigkeit, dass Uli Cremer von der Deutschen Friedensgesellschaft – Ver­einigte KriegsgegnerInnen in der Libyen-Debatte schrieb: »Man muss Westerwelle in diesen Tagen verteidigen.« Konservative Publizisten wie Peter Scholl-Latour und Jürgen Todenhöfer gelten als renommierte Experten, doch hält man es wohl noch für degoutant, die Übereinstimmung mit rechten Isolationisten zum Anlass für offene Bündnisverhandlungen zu nehmen.

 

Weibliche Genitalverstümmelung im Diskurs

Samstag, 26. Oktober 2013

Geht es um Genitalverstümmelung, mag man in manchen Expertenkreisen die Islam-Auslegung und Sunnah-Exegese nicht länger den Gläubigen und Religionsgelehrten überlassen:

Menschen, die annehmen, dass die weibliche Beschneidung zur Sunna des Propheten gehört, verweisen auf einen Ausspruch Mohammeds, der einer Beschneiderin zwar erlaubt die Praktik weiterhin anzuwenden, aber sie anweist nur wenig wegzuoperieren. Es lässt sich kaum eine ausdrückliche Befürwortung der Praxis durch den Propheten aus diesen Worten ableiten.

Doch, es lässt sich, ganz prima sogar. Aber die Realität vor Ort schert Anna Kölling, die auch ein Buch zum Thema mit dem bezeichnenden Titel „Weibliche Genitalverstümmelung im Diskurs“ verfasst hat, offenkundig wenig. Was zählt, ist der Diskurs. Der füllt sich alsdann mit dem Lieblingsnarrativ deutscher Orientalisten, Kulturrelativisten und Islamisten: Der Islam ist rein, die Menschen kennen oder befolgen ihn nur nicht richtig, und außerdem ist der Westen auch nicht besser.

Die Tatsache, dass weibliche Genitalverstümmelung in der westlichen Welt praktiziert wurde und ebenso unter koptischen Christen in Ägypten verbreitet ist, spricht gegen die Behauptung eines rein islamischen Ursprungs der Praxis.

Ich meine, wir sollten dringend mal nachprüfen, ob die offenkundig sehr erfolgreichen Konzepte zur Bekämpfung von Genitalverstümmelung in Deutschland nicht auch auf heute betroffene Länder anwendbar sind. Spaß beiseite, die Autorin ist nämlich dem wahren Ursprung von FGM dicht auf der Spur: (mehr …)

Die rote Linie des Widerstandes

Sonntag, 20. Januar 2013

„If the Syrian President Bashar Assad is toppled, the line of resistance in the face of Israel will be broken,“ Ali Akbar Velayati, who is seen as a potential contender in Iran’s June presidential election, said in an interview broadcast on Sunday.

Quelle

 

HRW did the right thing

Dienstag, 18. Dezember 2012

Nach öffentlichem Protest von UN Watch hat Human Rights Watch jetzt gehandelt und den Israelhasser und Verschwörungstheoretiker Richard Falk aus dem Board entfernt. HRW vermied allerdings, auf die Gründe einzugehen, die zu diesem Schritt führten. Gern würde man auch Genaueres darüber erfahren, wie Falk überhaupt in diese Position gelangen konnte. Schließlich ist der Mann bekannt wie ein bunter Hund (a propos ‚Hund‚) für seine „linken“ Positionen – zuletzt machte er als 9/11-„Truther“ von sich reden. Ähnlich wie der Schweizer Jean Ziegler fand auch Falk unter dem schützenden Dach der Vereinten Nationen noch für jeden Diktator warme Worte, wenn dessen Regime nur antiwestlich genug ausgerichtet war. Mit Menschenrechten hat das alles denkbar wenig zu tun.

Lieber Rotwein als Weißsein

Sonntag, 06. Mai 2012

Bei Terre des Femmes kämpft eine „AG Genitalverstümmelung“ seit etwa fünf Jahren im Stillen gegen FGM. Wohl um die Ernsthaftigkeit ihrer Unternehmung zu unterstreichen, ist sie letztens – soweit zu erkennen, erstmalig – mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit getreten: „zum Thema Kritisches Weißsein/ Rassismus bei TDF“.

Nach der brillianten Analyse
„Schwarz und Weiß bezeichnen also nicht die Hautfarbe von Menschen, sondern ist [sic] eine Einteilung von Menschen in Unterschiede, auf die zu achten erst gelernt wird. Es gibt hier Parallelen mit der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht. [..] Als Weiße haben wir aufgrund unseres Weißseins Privilegien. Dies sind strukturelle Vorteile, die ein Mensch durch Weißsein erhält.“

werden die entscheidenden Fragen aufgeworfen:
„Wer bin ich als Weiße_r? Welche Privilegien habe ich als Weiße_r und wie kann ich verantwortungsvoller damit umgehen?“

Statt sich also für ein Ende von Genitalverstümmelung und den Schutz gefährdeter Mädchen stark zu machen, wälzen sich die Weißen Frauen lieber im Selbstmitleid – der so genannten „Auseinandersetzung mit unserer eigenen Positionierung als vorwiegend Weiße Frauen“.

Was bringt der Schwurbel? (mehr …)

Kritik heute

Dienstag, 17. April 2012

Zeitgemäße Kritik großer Geister ist, wenn Julian Assange in seiner neuen Talkshow im russischen Staatsfernsehen Hassan Nsrallah interviewt:

The first episode of Julian Assange’s new talk show, airing on the Kremlin’s English-language satellite broadcaster, has begun with an interview of Hizbullah leader Hassan Nasrallah.

The WikiLeaks founder says he knows he’ll be criticized for choosing Russia Today (RT), a broadcaster derided by some as Russian propaganda mouthpiece.

Londonistan

Dienstag, 20. März 2012

Ken Livingstone has promised to turn London into a “beacon” for the words of the Prophet Mohammed in a sermon at one of the capital’s most controversial mosques.

Mr Livingstone, Labour’s candidate for mayor of London, pledged to “educate the mass of Londoners” in Islam, saying:  “That will help to cement our city as a beacon that demonstrates the meaning of the words of the Prophet.” Mr Livingstone described Mohammed’s words in his last sermon as “an agenda for all humanity.” Quelle

Siehe auch: Destroy all churches

An die Sozialisten des 21. Jhds. in Lateinamerika

Donnerstag, 01. März 2012

Egyptian Cleric Hazem Shuman Calls to Spread Islam to South America: „They Are Ready for Islam. They Hate the Jews and America Just Like Us“

Quelle

Kleine Hilfe unter Freunden IX

Mittwoch, 29. Februar 2012

Die venezolanische Regierung hat nach eigenen Angaben zwei Tanker mit Öl auf den Weg nach Syrien geschickt. Die Möglichkeit, deswegen mit internationalen Sanktionen belegt zu werden, werde Venezuela davon nicht abhalten, sagte Energieminister Rafael Ramirez am Dienstag.

Den Angaben zufolge handelt es sich um jeweils 300.000 Barrel Öl je Schiff. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez ist ein langjähriger Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar Assad.

Quelle

Für nachhaltigen Atenschutz von Diktatoren

Sonntag, 12. Februar 2012

Die deutsche Sektion der IPPNW fordert die Bundesregierung und die NATO in einem heute veröffentlichten Appell deshalb auf, Plänen für eine westliche Militärintervention in Syrien eine klare Absage zu erteilen. Der heimliche Transfer westlicher Waffen in das Land müsse umgehend unterbunden werden. Auch Sicht der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Ärzteorganisation sind auch Embargos keine Lösung. Stattdessen müsse die Verständigung mit allen Beteiligten unter Einbeziehung Russlands gesucht werden.

In dem obigen Text wie auch in der gesamten Erklärung wird nicht in einem einzigen Satz das syrische Baath Regime verurteilt, das IPPNW schon seinerzeit im Irak in seiner dortigen Variante unbedingt retten wollte.

Hingegen werden selbst jegliche zivile und ökonomische Embargomaßnahmen verurteilt, damit die Folterer endlich auch wieder über die wirtschaftlichen Möglichkeiten verfügen, jahrzehntelange Unterdrückung ungehindert fortsetzen zu können.

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Internationale Solidarität

Sonntag, 08. Januar 2012


A large Russian naval flotilla led by an aircraft carrier has docked in the Syrian port of Tartus in what Damascus state media hailed on Sunday as a show of solidarity by close ally Moscow.

Solidarität mit den Schlächtern!

Donnerstag, 05. Januar 2012

Treu wird sich die bundesdeutsche Linke auch 2012 bleiben und erklärt deshalb gleich zu Beginn des Jahres ihre feste Entschlossenheit, geschlossen an der Seite der „Achse des Widerstandes“ stehen zu wollen:

Wir fordern, daß die Bundesregierung

– die Embargomaßnahmen gegen den Iran und Syrien bedingungslos und sofort aufhebt;

– klarstellt, daß sie sich an einem Krieg gegen diese Staaten in keiner Weise beteiligen und die Nutzung deutscher Einrichtungen für eine Aggression durch USA und NATO nicht gestatten wird;

– sich auf internationaler Ebene für die Beendigung der Politik der Erpressung und Kriegsdrohung gegen den Iran und Syrien einsetzt.

Das iranische und syrische Volk haben das Recht, über die Gestaltung ihrer politischen und gesellschaftlichen Ordnung allein und souverän zu entscheiden. Die Erhaltung des Friedens verlangt es, daß das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten konsequent eingehalten wird.

Unter Freunden XXII

Samstag, 31. Dezember 2011

Wie dieser Artikel berichtet, steht die extremne französische rechte mit vollem Herzen hinter dem Antiimperialisten Bashar al-Assad und seinem Regime: L’extrême droite française au secours du régime de Bachar Al Assad

„ausländische Interessen“

Dienstag, 27. Dezember 2011

Wenn Sozialisten des 21. Jahrhunderts mit dem Widerstand gegen die syrische Knochenbrecherdiktatur, das wahrscheinlich momentan blutigste Regime auf diesem Planeten, ins Gericht gehen, kann man sich sicher sein, dass sie nicht einmal rot werden. Kein Wort zu mehr als 5000 Toten und ungezählten Gefolterten, Verletzten und Vergewaltigten. Stattdessen:

„Nun werden Luftangriffe gefordert, Flugverbotszonen. Wo kommt das her?“

Ja, wo kommt das eigentlich her?

Abrechnung mit Blutsbrüdern

Sonntag, 16. Oktober 2011

Michael Young vom libanesischen „Daily Star“ rechnet mit China, Rußland, vor allem aber den Drittweltländern, die Bashar al Assad weiter die Stange halten, in einem extrem lesenswerten Beitrag ab:

These states include Brazil, India and South Africa, who abstained recently in a vote on a UN Security Council resolution condemning Syria; but also Venezuela, Ecuador, Bolivia, Nicaragua and Cuba, who sent representatives in a delegation to Damascus last weekend to give confidence to Syria’s leadership. (…)

The template of a naturally domineering, exploitative West facing off against a vulnerable, victimized South is utter nonsense. This characterization may sound like an exaggeration, but it is far less so than you might imagine. (mehr …)

Solidarität in schweren Zeiten

Sonntag, 02. Oktober 2011

Venezuela’s President Hugo Chavez on Saturday reiterated his support for ousted Libyan leader Moamer Kadhafi and embattled Syrian President Bashar al-Assad, calling them his „brothers.“

The Venezuelan leader said he had spoken by telephone late Friday with Assad, who according to him is fighting „an aggression from Yankee imperialists and their European allies.“

„Our solidarity is with the Syrian people, with President Bashar,“ he added.

Quelle

Strafbedürfnis des sozialistischen Nachwuches

Mittwoch, 21. September 2011

Drei Genossen von der Linksjugend berichten von vor Ort:

Die Menschen in Palästina warten alle hoffnungsvoll auf den 20. September. Bei Gesprächen mit Palästinensern auf der Straße und in diversen Menschenrechtsorganisationen, wurde uns das Bild vermittelt, dass der 20. September ein historisches Datum für den gesamten Konflikt in Israel und Palästina darstellen wird.

Und nun erwartet man sie, die großen Visionen von friedlicher Koexistenz, Demokratisierung und Entwicklung in der Region, Frieden, Völkerverständigung. Aber nichts dergleichen, als einzig Positives fällt den Genossen dies ein:

Der neue Status würde den Palästinenser die Möglichkeit geben, die Israelische Regierung beim internationalen Strafgerichtshof zu verklagen.

Die Rosa Luxemburg Stiftung in Israel bewirbt ihre Existenz mit der Phrase: Promoting critical thinking and active solidarity. Schön, dass man immer wieder so eindrucksvoll demonstriert bekommt, wie deutschsozialistische active solidarity praktisch vor Ort aussieht: Der juvenile Nachwuchs kann sein Strafbedürfnis gegen die Juden nicht einmal in einem ganz klein bisschen Überbau verstecken.

Gegen Überfremdung und Multi-Kulti!

Samstag, 30. Juli 2011

Die Rote Fahne befasst sich mit den Massenmorden in Norwegen:

Damit jedoch der republikanische Nationalstaat seine identitätsstiftende Funktion als kulturellem Bezugspunkt der Völker und als Völkerrechtssubjekt und somit als nachhaltigem Widerstandsfaktor verliert, wird dessen Desintegration flankiert durch die Auflösung der kulturellen Identität und Integrität.
Diesem strategischen Ziel dienen das Konzept „Multi-Kulti“ und die initiierten Migrationsströme, die innerhalb der traditionellen Kulturnationen Parallelgesellschaften konstituieren sollen und auf diesem Wege zur Negierung tradierter Kultur und Identität und zur Zerschlagung integrativer sozialer Räume führen und darüber hinaus in letzter Konsequenz auch die weitere Negierung territorialer Integrität ermöglichen sollen.

Worin nun der Unterschied zwischen Rote- Fahne- Kommunismus und neuem Tempelrittertum besteht? Nicht gleich ersichtlich, gegen die USA, den Imperialismus, Multi-Kulti, Globalisierung hetzt man schließlich in fast identischer Diktion. (mehr …)

Zieglers Welt

Montag, 25. Juli 2011

Wo darf Jean Ziegler, der Pantoffellecker Gaddafis und Freund aller autoritären Regime, sofern sie nur antiwestlich genug sind, eher Rehabilitation erwarten als in der „Süddeutschen“?

Also macht man ein kleines Interview. Achtet darauf, dass dabei nicht mehr zur Sprache kommt als seine „angebliche Nähe zu Gaddafi“ – ein Thema, dass nicht zu vermeiden ist, wenn man auf seine Ausladung als Redner für die Salzburger Festspiele zu sprechen kommt. Man bringt nichts über seine Nähe zu anderen Diktatoren, wie z.B. Fidel Castro, Hugo Chavez, Yasir Arafat oder Robert Mugabe, und nichts über seinen unbändigen Israelhass. Stattdessen darf er seinem Gesprächspartner ein weiteres Mal die alte Leier in den Füller diktieren: kannibalische Weltordnung, Raubtierkapitalismus, doppelzüngiger Westen, Terror der Profitmaximierung.

Die Menschen verhungern, weil die Großbanken Milliarden bekommen, lautet Zieglers Stammtischrechnung. Auf Nachfrage (immerhin!) räumt er ein, dass die Shabab-Milizen „blutrünstige Terroristen“ seien, „die die Hilfskonvois plündern“, nur um fortzufahren: „Wenn ich ein Somali wäre, dessen Kinder gerade verhungern, weil aus der EU nur ein Sonderkredit von 30 Millionen kommt…“