Der Friedensprozess zwischen der Türkei und der PKK hat auch Folgen für den Konflikt in Syrien: Lange hielten sich die dortigen bewaffneten Einheiten der YPG, der bewaffnete Arm des syrischen PKK Ablegers PYD, zurück und bewahrten eine Art Neutralität, Kritiker sagten ihnen sogar nach, in engem Kontakt mit dem Assad-Regime zu stehen. Dies scheint sich nun zu ändern, in Aleppo haben sich nun YPG Einheiten nun aktiv auf Seiten der Free Syrian Army engagiert. Das gibt nicht nur mehr Feuerkraft durch kampferprobte Milizionäre, sondern dürfte auch die Zusammensetzung in den Reihen der Opposition gerade in Nordsyrien verändern. Denn, was immer man der PKK auch nachsagen mag, eines kann man ihr nicht vorwerfen: Es mit den Islamisten zu halten. (Außerdem kämpfen viele Frauen in ihren Reihen, was den Islamisten auch nicht gerade gefallen dürfte) Die sind in den vergangenen Monaten gerade in und um Aleppo immens erstarkt, das sie, anders als nichtreligiöse FSA Kämpfer, mit Waffen und Munition aus Qatar und anderen Golfstaaten versorgt wurden.
Für Assad und den, mit ihm alliierten, Iran dürfte das ein herber Rückschlag sein, für all jene, die darauf hoffen, dass in Syrien sich doch irgendwie noch jene Kräfte durchsetzen, die ein multinationalen, nichtreligiösen Staat anstreben, dar irgendwie demokratisch, ist dieser Schritt der PKK in düsteren Zeiten immerhin ein kleines Hoffnungszeichen.
Seit Abdullah Öcalan nämlich mit dem türkischen Staat verhandelt und versprochen hat, dass die PKK in der Türkei ihren bewaffneten Kampf einstellen wird, benötigt er die PYD nicht mehr als Rückhalt und propagiert seit dem den brüderlichen Kampf von Kurden und Arabern gegen den ehemaligen Verbündeten der PKK, das Assad Regime.
Bleibt abzuwarten, ob die PKK dieser neuen Linie treu bleibt. Sie ist bekannt für ihre Kursänderungen und in der Vergangenheit hat sie sich immer die Option offen gehalten in die Arme des Iran zurückzukehren:
The Kurds joined forces with Syrian rebels last month, helping them overrun the strategic Sheikh Maksud neighbourhood on a hilltop north of Aleppo. Sheikh Maksud is currently in the midst of some of the heaviest fighting since the uprising began, with incessant sniper fire and aerial bombardment in the wake of the newfound alliance forcing thousands of Kurdish residents to flee the district.
“We have the same goal as the rebel fighters,” said Engizek, a commander of the People’s Protection Committees (YPG), the armed wing of Syria’s main Kurdish Democratic Union Party (PYD).
“It is to seek the ouster of Assad,” Engizek, who goes by a single name, said in Sheikh Maksud during a lull in fighting interspersed with sporadic bursts of sniper fire but declining to comment on the shift in the Kurdish policy of neutrality.