<html>
<head>
<title>WADI Analysen - Warten auf die Bombe</title>
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=iso-8859-1">
<meta name="description" content="">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="display.css">
<link rel="stylesheet" href="../../formate/text-NN.css" media="screen">
<link rel="stylesheet" href="../../formate/text.css" media="all">

<style type="text/css">
<!--
#Marke {position: absolute; visibility: hide;}
div.center { text-align:center; }
div.center table { margin-left:auto; margin-right:auto; }
-->
</style>

<script LANGUAGE="JavaScript" TYPE="text/javascript">
<!--

function init(){}
function positionierung(){}

//-->
</script>
<script src="../../scripte/pfeilup.js" TYPE="text/javascript"></script>
</head>

<body bgcolor="#FFFFFF" text="#000000" background="../../img/hg-raster-pix.gif" onLoad="init()" onResize="positionierung()" onScroll="positionierung()">
<SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../scripte/monitor/1024_start.js"></script>
<div ID="Marke">
</div>
<table width="780" border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
  <tr> 
    <td valign="top" rowspan="2" width="120"> 
      <div align="center">
        <p><img src="../../img/blind.gif" width="130" height="8">
          <a href="../../index.htm"><img src="../../img/logo-blau_32x100.gif" onFocus="if(this.blur)this.blur()" width="100" height="32" border="0"></a></p>
        <p>&nbsp;</p>
        <p><a href="#" onClick="history.back()"><img src="../../img/textback.gif" width="38" height="25" border="0" alt="zur&uuml;ck"></a></p>
      </div>
    </td>
    <td height="40" valign="top" width="540"> 
      <SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../scripte/inserts/likolumn.js"></script> 
    </td>
    <td rowspan="2" width="120" valign="top"> 
      <div class="druckvers"><a href="../../scripte/print.php">Druckversion</a></div> 
    </td>
  </tr>
  <tr> 
    <td bgcolor="#FFFFFF"> 
      <!-- startprint -->
        
      <div class="text"> 
        <h2> <br>
          Warten auf die Bombe</h2>
        <h4>Barack Obama will die Beziehungen zum Iran verbessern. Die arabischen Regierungen hingegen f&uuml;rchten die wachsende Macht der Ayatollahs.</h4>
        <p>von Thomas von der Osten-Sacken </p>
		<table width="150" align="right" height="43" class="noprint">
<tr> 
<td valign="top">
<div align="right"> <a href="http://jungle-world.com/" target="_blank"><img src="../../img/logos/jungleworld.gif" width="140" height="33" alt="http://www.jungle-world.com/" border="0"></a></div>
</td>
</tr>
</table>
		<p>Eigentlich m&uuml;ssten sie sich doch freuen, die arabischen Regierungschefs in &Auml;gypten und Jordanien, dass nun im Wei&szlig;en Haus ein Pr&auml;sident regiert, der erkl&auml;rterma&szlig;en die Schaffung eines pal&auml;stinensischen Staates bis 2012 zu einem der wichtigsten Ziele seiner Nahost-Politik erkl&auml;rt hat. Barack Obama nervt zudem auch keinen der arabischen Potentaten mit Forderungen nach mehr Demokratie und erkl&auml;rt, er wolle auch mit Staaten wie dem Iran und Syrien verhandeln. Kur&shy;zum, die Zeiten von regime changes und Initiativen, die auf eine Ver&auml;nderung der politischen Lage in der Region zielten, sind erst einmal vorbei.</p>
		<p>Doch in den arabischen Metropolen w&auml;chst die Sorge. So sind es nicht nur israelische Kommentatoren wie Caroline Glick von der Jerusalem Post, die dieser Tage feststellen, dass ausgerechnet arabische F&uuml;hrer den neuen US-Pr&auml;sidenten eindringlich vor Zugest&auml;ndnissen an den Iran warnen. Der saudische K&ouml;nig Abdullah soll sogar so weit gegangen sein, Obamas Initiative zu kritisieren, da das wirkliche Problem der Iran und sein Nuklearprogramm sei.</p>
		<p>Wer dieser Tage einen Blick in die &auml;gyptische Presse wirft, d&uuml;rfte erstaunt sein, welche T&ouml;ne da gegen den Iran und seine Verb&uuml;ndeten in der Region, allen voran die Hizbollah und die Hamas, angeschlagen werden. Die &auml;gyptische Zeitung al-Jumhurriyet bezeichnete Hassan Nasrallah, den Generalsekret&auml;r der Hizbollah, gar als einen &raquo;Affen-Sheikh&laquo;, Terroristen und ideologischen Ver&shy;b&uuml;ndeten von al-Qaida.</p>
		<p>Nicht weil man pl&ouml;tzlich Israel mag, sondern weil man mit dem j&uuml;dischen Staat &auml;hnliche Existenz&auml;ngste teilt, warnen Politiker aus &Auml;gypten, Jordanien, Saudi-Arabien und den Golfstaaten die US-Regierung vor einer zu nachgiebigen Politik gegen&uuml;ber dem Iran. Als der israelische Pr&auml;sident Shimon Peres vergangene Woche Obama ausdr&uuml;cklich aufforderte, alles zu tun, um das iranische Atomprogramm zu stoppen, bevor es zu sp&auml;t sei, sprach er durchaus auch im Interesse vie&shy;ler arabischer Machthaber.</p>
		<p>Das allerdings scheint die US-Regierung nicht weiter zu st&ouml;ren. Erst wenige Tage zuvor hatte Rahm Emanuel, Stabschef des US-Pr&auml;sidenten, auf dem j&auml;hrlichen Treffen der einflussreichen pro&shy;israelischen Gruppe AIPAC erkl&auml;rt, dass die diplomatischen Versuche, den Iran von seinem Nuklearprogramm abzuhalten, vom Fortschritt in den israelisch-pal&auml;stinensischen Friedensgespr&auml;chen abh&auml;ngen w&uuml;rden. Der Sicherheitsberater James Jones drohte, man werde Israel k&uuml;nftig &raquo;h&auml;rter anfassen&laquo;, als dies unter der Regierung Bushs ge&shy;schehen sei.</p>
		<p>Damit unternimmt die US-Regierung offiziell eine Kehrtwende in ihrer Nahost-Politik, vor der viele Republikaner vor der Wahl Obamas gewarnt hatten. Nicht mehr der Iran, sondern Israel steht erneut im au&szlig;enpolitischen Fokus, w&auml;hrend von Reformen oder gar einer Demokratisierung der arabischen Welt oder des Iran keine Rede mehr ist. Gerade dies aber war eine der Haupt&shy;strategien der Bush-Doktrin aus dem Jahre 2002: Ohne eine grundlegende Ver&auml;nderung der Politik und &Ouml;konomie im Nahen Osten k&ouml;nne der Terrorismus langfristig nicht bek&auml;mpft werden. Diese Doktrin war auch eine Reaktion auf die gescheiterte Politik der amerikanischen Vorg&auml;ngerregierungen. Gerade die Demokraten unter William Clinton hatten schlie&szlig;lich schon alles versucht, um den israelisch-pal&auml;stinensischen Konflikt beizulegen, und waren grandios gescheitert.</p>
		<p>Indem die US-Regierung aber das iranische Nu&shy;klearprogramm offiziell mit der Schaffung eines pal&auml;stinensischen Staates verkn&uuml;pft, von dem augenblicklich niemand auch nur in Ans&auml;tzen wei&szlig;, wie er aussehen und regiert werden sollte, &uuml;berl&auml;sst man dem Iran die Initiative. Denn mittels seiner Verb&uuml;ndeten Hamas und Hizbollah kann das iranische Regime jederzeit an Israels Grenzen f&uuml;r Unruhe und Angriffe sorgen. Deshalb warnen israelische Medien bereits vor einem Ausverkauf ihres Landes an die Islamisten. Der Re&shy;publikaner Newt Gingrich erkl&auml;rte k&uuml;rzlich, Obama suche eine Konfrontation mit Israel, um in der arabischen und islamischen Welt Sympathien zu gewinnen.</p>
		<p>Doch gerade jene so genannten moderaten ara&shy;bischen L&auml;nder, also &Auml;gypten, Jordanien und die Golfstaaten, die bislang recht enge Verb&uuml;ndete der USA waren, verfolgen diesen au&szlig;enpolitischen Schwenk mit gro&szlig;em Unwohlsein. Die weit&shy;reichenden Angebote, die die USA dem Iran machen, scheinen ihnen weit bedrohlicher zu sein als der vermeintliche Erzfeind Israel.</p>
		<p>Schon w&auml;hrend des Gaza-Kriegs hatte &Auml;gypten die Hamas weitgehend isoliert, und Au&szlig;enminister Ahmed Aboul Gheit hatte mehrmals erkl&auml;rt, dieser Krieg diene nur dem Iran, der die Region destabilisieren und von seinem Atomprogramm ablenken wolle. Anfang April deckte der &auml;gyptische Geheimdienst dann ein aktives Netz der Hiz&shy;bollah auf, das nach Angaben der Beh&ouml;rden Anschl&auml;ge auf israelische Touristen plante. 49 Menschen wurden festgenommen, darunter auch ein Mitglied der Fatah.</p>
		<p>&Uuml;berdies versucht der Iran, mit Hilfe der Hizbol&shy;lah seinen Einfluss in &Auml;gypten zu vergr&ouml;&szlig;ern, das sp&auml;testens seit Beginn dieses Jahres als arabischer Hauptfeind gilt. Weil &Auml;gypten sich offen gegen die Hamas wandte, wurde von iranischen Studenten sogar ein Kopfgeld auf Pr&auml;sident Hosni Mubarak ausgesetzt. W&auml;hrend die Hamas sich l&auml;ngst dem Iran zugewandt hat und ihre Beziehun&shy;gen zu den traditionellen Unterst&uuml;tzern, etwa Saudi-Arabien, sich deshalb merklich verschlechtert haben, scheint die &auml;gyptische Muslimbruderschaft &uuml;ber eine engere Kooperation mit dem Iran zu diskutieren. Die bedeutendste Organisation des sunnitischen Islamismus galt bislang nicht als proiranisch. Doch ihr Anf&uuml;hrer Muham&shy;mad Mahdi Akef sagte Ende Januar, dass seine Organisation &raquo;Khomeinis Ideen, insbesondere be&shy;z&uuml;glich der Pal&auml;stina-Frage&laquo;, teile und der Iran auch das Recht auf ein milit&auml;risches Atomprogramm habe.</p>
		<p>F&uuml;r die &auml;gyptische Regierung ist diese Entwicklung &auml;u&szlig;erst bedrohlich, denn sollten die Hizbollah und die Muslimbruderschaft mit iranischer Unterst&uuml;tzung enger zusammenarbeiten, k&ouml;nnte dies die Fortexistenz des korrupten und ineffizienten Regimes gef&auml;hrden. Abgewirtschaftet wie sie sind, bieten die arabischen L&auml;nder, die im&shy;merhin vor Jahrzehnten selbst einen Anspruch auf Hegemonie in der Region angemeldet haben, wenig Perspektive f&uuml;r ihre Bev&ouml;lkerungen. Sie befinden sich in der Defensive, einerseits sind sie erleichtert, dass die USA ihre Forderungen nach Demokratisierung fallen gelassen haben, anderer&shy;seits sind sie ohne weitreichende Reformideen. Inzwischen f&uuml;rchtet vor allem &Auml;gypten um seine traditionelle Hegemonie. Nur hat die so genannte arabische Welt, die inzwischen so gespalten ist, dass kaum noch ein Treffen der Arabischen Liga m&ouml;glich ist &ndash; Syrien und Qatar gelten als enge Alliierte des Iran &ndash;, kaum Konzepte anzubieten. Derzeit arbeitet man an einem neuen Friedensplan mit Israel, der, so hei&szlig;t es, gewisse Zugest&auml;ndnisse in der Fl&uuml;chtlingsfrage vorsieht, sich ansonsten aber kaum von den Vorg&auml;ngerinitiativen unterscheidet.</p>
		<p>Wie allerdings ein pal&auml;stinensischer Staat am Ende aussehen oder funktionieren soll, &uuml;ber diese Frage schweigt sich auch die US-Regierung aus. Dagegen w&auml;chst nicht nur in Israel, sondern auch in den arabischen Staaten die Sorge, dass die US-Regierung sich trotz anders lautenden Erkl&auml;rungen de facto mit der iranischen Bombe l&auml;ngst abgefunden hat.</p>
		<p><em><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/20/34708.html" target="_blank">Artikel erschienen</a> in Jungle World Nr. 20, 14. Mai 2009</em></p>
        <p></p>
      </div>
      <!-- stopprint -->
      <div class="foot">
        <hr size="1">
        WADI e.V. | tel.: (+49) 069-57002440 | fax (+49) 069-57002444 <br>
        <a href="http://www.wadinet.de">http://www.wadinet.de</a> | e-mail: <SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../../scripte/inserts/atinfo.js"></script></div></td>
  </tr>
  <tr> 
    <td colspan="3" height="32"></td>
  </tr>
</table>
<SCRIPT LANGUAGE="JavaScript" src="../scripte/monitor/1024_end.js"></script>
</body>
</html>

