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<title>Pl&auml;ne f&uuml;r die Zeit nach Saddam</title>
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      <div align="center">
        <p><img src="../../img/blind.gif" width="130" height="8"><br>
          <a href="../../index.htm"><img src="../../img/logo-blau_32x100.gif" onFocus="if(this.blur)this.blur()" width="100" height="32" border="0"></a></p>
        <p>&nbsp;</p>
        <p><a href="#" onClick="history.back()"><img src="../../img/textback.gif" width="38" height="25" border="0" alt="zur&uuml;ck"></a></p>
      </div>
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      <div class="text"> 

 
            <h2>Pl&auml;ne f&uuml;r die Zeit nach Saddam</h2>
            <h4>Den Sturz des irakischen Diktators streben 
              s&auml;mtliche Oppositionsparteien an. 
              Ein milit&auml;risches Eingreifen der 
              USA jedoch bef&uuml;rworten nicht alle</h4>
            <p><i>von <b>Thomas Uwer</b></i></p>
            <p>Es darf weiter spekuliert werden, um 
              wen es sich bei der &quot;Demokratischen
              Irakischen Opposition in Deutschland&quot; 
              (DIOD) genau handelt, die am Dienstag
              mit der Botschaftsbesetzung in Berlin 
              auf sich aufmerksam machte. Eines
              zumindest steht fest: Es war entgegen 
              der per Fax versandten Erkl&auml;rung 
              der
              Gruppe nicht &quot;die irakische Opposition&quot;, 
              die dort in der Botschaft &quot;geschlossen
              und vereint&quot; zusammen stand. Daran 
              lie&szlig; eine bereits am Dienstag von 
              mehreren
              auch in Deutschland aktiven Oppositionsparteien 
              verbreitete Erkl&auml;rung keinen
              Zweifel, in der die Besetzung der Botschaft 
              scharf kritisiert wird.</p>
            <p>Die &quot;Koalition demokratischer Irak&quot; 
              (KdI), von der die Erkl&auml;rung stammt,
              ist eine Arbeitsplattform aus irakischen 
              Oppositionellen und deutschen Organisationen.
              Ziel des B&uuml;ndnisses ist die Koordination 
              von Aktivit&auml;ten, wie etwa eine
              gemeinsame &Ouml;ffentlichkeitsarbeit. 
              Wie n&ouml;tig dies ist, hat sich gerade 
              gezeigt.
              W&auml;hrend der Konflikt zwischen Saddam 
              Hussein und der UNO als medialer Dauerbrenner
              sogar im Wahlkampf aufgegriffen wurde, 
              nahm man von der Existenz einer irakischen
              Opposition in Deutschland bislang kaum 
              Notiz. Dabei sind alle wichtigen
              Organisationen, die nun auch als m&ouml;gliche 
              Regierungsparteien nach einem
              Sturz Saddams gehandelt werden, in Deutschland 
              aktiv. Daneben existiert
              eine Vielzahl kultureller Vereine und 
              irakischer Menschenrechtsgruppen.</p>
            <p>So unterhalten etwa die Kurdische Demokratische 
              Partei (KDP) Massud Barsanis
              und Dschalal Talabanis Patriotische Union 
              Kurdistans (PUK) eigene Vertretungen,
              die einen fast schon offiziellen Charakter 
              besitzen. Seit 1991 kontrollieren
              sie gro&szlig;e Teile des Nordirak. Die 
              international nicht anerkannte Region
              ist der wichtigste R&uuml;ckhalt der Opposition 
              gegen Saddam Hussein. Bis 1996
              war dort das von den USA gest&uuml;tzte 
              B&uuml;ndnis Irakischer Nationalkongress 
              (INC)
              aktiv, dessen Arbeit im Nordirak aber 
              von einer irakischen Milit&auml;roffensive
              beendet wurde. Vielen Irakern gilt die 
              Region als Vorbild f&uuml;r eine k&uuml;nftige
              Regierung. Nach langen innerkurdischen 
              Auseinandersetzungen haben sich KDP
              und PUK auf eine enge Zusammenarbeit geeinigt 
              und eine relative Stabilit&auml;t
              geschaffen. Entsprechend zur&uuml;ckhaltend 
              reagierten beide Parteien bis dato
              auf US-amerikanische Angriffspl&auml;ne.</p>
            <p>Auch schiitische Gruppen wie der aus 
              dem Iran operierende &quot;Hohe Rat des
              irakischen Widerstands&quot; (SCIRI) oder 
              die ebenfalls schiitisch-islamisch
              orientierte Dawa-Partei sind in Deutschland 
              pr&auml;sent. W&auml;hrend SCIRI einer
              m&ouml;glichen Unterst&uuml;tzung der 
              USA gegen&uuml;ber offen ist, lehnt Dawa 
              ein Eingreifen
              von au&szlig;en ab. Beide einst konkurrierenden 
              Gruppen haben sich auf gemeinsame
              demokratische Grunds&auml;tze geeinigt 
              und kooperieren mit Parteien, die ihnen
              einst als Gegner galten.</p>
            <p>Beispielsweise die Irakische Kommunistische 
              Partei (ICP). Einst gr&ouml;&szlig;te 
              Partei
              des Landes, ist die ICP unter der Repression 
              Saddam Husseins zu einer heute
              eher unbedeutenden Gruppe geschrumpft. 
              Gemeinsam mit der Dawa-Partei bildet
              die ICP den &quot;nationalen Fl&uuml;gel&quot; 
              der Opposition, der Verhandlungen mit 
              der
              US-Regierung ablehnt. Gruppen wie der 
              ICP k&ouml;nnte zuk&uuml;nftig dennoch 
              die wichtige
              Rolle zukommen, als gesamtirakische Partei 
              ein Gegengewicht zu den regional
              verankerten kurdischen und schiitischen 
              Parteien zu bilden. Viele irakische
              Exilanten unterst&uuml;tzten einst die 
              Partei. In Deutschland sind ihre Mitglieder
              meist in Menschenrechtsgruppen aktiv.</p>
            <p>Einzig die K&ouml;nigstreuen sucht man 
              in Deutschland vergeblich. Eine R&uuml;ckkehr
              der in den F&uuml;nfzigerjahren gest&uuml;rzten 
              Monarchie indes d&uuml;rften die Oppositionsparteien
              ohnehin verhindern.</p>
            <p><i>taz Nr. 6833 vom 22.8.2002</i></p>
            </div><!-- stopprint -->
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