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<title>WADI Analysen - Wie bedeutend war die Rede des israelischen Premiers zum Nahost-Konflikt?</title>
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        <p>&nbsp;</p>
        <p><a href="#" onClick="history.back()"><img src="../../img/textback.gif" width="38" height="25" border="0" alt="zur&uuml;ck"></a></p>
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        <h2> <br>
          Wie bedeutend war die Rede des israelischen Premiers zum Nahost-Konflikt?</h2>
        <p>von Thomas von der Osten-Sacken </p>
		<table width="150" align="right" height="43" class="noprint">
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		<p>Seit die USA und Europa &uuml;bereingekommen sind, dass die Probleme des Nahen Osten auf das Fehlen eines pal&auml;stinensischen Staats zur&uuml;ckzuf&uuml;hren seien, ist in der Nahost-Politik eine Zeit der gro&szlig;en Ansprachen voller Symbolik angebrochen. Nach Obamas Rede an die islamische Welt sprach nun der israelische Premier Benjamin Netanjahu, ausgerechnet an dem Tag, an dem in Teheran Massenproteste ausbrachen, weshalb seine Rede dann auch auf den Platz zwei der Nachrichten verbannt wurde. Da geh&ouml;rte sie auch hin. </p>
		<p>Denn wirklich Bedeutendes sagte Netanjahu nicht. Er akzeptiere einen demilitarisierten pal&auml;stinensischen Staat, wenn die Pal&auml;stinenser Israel als j&uuml;dische Nation anerkennen w&uuml;rden, fordere aber die Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber ein ungeteiltes Jerusalem und lehne jedwedes Recht auf R&uuml;ckkehr pal&auml;stinischer Fl&uuml;chtlinge ab. Damit &uuml;bernahm Netanjahu mehr oder minder die offiziellen Positionen aller israelischen Vorg&auml;ngerregierungen seit Beginn des Oslo-Prozesses.</p>
		<p>Die Vertreter der pal&auml;stinensischen Autonomiebeh&ouml;rde reagierten, noch bevor Netanjahu das Rednerpult verlie&szlig;. &raquo;Verrat&laquo;, und &raquo;Apartheid&laquo; hie&szlig; es in der Westbank, &raquo;Rassismus&laquo; scholl es aus Gaza zur&uuml;ck. Als h&auml;tte man erwartet, dass der israelische Premier das faktische Ende Israels verk&uuml;ndete. Oder dass er angesichts t&auml;glichen Raketenbeschusses aus Gaza sich f&uuml;r eine pal&auml;stinensische Armee stark machte. W&auml;hrend niemand auch nur wei&szlig;, wie derzeit ein pal&auml;stinensischer Staat aussehen k&ouml;nnte, herrscht zwischen den Pal&auml;stinensern nur dann Einigkeit, wenn es darum geht, jedes israelische Angebot umgehend und ohne jede Pr&uuml;fung abzulehnen.</p>
		<p>Deshalb konzentrieren sich jetzt alle auf reine Symbolik. Gl&uuml;cklicherweise demonstrierten zeitgleich Hunderttausende Iraner, worum es im Nahen Osten wirklich geht. Statt aber diese Demonstranten zu unterst&uuml;tzen und eine Vision des Nahen Ostens zu entwickeln, in der es um Freiheit, Gleichheit und Entwicklung aller ginge, steht die so genannte internationale Staatengemeinschaft bereits in den Startl&ouml;chern, nun die n&auml;chste Nahostfriedenskonferenz irgendwo auszurichten. Und die wird so erfolglos ausgehen wie ihre Vorg&auml;ngerinnen.</p>
		<p><em><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/25/" target="_blank">Artikel erschienen</a> in Jungle World Nr. 25, 18. Juni 2009</em></p>
        <p></p>
      </div>
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