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<title>Frieden f&uuml;r Saddam</title>
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    <td valign="top" rowspan="2" width="120"> 
      <div align="center">
        <p><img src="../../img/blind.gif" width="130" height="8"><br>
          <a href="../../index.htm"><img src="../../img/logo-blau_32x100.gif" onFocus="if(this.blur)this.blur()" width="100" height="32" border="0"></a></p>
        <p>&nbsp;</p>
        <p><a href="#" onClick="history.back()"><img src="../../img/textback.gif" width="38" height="25" border="0" alt="zur&uuml;ck"></a></p>
      </div>
    </td>
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    </td>
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    </td>
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  <tr> 
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      <div class="text"> 

 
            <p><b><i>Deutschland und der Irak</i></b></p>
            <h2>Frieden f&uuml;r Saddam</h2>
            <p><i>von thomas v. der osten-sacken </i></p>
            <p>Der Weltsicherheitsrat der Vereinten 
              Nationen - die, zur Erinnerung, 1944 als 
              Reaktion auf die Nazibarbarei ins Leben 
              gerufen wurden - beschloss einstimmig, 
              das irakische Regime, das in der Vergangenheit 
              zwei Nachbarstaaten &uuml;berfiel und 
              Giftgas sowohl gegen feindliche Soldaten 
              als auch gegen die eigene Bev&ouml;lkerung 
              einsetzte, m&uuml;sse nun endlich seine 
              Massenvernichtungswaffen zerst&ouml;ren. 
              Eigentlich m&uuml;sste das ein Grund zur 
              Freude f&uuml;r alle friedliebenden Menschen 
              sein; schlie&szlig;lich braucht Saddam 
              Hussein diesen Forderungen nur nachzukommen. 
              Dann gibt es keinen Krieg und die Uno 
              h&auml;tte ihre Aufgabe, den Weltfrieden 
              zu sichern, erf&uuml;llt.</p>
            <p>Emp&ouml;rung dagegen h&auml;tte die 
              Nachricht ausl&ouml;sen m&uuml;ssen, dass, 
              obwohl der
              UN-Sonderberichterstatter Max van der 
              Stoel den Irak als &raquo;wohl schlimmste
              Diktatur nach 1945&laquo; bezeichnete 
              und bislang mehr als eine Million Menschen
              dem Regime Saddam Husseins zum Opfer fielen, 
              in der Resolution mit keinem
              Wort ein Ende der Unterdr&uuml;ckung der 
              irakischen Bev&ouml;lkerung gefordert 
              wurde.</p>
            <p>Von Freude aber merkte man in Deutschland 
              nichts, die Emp&ouml;rung &uuml;ber die 
              USA
              war umso gr&ouml;&szlig;er. Die taz sprach 
              von &raquo;einem schlechten Tag f&uuml;r 
              die Vereinten
              Nationen&laquo;, weil der Sicherheitsrat 
              einer &raquo;erpresserischen Vorgabe von 
              George
              W. Bush&laquo; gefolgt sei. &raquo;Bush 
              darf Irak Knie auf die Brust dr&uuml;cken&laquo; 
              titelte in
              der ihm eigenen Diktion das Neue Deutschland 
              und klagte, &raquo;das Trio Bush,
              Cheney und Rumsfeld hat sein Lieblingsprojekt, 
              Saddam zu st&uuml;rzen und das
              irakische &Ouml;l zu kontrollieren, wohl 
              kaum aufgegeben&laquo;. Die Frankfurter
              Rundschau trieb dagegen die Fra-ge um, 
              &raquo;ob der Vollzug der Inspektionen
              schon Strafe genug ist oder ob Irak zum 
              Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r einen
              'Regimewechsel' wird&laquo;. Anders lautende 
              Kommentare suchte man vergebens.</p>
            <p>Insgeheim wissen n&auml;mlich alle, dass 
              die Waffeninspekteure im Irak unter
              denselben Bedingungen arbeiten m&uuml;ssen 
              wie in den Jahren vor 1998. Und schon
              jetzt wissen sie auch, wer schuld daran 
              sein wird: George W. Bush, die
              zionistische Lobby in den USA oder die 
              &Ouml;lindustrie.</p>
            <p>Die Deutschen aber wollen keinen Krieg. 
              Deshalb herrscht in ihren
              Kommentaren beredtes Schweigen dar&uuml;ber, 
              dass in Israel seit Monaten in jeder
              Wohnung die Gasmasken wieder griffbereit 
              liegen. Zum Schutz vor einem
              Angriff mit Giftgas, das einst deutsche 
              Firmen im Irak produzieren halfen.
              Zuletzt war Deutschland wieder mit 101 
              Firmen - mehr als aus jedem anderen
              Land der Welt - auf der Bagdader Industriemesse 
              vertreten.</p>
            <p>Kein Wort liest man auch dar&uuml;ber, 
              dass die Iraker den Sturz Saddam Husseins
              herbeisehnen und keinen Milit&auml;reinsatz 
              der USA. Ihnen geht es weder ums &Ouml;l,
              noch ums Prestige der Uno oder um Waffeninspekteure, 
              nur um ein Leben ohne
              Tyrannei. Die nahe liegende Idee, man 
              k&ouml;nne sie in ihrem Kampf unterst&uuml;tzen,
              auch um einen Krieg zu vermeiden, findet 
              in Deutschland keine Freunde.</p>
            <p>M&ouml;glichkeiten dazu g&auml;be es 
              genug, materielle und ideelle. Ein paar 
              deutliche
              Signale, fortan keine Gesch&auml;fte mehr 
              mit Saddam machen zu wollen, w&auml;ren 
              ein
              erster Schritt. Die Einstellung aller 
              Kontakte zum Regime und die
              Unterst&uuml;tzung der Opposition mit 
              dem erkl&auml;rten Ziel eines Systemwechsels
              w&auml;ren weitere. Das, nicht mehr, forderte 
              k&uuml;rzlich in Berlin ein Vertreter
              der Irakischen Kommunistischen Partei 
              von der Bundesregierung, die sich
              allerdings bislang weigert, mit der irakischen 
              Opposition auch nur zu
              sprechen. Warum? Weil Deutschland Frieden 
              will. Frieden f&uuml;r Saddam.</p>
            <p> <i>in jungle world Nr. 47/2002 - 13. 
              November 2002 </i></p>
            </div><!-- stopprint -->
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